ZECKENPLAGE

Kleiner als ein Reiskorn - dann dick wie eine Erbse!

Die Region Bamberg zählt zu den Risikogebieten für einen Zeckenstich. Mit dem Frühlingswetter beginnt die Saison. Die Zeckenfauna ist vielfältiger als bisher angenommen.

Sie krabbeln unter die Kleidung

Bereits bei niedrigen Plusgraden werden Zecken wieder aktiv. Wer im Wald unterwegs ist, durch Gebüsch oder Gras geht, sollte lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Über die Hosenbeine gestülpte Socken verwehren den Zecken den Zugang zur Haut. Beim Vorbeigehen werden die Winzlinge von Ästen oder Grashalmen abgestreift. Sie krabbeln unter unsere Kleidung und so lange an unserem Körper entlang, bis sie einen für sie schönen Platzgefunden haben. Die Lieblingsplätze der Zecken sind: Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehle.
Nach einem Ausflug ins Freie sollte man den Körper gründlich auf die winzigen, braunen, langsam krabbelnden Punkte hin absuchen. Wenn es juckt, ist es schon zu spät: Die Zecke hat zugestochen und sich vielleicht schon vollgesaugt. Dabei sind die Zecken anfangs kleiner als ein Reiskorn, vollgesogen können so dick wie eine Erbse sein.
Für den Menschen kann ein Zeckenstich schwerwiegende Folgen haben: Zecken können Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen - eine Virusinfektion, die zum Beispiel eine Hirnhautentzündung nach sich ziehen kann.

Schutzimpfung gegen FSME

Bamberg gilt wie ganz Oberfranken als Risikogebiet besonders für die FSME. Jetzt ist schon Hauptsaison und man sollte sich deshalb wappnen, wenn man sich in der Frühlingsnatur aufhalten will. Eine Zecke, die sich festgebissen hat, entfernt man am besten mit einer Zeckenzange. Dazu den Insektenkörper fest in die Zange nehmen und mit einer Drehbewegung der Hand herausschrauben. Dabei nicht den Kopf der Zecke zusammendrücken, denn der Speichel des Tieres, der die Krankheitserreger enthält, könnte in die Bissstelle gelangen. Wenn möglich, eine desinfizierende, wundheilende Salbe auf die Wunde tupfen.
Auf gar keinen Fall sollte man die Zecke mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Zwar sterben die Tiere dabei, doch im Todeskampf pumpen sie die Borreliose-Erreger erst recht ins Blut.
Man kann sich auch gegen FSME schutzimpfen lassen. Diese Impfung wirkt dann drei Jahre.
30.5.21 Bilder: unbek.; Liebenswert. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   
+13 # Werner 2018-04-06 14:11
Ergänzender Hinweis: die Zecken sollten mit einem Feuerzeug verbrannt werden! Nicht zerdrücken, nicht in den Abfall/WC.
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+5 # Ibims 2018-04-09 12:23
Ich hab in den letzten Jahren viele Hilfsmittel zum entfernen der Zecken ausprobiert. Zangen, Schlingen u.s.w.

Mein persönlicher Testsieger ist die Zeckenkarte!

Die kann man schön im Geldbeutel verstauen und hat sie daher immer dabei. Und die Entfernung von Zecken klappt damit wirklich super.

Und danach wird sie natürlich immer, wie von meinem Vorschreiber empfohlen mit dem Feuerzeug geröstet... :-)
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-4 # Bergradfahrer 2021-06-01 13:47
Nur mal eine stochastisch motivierte Überlegung.

Aber zuerst eine Aufgabe:
Wenn 0,1% bis 5% der Zecken FSME übertragen können, von wievielen muss ich gebissen werden, bis ich mindestens eine Übertragungschance habe?
(Hinweis für die stochastisch herausgeforderten Pennäler: Binomialverteilung)

5% bis 35% aller Zecken können prinzipiell Borreliose übertragen. Von daher liegt deren Inzidenz (in diesem Zusammenhang ist das Wort korrekt verwendet ;-)) um ein Vielfaches höher als die von FSME. Gegen Borelliose gibt es keine Impfung, jedoch ist es eine mitunter echt schwerwiegende Erkrankung mit nachgewiesenen, möglichen Spätfolgen. Hier hilft nur ein Repellent (z.B. AntiBrumm, Autan). So ein Spray hält natürlich auch die "FSME-Zecken" fern.

Zudem, nicht jeder Biss einer Borrelien oder FSME tragenden Zecke muss zu einer Infektion führen, weil jede Infektion abhängig von Erregeranzahl und Zeitdauer ist.

Es stellt sich somit die Frage: Wozu unbedingt eine FSME-Impfung?
Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt...oder dass es auch hier in der Hauptsache ums Geschäft geht.
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+10 # Bergradfahrer 2021-06-01 13:48
Ach ja, die Drehrichtung ist egal. Die Zecke hat kein, ich wiederhole, KEIN Schraubgewinde. :-)
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+2 # Clavius1970 2021-06-03 20:40
KEIN Schraubgewinde kannte ich noch nicht. Höchstens AFD- oder PDS-Gewinde. :-) A Spässla
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+7 # GodFather 2021-06-01 21:12
Zur Risikoabwägung:
Man sollte sich bei aller FSME-Aufregung einfach wie schon bei Corona gewohnt auf der RKI Webseite umsehen und die Inzidenzen ansehen. (https://www.freie-webzet.de/index.php/21-2/l/1894-p1)
Hier findet sich für SK Bamberg eine Inzidenz von 1,3. Hier heißt das: 1,3 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb 5 Jahren. Im LK 10,5. Innerhalb von 5 Jahren in Bamberg Stadt + Land also 25 Fälle.
Weiter hier (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Jahrbuch/Jahresstatistik_2019.pdf?__blob=publicationFile) kann man entnehmen dass aus ganz Bayern in 2019 202 FSME Fälle gemeldet wurden. Ganz Deutschland 445 Fälle im ganzen Jahr.
Im Vergleich dazu: Wir hatten in Bamberg Stadt + Land 250 Corona-Todesfälle.
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