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KLINIKUM/ALTENHEIME

»Wir fühlen uns abgewimmelt«

Fachkräftemangel in Kliniken und Altenheimen. Ein Thema, das in Zeiten von Corona besonders an Bedeutung gewonnen hat. Die Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs stellt Fragen.

Fachkräftemangel hat auch mit der Bezahlung zu tun

Der ehem. Leiter des Bamberger Gesundheitsamtes, Dr. Winfried Strauch, jetzt Vorstandsmitglied der A.R.G.E. (Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs) befindet sich seit Monaten in regem brieflichen Austausch mit Oberbürgermeister Andreas Starke. Er will klären, ob Mitarbeiter der Töchter der Sozialstiftung (z.B. Kliniken oder Altenheime) eine angemessene Bezahlung erhalten. Allerdings ist es schwer von Andreas Starke eine klare Antwort zu bekommen. Nun hat Winfried Strauch nochmal nachgehakt.
In einer Pressemitteilung der A.R.G.E. wird zunächst eine Aussage von Oberbürgermeister Andreas Starke im FT vom 9.12.2020 zitiert: »Die Pflegekräfte gehen (in der Corona-Krise) bis an ihre äußerste Belastungsgrenze, deshalb gebührt ihnen unsere größte Anerkennung.«
Dr. Winfried Strauch hat in den vergangenen Monaten mehrere Schreiben an das Stadtoberhaupt geschickt und will nun endlich genauer wissen, wie diese Anerkennung aussieht. »Die Antworten von OB Starke sind allgemein. Teilweise delegiert er die Antwort an die Pressesprecherin der Sozialstiftung. Wir fühlen uns abgewimmelt«, fasst Strauch die gemachten Erfahrungen zusammen.
In der Pressemitteilung heißt es weiter: “Nach Überzeugung der A.R.G.E. hat der allseits beklagte Fachkräftemangel auch mit der Bezahlung zu tun. Die A.R.G.E. vermutet, dass insbesondere der Haustarif der Sozialstiftung noch weniger ausreichend ist als der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Auf der anderen Seite geht es beim Thema Fachkräftemangel natürlich immer wieder auch um die Arbeitsbedingungen. Winfried Strauch weist in seinem aktuellen Schreiben auf einen Leserbrief des Personalratsvorsitzenden der Sozialstiftung, Gerhard Sterzer, vom Dezember 2020 hin, in dem dieser die Arbeitsbedingungen »ohnehin problematisch« nennt und unterstreicht, dass sich das »in Corona-Zeiten noch verschlechtert…(hat): 12 Stunden-Schicht, trotz
Infektion arbeiten«.

Was machen die Stadt oder die Sozialstiftung konkret?

Die Arbeitsgemeinschaft will nun vom Oberbürgermeister oder der Sozialstiftung konkret wissen:

  1. “Was macht den konkreten Bezahlungsunterschied zwischen TVöD und
    dem Haustarif der Töchter der SSB aus, zum Beispiel für
    • eine 25-jährige ledige Fachkraft in Vollzeit
    • eine 25-jährige verheiratete Fachkraft mit 2 Kindern in Vollzeit?
  2. Welche anderen Formen der Wertschätzung, hausintern wie öffentlich, werden in der Sozialstiftung Bamberg und ihren Töchtern konkret praktiziert und wie werden die von den Mitarbeiter/innen aufgenommen?
  3. Der Landkreis finanziert innerhalb seines Haushaltes 1,5 Mio € zur finanziellen Besserstellung seiner Fachkräfte in der Pflege. Gibt es eine entsprechende oder eine ersatzweise Initiative der Stadt Bamberg?
  4. Der Landkreis setzt ein Programm für bezahlbaren Wohnraum für Pflegekräfte um. Gibt es in diesem Bereich auch eine konkrete städtische Initiative oder ist eine solche konkret geplant?

»Hier ist«, argumentiert Strauch, »der OB auch als stellvertretender Bezirkstagspräsident gefragt. »Wir wollen klare Antworten. Wie hält es Sozialstiftung und Stadt mit der Anerkennung der Leistungen der Mitarbeiter/innen ganz konkret?«“
2.2.21 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.