DIGITALISIERUNG - SMARTCITY

Etwas verkopft!

Vier Projekte will die Stadt Bamberg im Rahmen des Programms Smart City starten. Sie sollen den Nutzen für die Menschen aufzeigen und ein Vorbild für die Entwicklung weiterer Ideen sein.100sec

Nur für IT-affine Menschen verständlich (?)

 

Es muss in der Stadtverwaltung besondere Anhänger von Konzepten und Projekten fortschrittlicher Digitalisierung geben. In der Sitzung des Finanzsenats am 20.4.21 wurden die Stadträten/innen über vier Projekte in Kenntnis gesetzt, die sie offenbar sprachlos machten. Als einziger ergriff Stadtrat Heinz Kuntke (SPD) das Wort und äußerte sich zwar nicht über die Projekte selbst, sondern über die »verkopfte Sprache« im schriftlich vorliegenden Sitzungsvortrag. Er fürchte, dass allein schon die Beschreibung der Vorhaben »nur für IT-affine Menschen« verständlich sei. Die Projekte sollten sich aber auch an andere Menschen richten, die (noch) nicht mit der Digitalisierung vertraut seien.
ANMERKUNG: Man kann über diese Einschätzung verschiedener Meinung sein, Tatsache ist aber, dass viele Begriffe und Beschreibungen in dem Sitzungsvortrag nicht jedermanns/Frau Sache sind.

In Schlagzeilen ausgedrückt handelt es sich beim ersten Projekt “um die Entwicklung eines automatisierten Dashboards für Nachhaltigkeitsindikatoren als Grundlage für zeitaktuelle Entscheidungen auf kommunaler Ebene”. Das zweite beschäftigt sich mit dem “Aufbau einer sensorbasierten Besucherlenkung in der Bamberger Altstadt mittels interaktiver Routenplanung per App”.

Alles ging bemerkenswert schnell

Das dritte Projekt nennt sich “Kooperationsprojekt Serviceportal für Familien-Unterstützungsdienste”. Ziel ist “eine übergreifende Plattform, die aus einer Kombination von Vertrieb von Gutscheinheften und Buchung von Angeboten besteht.
Viertes Projekt soll “Drohnenbefliegung von Baumkronen” sein. Dazu werden “zuerst Baumbestände in der Stadt und im städtischen Forst mit Drohnen beflogen, mit verschiedenen Sensorsystemen erfasst und vermessen. So können z. B. nach Stürmen oder Hitzephasen Schäden visualisiert und bewertet werden, um den Bestand gezielt und effizient zu pflegen. Die Maßnahmen erfolgen unter Einbindung in das interdisziplinäre Smart City Research Lab der Universität Bamberg.

Laut Verwaltung hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) der Stadt Bamberg signalisiert, dass auf Antrag Mittel aus der Umsetzungsphase des Smart City Projekts (2023 bis 2027) vorgezogen werden können, um 2021 mit der Entwicklung des automatisierten Indikatoren-Dashboards für ein zukunftsfähiges Bamberg zu beginnen. Das Smart-City-Projekt in Bamberg wird mit Fördermitteln des BMI in Höhe von 15,75 Mio. € gefördert und umfasst mit Eigenmitteln ein Gesamtbudget von 17,5 Mio €.
Die Mitglieder des Finanzsenats stimmten dem Verwaltungsvorschlag einstimmig zu. Alles ging bemerkenswert schnell. 380/100sec
21.4.21 Bilder: webzet (Symbolbild in der Titelleiste). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
-2 # mireille 2021-04-23 21:02
Wie bitte? Was ist kaputt?
Sind das unheilbare Krankheiten?
Ich hab gar keine Lust jedes Wort zu googeln lol
Ich geh aber mal grundsätzlich davon aus, dass das alles Blödsinn ist und viel Geld kostet he he he
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+3 # Clavius1970 2021-04-24 10:31
Ich erinnere mich noch an ein Digitalprojekt bei Heimspielen der Basketballer. Lieferung von Getränken, gegen Aufschlag auf die Tribüne, nach Onlinebestellung. Meine Sitznachbarin hat das ausprobiert und wurde in der zweiten Halbzeit mit einem weiteren Freigetränk belohnt um noch mal TV-Aufnahmen zu machen. Offensichtlich war sie die einzige die aus Gaudi den Schmarr'n mitgemacht hatte.

Mit dem Computer kann man halt viel Arbeit erledigen, die man ohne Computer und Internethörigkeit überhaupt nicht hätte. :-)

Nachdenklich hat mich auch die Auffassung von Elon Musk zur direkten Verbindung durch Einpflanzen des Menschen mit elektronischen Kommunikationsmittel gemacht, die den Menschen zum Cyborg mutieren lässt.
Sinngemäß sagte er etwa:
"Eigentlich sind wir durch das Internet und die ständige Abhängigkeit vom Smartphone schon zu Cyborg's geworden. Die direkte Verbindung mit Nervenbahnen würde daran nicht so viel mehr ändern."
Der Typ ist mir zwar suspekt, aber damit hat er zumindest teilweise recht.
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+3 # GodFather 2021-04-27 10:16
Um es mit einem bekannten bonmot zu sagen: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit."
Selbst wenn da viele Neologismen am Start sind, sollte man sich doch gegen sinnvolle Projekte nicht sperren sondern die Beteiligten dazu auffordern, klar zu machen wo diese auch den gesetzteren Stadtratsmitgliedern einen Nutzen bringen können.
Digitalisierung - Smart City: in dem Zusammenhang würde ich z.B. fordern dass die Projekte mittels eines kurzen Ted-Talks gepitcht werden.
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