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Viele Emotionen. Soll das Dientzenhofer Gymnasium am bestehenden Standort saniert oder in den Landkreis verlegt werden? Ein Gutachten soll entscheiden helfen.

Entscheidung anhand verschiedener Kriterien

Für die rd. 120 Siebtklässler des Dientzenhofer Gymnasiums (DG) ist die Sache klar: Das DG soll in Bamberg bleiben. Das signalisierten die Schüler in einer spontanen Abstimmung anlässlich einer Podiumsdiskussion am 3.7.17 zum Thema. Anwesend waren vornehmlich Vertreter der Stadt Bamberg, zudem der DG-Elternbeirat sowie die Schulleitung. Unisono sprachen sich die Anwesenden für den Erhalt des Standortes in Bamberg-Ost an der Memmelsdorfer Straße aus. Die nahezu zur gleichen Zeit stattgefundene Sitzung des Kreistags von Bamberg-Land war dagegen konfliktgeladener. Trotz der vielen Stimmen gegen eine Verlagerung gab der Kreistag mit 32:21 Stimmen grünes Licht für ein 30.000 € teures Gutachten. Damit soll dem „Zweckverband Gymnasien Stadt und Landkreis“ eine Untersuchung zu Auswirkungen der Schülerströme geliefert werden, wenn ein DG-Ersatz-Neubau in einer von vier vorgeschlagenen Gemeinden im Landkreis verlegt würde. Im Rennen sind jetzt Hirschaid, Memmelsdorf, Hallstadt und Scheßlitz. Die Standort-Eignung soll anhand verschiedener Kriterien wie z.B. ÖPNV, Schulzentren mit entsprechender Anbindung oder Herkunftsorte der Gymnasialschüler festgestellt werden.

3500 Unterschriften gegen eine Verlagerung

Vor dem Beschluss des Kreistages stand eine lange, emotional geführte Debatte. So stemmt sich die „Schulfamilie“ des DG nahezu geschlossen gegen eine Verlagerung ihrer Schule. Die Abstimmung der (mehrheitlich aus dem Landkreis kommenden) Siebtklässler bei der Podiumsdiskussion steht stellvertretend für das Meinungsbild am DG. Nachdrücklich spricht sich auch der Elternbeirat gegen eine Standortverlagerung aus. Laut Aussage des Vorsitzenden Christoph Trué hat man innerhalb von drei Wochen rd. 3500 Unterschriften gegen eine Verlagerung gesammelt. Auch Steffen Wenker, Mitarbeiter der Schulleitung, nahm gegen einen Neubau im Landkreis Stellung. Es würde sich nicht um eine Verlagerung des seit 50 Jahre bestehenden DG handeln, sondern um die Neugründung eines Gymnasiums. So würden viele der über die Jahre aufgebauten Kontakte, etwa zu Unternehmen, dem DG verloren zu gehen. Alle Vertreter der Schulfamilie verlangen einen möglichst bald beginnenden Abbau des Sanierungsstaus und ein Ende der Standort-Diskussion.

Im „Zweckverband Gymnasien Stadt und Landkreis“ hat der Landkreis die Stimmenmehrheit. Er zahlt auch den größeren Anteil am Zweckverbandsbudget. Schon seit vielen Jahren sehen sich die Vertreter des Landkreises gegenüber der Stadt benachteiligt. Da ist es nur zu verständlich, dass man jetzt tatsächlich wissen ´mal will, ob ein Neubau eines bisher städt. Gymnasiums nicht auch im Landkreis sinnvoll sein kann. Es geht dabei nicht nur um eine Investition von 30 bis 40 Mio €, sondern auch um eine Prestigefrage. Der Mehrheit im Kreistag ist es offensichtlich wichtig, dass die Argumente für eine Standortverlagerung glaubwürdig geprüft werden. Die Erstellung eines Gutachtens ist dazu das übliche Mittel --- wenn es auch schwer vorstellbar ist, dass einer der genannten Landkreis-Standorte gegenüber dem derzeitigen, zentral gelegenen Standort wird bestehen können.

5.7.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“.

Kommentare   

+1 #10 Clavius1970 2017-07-11 21:22
Für mich steht die Zentralität des Standortes an erster Stelle.
Neben dem ÖPNV spielt auch die Erreichbarkeit mit dem Rad eine Rolle. Auch gibt es in Richtung Stadt Bamberg auch mehr Mitfahrgelegenheiten zur Bildung von Elternfahrgemeinschaften. Das ganze scheint eine Schnapsidee zu sein. Da könnte man ja auch das Schlenkerla in den Landkreis verlegen. Keine Stehtrinker mehr in der Sandstraße und Touris wären wir auch ein paar los. Und von der Gastronomie verstehen der Hans und der Andi mehr als von Schulen.
+3 #9 schönlangsam 2017-07-06 22:59
#7
was ist daran unfreundlich, wenn ich jemandem einen der real existierenden gründe aufzeige? warum wohl plärrt jeder 3. landkreispolitiker nach so einer schule?

doch sicher nicht aus liebe zu den kindern
+7 #8 Monika Bieber 2017-07-06 20:10
Ende der 90er Jahre flehte die Stadt die Verantwortlichen des Landkreises förmlich an, ein eigenes Gymnasium zu bauen. Die Bamberger Gymnasien platzten aus allen Nähten, die für die Landkreisschüler entrichteten "Gastschulbeiträge" deckten die der Stadt entstehenden Kosten bei Weitem nicht.. Der damailge Landrat Dr. Denzler wies das Anliegen ab. Er verwies auf die Zentralität der Stadt und machte deutlich, dass kein Standort im Landkreis ein Gymnasium füllen könne. Ein Bau wäre eine Verschwendung von Steuergeldern, Durch den Rückgang der Schülerzahlen hat sich die Raumnot an den Schulen abgemildert und durch die Umlegung der Kosten auf den damals neu gegründeten Zweckverband
stellt sich auch die fianzielle Situation gerechter dar.
Warum also arbeitet sich Landrat Kalb an einem unsinnigen Projekt ab, das keinem Schüler irgendwelche Vorteile bringen würde? Er sollte sich mal mit seinem Vorgänger beraten!
+6 #7 Peter MKo 2017-07-06 13:12
zu #6
Was ist das für eine unfreundliche Frage. Aber sich mit einem Gymnasium im Landkreis ein Denkmal zu setzen, kann für einen Landrat schon eine Versuchung sein.
0 #6 schönlangsam 2017-07-06 08:31
#5 gründe?
profilierungssucht und wahlen
+5 #5 Bürger dieser Stadt 2017-07-05 16:31
#4: Deshalb habe ich geschrieben, "mit Bedacht". Dazu gehört auch, die ÖPNV-Zentralitäten ggf. anzupaßen. Der Landkreis sollte sich bewußt sein, daß eine Standortverlagerung Folgeverpflichtungen auslösen würde, die eingelöst werden müßten, damit das Gesamtmodell auch stimmt.
Dies wiederum könnte einen Anstoß für einen besseren ÖPNV auf dem Land und den Beginn einer Verschiebung strukturpolitischer Gewichte bedeuten, wenn man eine solche Dezentralisierungspolitik auch weiterverfolgte. Der ÖPNV auf dem Land ist in ganz Deutschland bisher eine Katastrophe (wohl auch weil eine Verbesserung wegen Nichtauslastung wirtschaftlich nicht darstellbar wäre). Warum nicht einen Teil der Schul- und Behördenlandschaft aufs Land verlagern?

Wenn es in Bamberg eine unausgeglichene Schülerverteilung gibt, sehe ich in erster Linie die Schulleitungen in der Pflicht, sich untereinander auszutauschen und auf Ausgewogenheit zu achten.

Die Diskussion ist für die Betroffenen sicherlich unangenehm. Aber irgendeinen politischen Grund muß es doch geben, der diese Diskussion ausgelöst hat.
+15 #4 Rainer.Pfaff 2017-07-05 14:04
# 3 angenommen Bamberg gibt Zentralität ab und das Gymnasium wird verlagert, dann wird sich an einer Zentralität nichts ändern und das ist der ÖPNV. Die Schüler werden dann nach Bamberg fahren und statt wie bisher vom Bahnhof zum DG zu laufen, steigen sie in einen anderen Bus oder einen anderen Zug. Schüler aus Memmelsdorf, die bislang quasi direkt an der Schule aussteigen fahren dann zum ZOB oder zum Bahnhof, um dort umzusteigen. Diese Diskussion ist einfach nur unsinnig und schadet der Schule. Nur zum Vergleich. Meines Wissens bekommt das DG dieses Jahr gerade mal vier fünfte Klassen zusammen. Das CG hingegen platzt mit neun fünften Klassen bald aus allen Nähten. Das liegt sicher auch am schulischen Angebot , der Zustand der Schule und die Verunsicherung über die weitere Zukunft, spielen aber garantiert auch eine Rolle. Für mich ist diese Diskussion verantwortungslos und eine Zumutung für die Schulfamilie.
+1 #3 Bürger dieser Stadt 2017-07-05 11:57
Also ich meine, daß dieses Thema doch ein wenig komplexer ist. Natürlich ist Bamberg der zentralste Standort und - bezogen auf den gesamten Landkreis - wohl auch am besten erreichbar. Das ist das Eine. Daneben sollten aber strukturpolitische Erwägungen ebenfalls eine Rolle spielen. Zu einer modernen Strukturpolitik gehört auch, daß größere Städte etwas von ihrer Zentralität abgeben. Dies entlastet, wenn man es mit Bedacht tut, einerseits die Städte und wertet andererseits das Umland auf. Das ist das Andere.
+17 #2 freggerla 2017-07-05 10:57
Ich stelle mal hier den Kommentar des Foristen -Uli1963- aus "infranken.de" ein, damit ist eigentlich alles gesagt:

Der Kreistag bewilligt dem Landrat 30 000 € an Steuergeldern um Folgendes herauszufinden:
1. Gymnasiasten kommen aus allen Teilen des Landkreises
2. In der Mitte des Landkreises - also für alle am günstigsten zu erreichen - liegt die Stadt Bamberg
3. Hallstadt und Memmelsdorf liegen direkt neben Bamberg, sind aber nicht besser zu erreichen für Schüler (außer sie kommen direkt aus Hallstadt oder Memmelsdorf
4. Die am besten ans Verkehrsnetz angebundene Stadt in der Region ist Bamberg
Weder Kreistag noch Landrat scheinen das zu wissen. Oder vielleicht suchen alle nur einen Weg, um möglichst unbeschadet aus diesem absurden Vorschlag herauszukommen? Wer so mit dem Geld anderer umgeht und so wenig von der Materie versteht, sollte abgewählt werden.
+11 #1 B.K.S. 2017-07-05 10:35
Gut so. Man muss auch das im Kommentar gesagte beachten. Normalerweise müßte sich ber der bisherige Standort durchsetzen.

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