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Auf einen guten Tag

 

Man sollte nie aus sich herausgehen, bevor man nicht in sich gegangen ist.
Günther Baruschke, dt. Aphoristiker und Essayist

 

Draußen vor der Tür. Ein neues Erlebnis für Stadtrat W.. In seinen 36 Dienstjahren hatte er noch nicht erlebt, dass ein Stadtratsmitglied draußen vor der Tür warten musste, bis das Kollegium tribunalis drinnen entschieden hat – über ihn. Wegen Geheimnisverrat.

Wenn die Stadträte das nicht merken…

Sie erinnern sich, der berüchtigte Stadtrat W. hatte vor einem halben Jahr ausgeplaudert, dass die Stadt Bamberg vier Amtsleiter in die Spitzenbesoldung A 16 befördert hat > vgl. WeBZet v. 7.4.14. Ungewöhnlich – diese Beförderungen. Nicht ungewöhnlich, dass es nicht öffentlich geschah. Nein, nicht weil wir in Bamberg sind. Eine solche Sache ist zunächst tatsächlich nicht öffentlich. Nach gefasstem Beschluss sollte (?) der Bürger aber ein Recht darauf haben, dass er von solch wichtigen Sachen erfährt. Er bezahlt ja schließlich dafür mit seinen Steuern und Abgaben. Deshalb sieht der Gesetzgeber vor, dass Stellenpläne öffentlich zu machen sind. Irgendwann, könnte man interpretieren. Vielleicht zu Weihnachten?

Aber „irgendwann“ ist natürlich nicht ganz richtig. Sie werden´s nicht glauben, das hätte schon vorher bekannt sein müssen, das mit den beabsichtigten Beförderungen in Spitzenämter. Warum? Im Stellenplan müssen solche besonderen Beförderungen drinstehen und vom Stadtrat als Teil der Haushaltssatzung vorher beschlossen werden. Standen aber nicht drin. Naja, von den Stadträten hat das im konkreten Fall auch keiner gemerkt, weil in den Haushaltsberatungen für 2014 nicht darauf hingewiesen wurde – auf die beabsichtigten Beförderungen. Wenn die Stadträte das nicht merken …

Sein ist die Rache!

Dabei müssten sie doch inzwischen Erfahrungen haben. Manche machen ihren Job schon recht gut: Da kann es schon passieren, dass gleich vier Punkte vom nichtöffentlichen Teil der Sitzung in den öffentlichen verschoben werden, weil einige Aufpasser das verlangen. Querköpfe, Störenfriede! Merken Sie sich, das mag der Herr Oberbürgermeister überhaupt nicht. Sie vermuten, dass im Schutze der Nichtöffentlichkeit z.B. Grundstückschäfte durchgewunken, Spenden bejubelt oder Beförderungen abgenickt werden sollen. Nein! Oder nur zum Teil. Das hat schon alles seine Richtigkeit, wie eben mit diesen Beförderungen. Interessiert doch ohnehin nicht, sagen Sie jetzt. Was sind schon 71 Mio € Personalkosten im Jahr! Bei einer Stadt mit 70.000 Einwohnern! Unser Oberbürgermeister ist halt großzügig. Und sein ist die Rache!

Nun steht er draußen vor der Tür, der Tropf. Und weiß nicht wie ihm geschieht. Er darf kein Wort zu seiner Verteidigung sagen. Ist auf andere angewiesen. Alles nichtöffentlich! Naja, eine Überraschung wird das Ergebnis nicht sein, bei der real existierenden GroKo. Aber irgendjemand wird es ihm schon sagen. Und Sie? Wollen Sie wissen, ob und wie W. verknackt worden ist? Wer wird es Ihnen sagen?

Denn vielleicht ist W. nur der Sack, der statt des Esels geprügelt wird. Und der Esel ist die WeBZet. Denn ohne WeBZet hätte er nicht ausplaudern können. Oh Gott! Achten Sie darauf, dass niemand sieht, dass Sie die WeBZet lesen.

25.10.14 Bilder: WeBZet; Karik.v.Christiane Pfohlmann. Hinweis: Sie können diesen Artikel an eine/n Freund/in, Bekannte/n oder Kollegen/in weiterschicken, wenn Sie das Icon in der Kopfleiste benutzen. Mit der E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! können Sie die WeBZet erreichen. Unmittelbar zu den Artikeln äußern können Sie sich auf Facebook (siehe r.o.) oder mit der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet (s.Impressum).

19 Kommentare 

 

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0 # WeBZet 2019-01-15 08:32
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Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

B 42

Bfennich, Bfenning, Bfenni: Pfennig.
Deä dreed an jeedn Bfennich um. Der dreht einen jeden Pfennig um. (= sehr sparsam, knausrig)
Schaiss auf di boä Bfenning! Scheiß/pfeif auf die paar Pfennige!

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Bfennich|fugsä: Pfennigfuchser, Knauserer 
Deä old Bfennichfugsä nimmd fai aa niggs mied. Der alte Pfennigfuchser nimmt (fai) auch nichts mit (wenn er stirbt).

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Bferde|schdoll: Pferdestall.
Doo riechds wi in an Bferdeschdoll. Da riecht es wie in einem Pferdestall.

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Bfiffä: Pfiffer. Pilze.
Du bisd mä dä a Bfiffä! Du bist mir (dä) vielleicht ein Pfiffer.
Iech möchäd widdä amoll naus di Bfiffä. Ich möchte wieder einmal hinaus zu den Pilzen. (Pilzsammeln)

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Bfiif: gepanschtes Bier, Gesöff
Gee mä fai mid dän Bfiif, eerä sauf i goä niggs! Geh mir (fai) weg mit diesem Gesöff.

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Bfingsd|ogs: Pfingstochse = sehr herausgeputzt
Deä laffd aa immä rum wi a Bfingsdogs. Der läuft auch immer herum wie ein Pfingstochse.

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Bflaadschn: großes, flächiges Stück.
A Bflaadschn Schnidsl woä dä däs! Ein großes Schnitzel war das.

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Bfläädschn: beleidigtes Gesicht od. weinerliches Gesicht
Braugsd goä ka Bfläädschn dsieng! Du brauchst gar kein beleidigtes Gesicht zu ziehen/machen.

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bfläädschn: regnen, weinen.
Äs bfläädschd äs wi. Es regnet wie selten/sehr stark.
Höä auf dsä bfläädschn, sunsd fängsd nu aana! Hör auf zu weinen, sonst fängst/bekommst noch eine Ohrfeige.

Forts.

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