Auf einen guten Tag

 

Solange du nicht Frieden machst mit der Person, die du bist, wirst du niemals zufrieden sein mit dem, was du bist.

Doris Mortman

Sturm hinter den Kulissen! Ein Stadtratsmitglied hatte verraten, dass vier städtische Amtsleiter außergewöhnlich befördert worden waren. „Das muss sanktioniert werden!“, war als ein Schlachtruf zu hören. Was geschieht jetzt?

Nicht ganz astreiner „Geheimnisverrat“

Unter der Überschrift „Wärst halt zur Stadt gegangen!“ berichtete die WeBZet am 7.4.14 über eine Beförderungsaktion im Rathaus der Stadt. In nichtöffentlicher Sitzung war beschlossen worden, dass Amtsleiter bei der Stadt Bamberg in Zukunft das Spitzengehalt A 16 beziehen können. In Bamberg erreichen diese Spitzenbesoldung nur wenige staatliche Beamte: z.B. die Oberstudiendirektoren der großen Gymnasien. Über die neuen Spitzenverdiener selbst wurde in der WeBZet nichts verlautet; einzig der Beförderungsvorgang war thematisiert worden.

Schon bald war klar, dass der Informant Dieter Weinsheimer heißt. Hat der auch nie bestritten. Als dienstältestes Stadtratsmitglied musste er auch wissen, dass der „Geheimnisverrat“ nicht ganz astrein war. Ihm gehe es darum, dass Beschlüsse in den nichtöffentlichen Sitzungen nicht als Verschlusssache gelten können, sagte er zur Begründung. Natürlich habe auch die exorbitante Steigerung bei den städtischen Personalkosten gespielt – auf inzwischen 70 Mio € im Jahr.

Wahrscheinlich wäre die Sache eingeschlafen, wenn Weinsheimer in einem Schreiben an OB Starke nicht eine offensichtlich schwierige Frage gestellt hätte: »„Sehen Sie ein Recht unserer Bürgerschaft zu erfahren, in welcher Gehaltsstufe die Spitzenbeamten ihrer Stadt bezahlt werden?“ Ich bitte um eine baldige Beantwortung dieser Anfrage, die zunächst auch schriftlich sein kann.«

Eine Antwort bekam er nicht.

Bis zu 250 € Ordnungsgeld

Daraufhin wandte sich Weinsheimer an die Regierung von Oberfranken als zuständige Rechtaufsichtsbehörde. Nach sieben Wochen kam Antwort – auf diese offensichtlich schwierige Frage. In einem Dreiseiten-Brief wurde der Sachverhalt juristisch aufgedröselt.

Weinsheimer hat falsch gehandelt, stellte der zuständige Lt. Regierungsdirektor fest: »Ein Stadtratsmitglied ist nicht berechtigt, von sich aus einen nichtöffentlichen Beschluss bekannt zu geben.« Eine eindeutige Antwort auf seine Frage bekam Weinsheimer aber auch diesmal nicht. Allerdings steht in dem Brief zu lesen, dass »natürlich das Recht des einzelnen unbenommen bleibt, sich an die Aufsichtsbehörden zu wenden«. Eigentlich kann damit nur der „einzelne Bürger“ gemeint sein, wenn er zufällig von einem ihn interessierenden Beschluss erfahren sollte. Ein Stadtratsmitglied darf er aber offensichtlich nicht fragen ...

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Weinsheimer grundsätzlich nicht korrekt gehandelt hat. Seine Frage, welche Sanktionen es bei einem „schuldhaften Zuwiderhandeln“ geben könnte, beantwortete der Lt. Regierungsdirektor: im Einzelfall könne ein Ordnungsgeld bis zu 250 € verhängt werden.

Hinweis: Bei Betrachtung mit I-Pad oder Smartphone empfiehlt sich das Breitformat.

12.9.14 Bilder: WeBZet; FT- Christiane Pfohlmann. Hinweis: Sie können diesen Artikel an eine/n Freund/in, Bekannte/n oder Kollegen/in weiterschicken, wenn Sie das Icon in der Kopfleiste benutzen. Mit der E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! können Sie die WeBZet erreichen. Unmittelbar zu den Artikeln äußern können Sie sich auf Facebook (siehe r.o.) oder mit der Kommentarfunktion unten. Es kann bisweilen etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet wird.

10 Kommentare

Kommentare   
0 # WeBZet 2019-01-15 08:34
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Die technischen Möglichkeiten entwickeln sind. Auch die WeBZet wird immer mehr auf Smartphones gelesen und die Leser auf klassischen PCs werden weniger. Von der WeBZet wird verlangt, dass sie sich den Smartphone-Bedingungen anpasst. Zudem wollen viele Nutzer nur noch einen Orientierungsblick auf den aktuellen Leitartikel werfen und andere Beiträge interessieren weniger. Die WeBZet wird also ihr Erscheinungsbild und den Inhalt entsprechend anpassen. Muss halt so sein!

 

 

Bamberchä Deutsch

 

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B 24

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Noo aana Endn köäd a weng Baiwäs. Zu/an eine/r Ente gehört etwas Beifuß.

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bal: bald. fast, beinahe.
Eä woä scho bal doo. Er war schon bald da.

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balaib, bailaib: beileibe. wirklich.
Geesd aa mied? - Iech, bailaib ned. Gehst du auch mit? - Ich, wirklich nicht!

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bälaidichd: beleidigt.
Sägsd wos, is ä bälaidichd. Sagst (du) was, dann ist er beleidigt.

Bälaidichda Läbäwuäschd! Beleidigte Leberwurst (=empfindlich, dünnhäutig)

bälaidichn, bälaidinga: beleidigen.
Du mi fai ned bälaidinga! Tu mich bloß nicht beleidigen!
Bälaidichung: Beleidigung.
Wos du doo sägsd, däs is fai a Bälaidichung. Was du (da) sagst, das ist eine Beleidigung. ("fai" ist meistens nicht übersetzbar, ein mundartspezifisches Füllsel))

Forts.

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