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Das Personal ist knapp. In vielen Städten werden die Aufgaben immer mehr. Mittlerweile gilt das auch in Bamberg. Der städtische Personalsenat beschäftigt sich damit.

Zwei Faktoren gelten im Prinzip überall

Der Personalsenat des Stadtrates tut das nichtöffentlich. Das sieht die Geschäftsordnung so vor. Konkrete 170925Oeff. Dienst Bild verdi2Aussagen werden öffentlich erst wieder im Zuge der Haushaltsberatungen gemacht. In diesem Bericht muss der interessierte Leser deshalb mit einer allgemeinen Beschreibung vorlieb nehmen, die allerdings für viele Städte gilt. Zwei Faktoren gelten im Prinzip überall: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den Ruhestand; die starke Zuwanderung in den vergangenen zwei Jahren bescherte vielen Verwaltungsstellen einen andauernden Aufgabenzuwachs.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schlägt schon länger Alarm. Kurz: In bestimmten Bereichen des öffentlichen Dienstes droht Arbeitskräftemangel.
Drohen demnach lange Schlangen wartender Bürger, zum Beispiel in den Kfz-Zulassungsstellen? Oder verwaiste Schalter in Rathaus-Infotheken? Noch ist es nicht so.
Aber in einigen Bereichen des öffentlichen Dienstes gibt es bereits Engpässe – und soweit soll es auch in Bamberg schon sein.

Die Problematik wurde lange verzögert und verdrängt

Eine aktuelle Studie der namhaften Wirtschaftsberatung Pricewaterhouse-Coopers GmbH 2017 setzt sich mit aller Deutlichkeit mit dem Fachkäftemangel im öffentlichen Dienst auseinander. Kurz zusammengefasst fehlen in den deutschen Rathäusern bis 2030 mehr als 800.000 Arbeitskräfte. Dabei ist der Mangel im öffentlichen Dienst höher als in der Privatwirtschaft. Für die Kommunalpolitik sollten das eigentlich keine neuen Erkenntnisse sein. Personalabbau, Einstellungsstopps und Befristungspraxis haben zu einer Überalterung des öff. Dienstes geführt. Speziell in Bamberg soll eine relativ starke Fluktuation hinzugekommen sein.
Das lange Zögern und Verdrängen der Problematik hat einen tieferen Grund auch darin, weil in der Regel gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht werden. Und: Die kosten Geld und wollen angemessene Arbeitsbereiche und Kompetenzen haben. Auch hier gibt es bisweilen Nachrichten aus Bamberger Dienststellen zu hören.
Vor dieser Kulisse entwickelt sich ein Wettbewerb zwischen den Kommunen, der mitunter groteske Züge annehmen kann. Dabei soll die Stadt Bamberg meistens das Nachsehen gehabt haben.
26.9.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+4 #3 Bürger dieser Stadt 2017-09-27 08:12
#2: Die öffentliche Verwaltung ist (leider) sehr wohl schon im 21. Jahrhundert, was Datenerfassung und -abgleich betrifft. Nur wird es nicht dem Bürger überlassen, seine eigenen Daten selbständig zu pflegen. Vor kurzem hat man z.B. die nicht-digitale Meldebürokratie sogar verschärft. Insbesondere muss hier mindestens eine Person zwingend persönlich antanzen und eine "Vermieterbeschenigung" vorlegen.

Wenn es aber darum geht, die erfaßten Daten in einen zentralen Pool bereitzustellen und an diverse Behörden weiterzugeben und anschließend abzugleichen, wird es plötzlich hochmodern. Das alles läuft dann plötzlich automatisiert. GEZ, Jobcenter, Müllabfuhr, Finanzbehörden, Rentenversicherung, Krankenkasse...alle wollen es ja wissen. Automatisch, versteht sich (zusätzlich auch anlassbezogener Abgleich möglich). Nicht nur Meldedaten, auch Bankkontostammdaten und Anderes werden automatisch von bestimmten Behörden abgerufen und abgeglichen. Es ist politisch nicht gewollt, daß die Bürger mit ihren Daten digital und selbständig haushalten. Es geht um Kontrolle.

Das Personalthema überläßt der zuständige Gesetzgeber dann gerne den Kommunen, versteht sich.
+19 #2 Werner 2017-09-26 11:21
Viele personalintensive Tätigkeiten könnten schon lange automatisiert und digitalisiert werden. Wenn ich da bloß an den üblichen Verwaltungskram wie Wohnsitzummeldung, KFZ-An/Ummeldung oder auch nur diese dumme Gelbe-Säcke-Ausgabe denke! Die Reihe könnte beliebig weitergeführt werden.

Die Technik von heute gibt das her (auch die Legitimations- und Authentifizierungsmaßnahmen zu Wahrung des Datenschutzes).
Die öffentliche Verwaltung mach sich mitunter das Leben selbst schwer und ist in einigen Bereich noch nicht im 21. Jhd. angekommen.
+9 #1 Bürger dieser Stadt 2017-09-26 09:46
Seien wir ehrlich: Die Suche nach Arbeitskräften bezieht sich oft auf stupide (EDV- und Schalter-)Tätigkeiten ohne nennenswerte Kompetenzen, wobei sich zu dieser Stupidität bei hohem Andrang auch Stress dazugesellen kann. Mäßige Bezahlung inbegriffen. Das ist keine schöne Mischung. Natürlich mag da so mancher irgendwann nicht mehr.

In Ebenen mit anständigen Kompetenzen ist der Durchlauf nicht so groß. Da ist die Bezahlung besser, da bleiben die Leute. Problem: Der Flaschenhals wird nach oben immer dünner. Die interessanten Jobs sind rar und langfristig besetzt, also kaum zu bekommen, werden auch selten gesucht (so gut wie nie). Dann bleibt eben nur der uninteressante Rest übrig. Basisarbeit eben.

Stupide Tätigkeiten müßten deutlich besser bezahlt sein.

In machen Großstädten muß man übrigens standardmäßig einen ganzen Vormittag einplanen, wenn man sich mal an- oder ummelden will. Da ist das hier noch paradiesisch.

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