Die Bamberger CSU hat ihren OB-Kandidaten nominiert. Die Delegiertenkonferenz tat das mit großer Mehrheit. Dennoch gibt es innerhalb- und außerhalb der Partei unterschiedliche Meinungen.

Gegen Starke konnte er sich bisher nie durchsetzen

Vor vier Monaten hat sich der Zweite Bürgermeister von Bamberg noch selbst als CSU-Kandidat für die OB-Wahl im März nächsten Jahres ausgerufen. Jetzt wurde Dr. Christian Lange offiziell von seiner Partei nominiert. Das Ergebnis mit 93,6 % von der Delegiertenkonferenz kann sich sehen lassen – zumindest von außen. Wer das Innenleben der Partei einigermaßen kennt, weiß, dass die Nominierung ziemlich umstritten war/ist und das jetzige Ergebnis maßgeblich der Parteidisziplin geschuldet ist – was für eine Kandidatur sicherlich ganz wichtig ist.
"weiter.anders", so lautet Christian Langes Wahlkampf-Slogan. Da wird das eigentliche Problem liegen. Im Falle eines Wahlsiegs will der Kandidat einiges verbessern. Bedauerlicherweise ist kein neues Thema beziehungsweise Zielsetzung dabei. Lange fordert das Baureferat wieder zu verstärken, u.a. damit Wohnraum geschaffen wird. Er spricht von einem Mobilitäts-Konzept, das Autofahrer und Radler gleichermaßen berücksichtigt. Ein neues Referat für Bildung soll die Ganztagesbetreuung und Schulhaussanierung voranbringen. Die freie Kulturszene soll durch ein städtisches Kulturzentrum im ehem. Kesselhaus gestärkt werden, dazu verspricht Lange ein Kultur-Zentrum in der Lagarde-Kaserne. Jedes dieser Themen ist in irgendeiner Weise – meist – von anderen Fraktionen bereits aufgegriffen und von der Stadtspitze bisweilen trickreich abgewehrt worden. Und das ist der eigentliche Schwachpunkt. Während andere politische Gruppierungen davon sprechen können, dass sie die eine oder andere Aufgabe wirklich anpacken wollen, muss sich der bisherige 2. Bürgermeister fragen lassen, warum bisher so wenig passiert ist. Dass Oberbürgermeister Andreas Starke ein mit allen Wassern gewaschener Politiker ist, weiß man; dass sich Lange gegen ihn bisher nie durchsetzen konnte, weiß man auch. Das spricht aber nicht für die wahrscheinliche Amtsführung, wenn der bisherige 2. Bürgermeister tatsächlich Oberbürgermeister sein sollte.

Werden die „Kleinen“ den CSU-Kandidaten mit auf den Schild heben?

In seiner Nominierungsrede sprach Christian Lange davon, Gespräche mit den anderen bürgerlichen Gruppen im Stadtrat führen zu wollen. Er ist davon überzeugt, dass seine inhaltlichen Vorstellungen auch bei diesen positiv gesehen werden. Da hat er sicher recht, stammen seine diversen Forderungen doch auch zum Teil von diesen Fraktionen. Er wird aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass gerade in Bamberg ein recht zersplittertes „bürgerliches Lager“ besteht, das schon wiederholt Versuche abgeschmettert hat, sich zu einer Allianz zusammenzuschließen. Natürlich wäre die OB-Wahl ein guter Anlass für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit; man wird sehen, welche und ob die kleinen Gruppen eine/n OB-Kandidaten/in aufstellen, der/die mehr als Christian Lange zu bieten hat. Und dennoch: Der 2. Bürgermeister von Bamberg hat sich bisher in der großen Rathaus-Koalition so stark arrangiert, dass er nur punktuell mit Unterstützung durch die Kleinen rechnen kann, aber nicht generell auf den Schild gehoben wird.
6.6.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+18 # Baba Yaga 2019-06-06 12:19
Ich sehe nur eine Teflon-Beschichtung, auf der man abrutscht.
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+19 # multiresistent 2019-06-06 12:24
christian lange beherrscht das reden, ohne was zu sagen. vom "machen" sprechen wir dabei noch nicht einmal. dieses arbeitsreiche kapitel umgeht er immer wieder sehr wortreich.

ich hoffe ja immer noch, dass es einen wirklich guten kandidaten gibt. einen vom schlage Peter Gack wäre mein favorit. ;-)
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+4 # Martin 2019-06-06 13:49
Sprecht halt nicht so viel negativ über ihn. Er ist doch ein netter Kerl.
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+6 # supi 2019-06-06 15:32
also bevor sich der andi mit dem leichtgewicht beschäftigt, hat diesen selbst ausgerufenen und ernannten bewerber der huml-clan schon platt gemacht
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+8 # Werner 2019-06-06 17:32
Hm...Dr. Lange...hm...Philosophie...hm....Nö.

Der Slogan „weiter.anders“ könnte auch lauten: „weiter so.anders rum.gleicher Klüngel“. Also: Nö!

Aber dem Bergradler mit seinem Lebrkäsweck und dem Frei-U würde ich mal zuhören.
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+8 # Bergradfahrer 2019-06-07 10:08
Naaa, der ist Kirchengeschichtler. Die akademische vita muss man schon honorieren, wenngleich sie für das Amt wenig bringt.
So schön harmlos und unauthentisch lachen kann ich auch nedd, dafür besteche ich mit Leberkäs und U. Aber solange der aktuelle Amtsinhaber kandidiert, sieht es leider schlecht aus für Newcomer. Da hätte es auch ein etablierter Kandidat wie der authentische und sympathische Gack sehr schwer.

Der Herr Redaktion mag den Verweis nach andernorts nachsehen: Auf der Bamberger Onlinezeitung ist so ein schönes Foto, auf dem der Kandidat irre stolz einen Bleistift präsentiert.

Gegen "weiter.anders" kann ich auch nedd anstinken. Ich würde werben mit:
"Momend! Hald! Überlegn mer erschd amol!"
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+2 # rüpel ralle 2019-06-07 18:41
Vlt hat er ja auch mit seinen echt super Slogan nur gemeint, vorwärts immer, rückwärts nimmer und weder noch Ochs noch Esel halten den Dr. Lange auf
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+13 # Samson 2019-06-06 20:04
Im FT war gestern ein schöner Spruch von Weinsheimer zu lesen: „Starke kann geschlagen werden, aber nicht von Christian Lange.“ Recht hat er. Hoffentlich.
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+6 # cityman 2019-06-06 23:25
Verstehe ich alles nicht. Micky Maus hat doch durch ähnliches Lächeln Erfolg gehabt?
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+12 # Werner 2019-06-07 18:56
Ich muss mich korrigieren: der Slogan ist shice und liest sich für mich wie: „weiter.andreas“. Daher ohne mich, Dr. Lange. Ersparen Sie sich diese Blamage
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+12 # Heiner 2019-06-10 06:56
Naja , groß bewegt hat er nix. Große Taten werden auch nicht folgen, so kann dann der "Andi" gut regieren, was aber auch nicht immer schlecht war! Käme ein Peter Gack dann müssen sich Andi und Gefolge aber warm anziehen, dann iss vorbei mit den internen Spielchen und Verschiebungen, dann bewegt sich auch Felix auf glatten Boden. Wär nicht mal so schlecht der Peter.
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-5 # supi 2019-06-10 18:12
Gack - vom alter ginge es nach dem gemeindewahlgesetz als OB- bewerber
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+4 # multiresistent 2019-06-12 16:50
christian als ob?
träum.weiter ;-)
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