Auf einen guten Tag

 

Solange du nicht Frieden machst mit der Person, die du bist, wirst du niemals zufrieden sein mit dem, was du bist.

Doris Mortman

Glücklich der Bürger_in, der nur noch darüber informiert werden will, was die „Stadtspitze“ von einer bestimmten Idee hält. Die Stadt Bamberg gibt hier großzügig Hilfestellung.

Maßgeblich in nicht-öffentlichen Sitzungen beschlossen

Zugegeben, mittlerweile ist es schwierig geworden, ehrenamtliche Helfer für verschiedene Zwecke zu bekommen. Insbesondere was die Politik anbetrifft. Da ist es günstig, wenn man die Möglichkeit hat, sich qua Amtes entsprechendes Personal zu sichern. Wie so etwas aussieht, kann in Bamberg nachvollzogen werden. Drei Aktionen, die gemeinsam geradezu genial anmuten.
1. Die Stadt Bamberg gibt ihr „Informationsblatt“ Rathausjournal jetzt kostenlos an alle Bamberger Haushalte aus, was schlappe Kosten in Höhe von 160.000 € ausmacht.
2. Aus der bisherigen städtischen Pressestelle mit sieben Beschäftigen wird endlich ein reguläres Presseamt gemacht – ein klingender Name wie zum Beispiel bei Bundesministerien. Dazu braucht man dann auch zehn Beschäftigte, denn der Chef hat etwas zu sagen, und die Beförderungsmöglichkeiten lassen auch mehr Amtsmotivation erwarten. Das ganze Werk soll mehrere hunderttausend Euro kosten, was aber aus o.g. Gründen nicht näher dargelegt werden kann.
3. Damit die Bürger_innen sich auch selbst aktiv um Informationen kümmern können, wird schließlich noch ein „Bürgerlabor“ eingerichtet, dass natürlich auch nur der Bürgerinformation dient. Dort stellen sich die Mitarbeiter des städtischen Amtes für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung“ (so heißt es korrekt) den Bürgerfragen und informieren über die Meinung der Stadtspitze zum Beispiel zu einem Bürgerbegehren bzw. einem Bürgerentscheid.
Leider können die verschiedenen Aktionen nur bedingt beschrieben werden, weil sie maßgeblich in nicht-öffentlichen Sitzungen beschlossen wurden. Und aus die darf bekanntermaßen in Bamberg nur sehr bedingt berichtet werden. Der informierte Leser_in kann sich aber sicher selbst sein Bild machen.

Nur für einen Kandidaten_in sinnvoll, der bereits im Amt sitzt

Was der Bürger wohl weniger bekommen wird ist Unterstützung, wenn er anderer Meinung als die Rathausoberen ist. Die eigentlich moderne und faire Bürgerbeteiligung, deren Zielsetzung es ist, dem Bürger_in zum Finden einer eigenen Haltung oder Meinung zu verhelfen, wird diese/r woanders suchen müssen. Zum Beispiel in Filderstadt in Baden-Württemberg, ein Städtchen, das mittlerweile als Muster für repräsentaive Bürgerbeteiligung gilt. Bürgermeinung ist dort Mehrheits-Meinung aus der Bürgerschaft.

Mit dem Drei-Schritte-Modell der Bamberger Stadtverwaltung erhofft man sich, in Zukunft Bürgerbegehren oder Bürgerentscheide leichter abwehren zu können. Dazu könnte ein weiterer Effekt kommen, der schon bald seine Bewährungsprobe bestehen muss. Wie bereits zu Anfang gesagt, ist es mittlerweile schwierig geworden, ehrenamtliche Helfer für verschiedene Zwecke zu bekommen. Insbesondere was die Politik und die notwendigen Wahlkämpfe anbetrifft. Es könnte eine Wette wert sein, in wie fern die dargestellten Bürger-Einrichtungen der Stadt Bamberg die Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel eines Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt unterstützen und umsetzen werden. Zugegeben, das kann nur für einen Kandidaten_in gelten, der bereits im Amt sitzt. Aber daran wird man in den höheren Amtsstuben der Stadt auch gedacht haben. Wetten!
11.7.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+28 # Bamberger 2019-07-11 09:14
"Aus der bisherigen städtischen Pressestelle mit sieben Beschäftigen wird endlich ein reguläres Presseamt gemacht – ein klingender Name wie zum Beispiel bei Bundesministerien. Dazu braucht man dann auch zehn Beschäftigte, denn der Chef hat etwas zu sagen"

Und ich dachte, die Personalkosten der Stadt sind so hoch. Na sowas. da kann das neue Propaganda...äh Presseamt gleich mal seine Arbeit machen und mir erklären, warum der Finanzreferent erst letzten Monat im Finanzsenat zu folgendem Fazit gekommen ist:

"Zudem ist ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Personalkosten zu legen. Für die Beschäftigten sind aus der Tarifrunde 2018 weitere Anpassungen von durchschnittlich 3,10 % ab 01.04.2019 sowie durchschnittlich 1,10 % ab 01.03.2020 umzusetzen. Für die Beamten kommen voraussichtlich Steigerungen von 3,2 % rückwirkend zum 01.01.2019, weitere 3,2 % zum 01.01.2020 und 1,4 % zum 01.01.2021 auf die Stadt Bamberg zu.

Die Referate und Ämter sind daher nach wie vor aufgefordert, weiterhin äußerst sparsam mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln umzugehen und Mehrausgaben unbedingt zu vermeiden."

Und gleichzeitig werden drei neue Leute für ein völlig sinnbefreites Amt eingestellt. Auf die Erklärung bin ich gespannt.
Antworten | Dem Administrator melden
+12 # Ein Bamberger 2019-07-11 10:50
Die Pflicht, „gendergerecht“ zu formulieren, hat der deutsche Bundesgerichtshof in Karlsruhe verneint.
Antworten | Dem Administrator melden
+26 # Bambergerin 2019-07-11 11:36
Warum nur habe ich den Eindruck, dass hier in Bamberg von gewissen Personen alles mögliche getan wird, um eine gewisse Person im Amt zu halten (und zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Person ins Amt zu hieven?) und außerdem die gesamte Bürgerschaft nach Möglichkeit klein, dumm und vor allem ruhig und gefügig zu halten?

Halten die uns wirklich für so dumm, dass wir das nicht merken?
Antworten | Dem Administrator melden
+14 # Baba Yaga 2019-07-11 12:07
Der finanzielle Aspekt ist das eine. Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit sind nicht nachvollziehbar.

Noch mehr Sorgen mache ich mir aber um das Personal, das hierfür abgestellt werden wird. Eines ist bekannt: Es gibt kaum etwas Schlimmerers, als bei ausgeprägter Präsenzkultur keinen realen Wirkungsbereich zu haben (das bedeutet nämlich qualitative, i.d.R. aber auch quantitative Nichtauslasung und Däumchendrehenmüssen). Das ist - ohne Witz - ein verdammt hohes Gesundheitsrisiko.
Mensch, der sich auf so etwas bewirbt, sollte das bedenken.
Antworten | Dem Administrator melden
+6 # Bergradfahrer 2019-07-11 14:19
Gilt der Aufkleber "Keine Werbung! Keine kostenlosen Zeitungen und Zeitschriften!" auch für das Rathausjournal? Wenn man die Anzahl und Verteilung der sog. "Werbeverweigerer" nicht in Betracht zieht, dürfte man ziemlich überproduzieren. Ist das dann schon grob fahrlässige Verschwendung von Steuergeldern?
Und es entsteht ziemlicher Aufwand, weil ich werde die Stadt ganz sicher abmahnen, wenn trotz Widerspruch eingeworfen wird.
Antworten | Dem Administrator melden
+7 # Werner 2019-07-11 19:49
Schließe mich Ihrer Abmahnung an, will ich auch nicht haben und ebenso ist eine solche Notiz bei meinem Postkasten angebracht.

Habe selbst auch schon einmal WoBla und Stadt&Land abgemahnt und mit Unterlassungsklage gedroht, danach war da Ruhe.
Antworten | Dem Administrator melden
0 # supi 2019-07-11 18:54
leut mit eueren aufklebern trefft ihr nicht die stadt oder die stadtverwaltung, sondern diejenigen die für ein paar euro das blättla austragen, sich was dazu verdienen, zur rente oder zu hartz IV, denkt immer daran, je mehr sich am briefkasten verweigern umso weniger bedürftige haben ein zubrot. also lass es einwerfen und mach dann damit was du willst, aber vernichte nicht kleine arbeitsplätze und kommt mir nicht mit dem umweltschutz, denn die dinger sind längstens gedruckt bevor sie der austräger in die hand bekommt, der hat auch darauf keinen einfluss.
Antworten | Dem Administrator melden
+4 # Patrickus 2019-07-11 19:56
Das beeindruckt mich überhaupt nicht. Nur weil "einige sich ein Zubrot verdienen" wollen oder müssen, akzeptiere ich diese Vermüllung nicht!!!
Antworten | Dem Administrator melden
+1 # Bergradfahrer 2019-07-12 19:01
Doch, Umweltschutz gilt! Denn mit ihrem Argument könnten wir auch wie die Verrückten Pelze kaufen und täglich 2 kg argentinisches Rind essen, weil die Ware ist ja ohnehin schon da. Vielleicht doch mal ein oder zwei Züge voraus denken.
Dass in diesem reichen Land es notwendig ist, solche Jobs zu machen, um nicht am Hungertuch zu nagen, das ist ein Skandal! Die Bosse der Prospektverteilerfirmen, Werbeagenturen und Druckereien sind die einzigen, die profitieren, der Rest wird ausgebeutet. Das muss man nicht unterstützen. Ich hatte auftraggeberseits genug mit diesem Segments des Marketings zu tun, um eine begründete Geringschätzung der Branche zu haben.
Antworten | Dem Administrator melden
0 # rüpel ralle 2019-07-13 18:08
Richtig, nur Mut und mal ganz oben anfangen, da lohnt es sich, aber nicht dem kleinen Austräger den Job vermiesen, das ist immer leicht, da reicht ein Aufkleber am Briefkasten.
Antworten | Dem Administrator melden
+8 # Bürger dieser Stadt 2019-07-13 20:15
Die Stadt soll dann aber bitte mit den Altpapiertonnen nicht so knausern, wenn sie schon so eine Farce veranstaltet. Diese Blätter werden kein Schwein interessieren.

Man weiß doch, daß in Bamberg mit Propagand, (de facto Wahlkampf-)Budgets und Jubelmeldungen nichts zu holen ist.

Im Übrigen kann ich der Befürchtung anschließen, daß für das künftige Personal das Risiko der fehlenden Auslastung besteht. Das ist mittelfristig tatsächlich ein hohes Risiko für die Leute.
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben

 

WeBZet passt sich

Smartphones an

Die technischen Möglichkeiten entwickeln sind. Auch die WeBZet wird immer mehr auf Smartphones gelesen und die Leser auf klassischen PCs werden weniger. Von der WeBZet wird verlangt, dass sie sich den Smartphone-Bedingungen anpasst. Zudem wollen viele Nutzer nur noch einen Orientierungsblick auf den aktuellen Leitartikel werfen und andere Beiträge interessieren weniger. Die WeBZet wird also ihr Erscheinungsbild und den Inhalt entsprechend anpassen. Muss halt so sein!

 

 

Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

B 24

Baiwäs: Beifuß.
Noo aana Endn köäd a weng Baiwäs. Zu/an eine/r Ente gehört etwas Beifuß.

-

bal: bald. fast, beinahe.
Eä woä scho bal doo. Er war schon bald da.

-

balaib, bailaib: beileibe. wirklich.
Geesd aa mied? - Iech, bailaib ned. Gehst du auch mit? - Ich, wirklich nicht!

-

bälaidichd: beleidigt.
Sägsd wos, is ä bälaidichd. Sagst (du) was, dann ist er beleidigt.

Bälaidichda Läbäwuäschd! Beleidigte Leberwurst (=empfindlich, dünnhäutig)

bälaidichn, bälaidinga: beleidigen.
Du mi fai ned bälaidinga! Tu mich bloß nicht beleidigen!
Bälaidichung: Beleidigung.
Wos du doo sägsd, däs is fai a Bälaidichung. Was du (da) sagst, das ist eine Beleidigung. ("fai" ist meistens nicht übersetzbar, ein mundartspezifisches Füllsel))

Forts.

Weiterlesen ...

Die WeBZet hat keine Mitglieder. Die Anzeige ist systembedingt. 7/19-672- 257 Insgesamt 1399051

Aktuell sind 21 Gäste und keine Mitglieder online

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Copyright © 2015.