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Auf einen guten Tag

 

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern als ihr treu zu bleiben.
Friedrich Hebbel

 



 

Was heißt gender-gerecht? Hart wurde im Stadtrat darüber diskutiert, in welcher Weise und in welchem Umfang die geschlechtsneutrale Schreibe im Rathaus übernommen werden soll.

An gendergerechter Sprache kommt man nicht mehr vorbei

Sie kennen das Binnen-I bei BürgerInnen oder das Sternchen bei Bamberger*innen sowie den Unterstrich, auch Gender-Gap genannt, der die Zwei- oder Mehrgeschlechtlichkeit von Menschen kennzeichnet, z.B. Lehrer_innen? Tatsache ist, dass man an gendergerechter Sprache - wie auch immer sie aussieht - heute nicht mehr vorbeikommt. Deshalb hat man sich auch im Bamberger Rathaus Gedanken gemacht, in welcher Weise und in welchem Umfang diese neue Schreibe eingesetzt werden soll. Für die Stadtverwaltung hat die Leiterin der Stabstelle Sozialplanung und –controlling, Gabriele Kepic´, die schwere (und undankbare) Aufgabe übernommen, die Vollversammlung des Stadtrats von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der gendergerechten/ geschlechtsneutralen Sprache zu überzeugen. In ihrem Sitzungsbericht hielt sie fest, dass »man sich gegen bestimmte Verfahren der Umsetzung wenden kann, aber nicht mehr gegen gendergerechte Sprache«.
Für ihre Argumentation orientierte sie sich allerdings an der stets gleichen Basisliteratur und stellte ihre Überzeugung pro „gender-gerecht“ sehr in den Vordergrund.

Gespür für politischen Unfug hat versagt

Das brachte insbesondere Stadtrat Prof. Gerhard Seitz (CSU) auf die Palme. Seine mehr oder weniger auch an Kepic` geäußerte Kritik bekräftigte er unterhaltsam mit zahlreichen – oft zum Lachen reizenden - Beispielen. Er hielt fest, dass die Absicht mehrerer Städte, »für ihren Dienstverkehr die geschlechtergerechte Sprache vorzuschreiben und ihren Bürgern zuzumuten«, abwegig sei. Es würde sich oft um Sprachregelungen handeln, die grammatikalisch zweifelhaft sind und zum Teil gegen amtliche Regelungen der deutschen Rechtschreibung verstoßen. Namens der CSU beantragte Seitz: »Die Stadt Bamberg achtet verstärkt auf die Einhaltung der allgemein gültigen Regeln der deutschen Rechtschreibung und lehnt Formen wie den Genderstern oder das Binnen-I ab.«
In der folgenden Diskussion hielt sich die SPD-Fraktion nahezu vollständig heraus; namens der GAL-Fraktion lobte Wolfgang Grader die Darstellung der Verwaltung und bekannte sich zur gendergerechten Sprache und Schreibung. Deutlich kritischer sah Dieter Weinsheimer (Bamberger Allianz) den Sachverhalt. »Wir haben prinzipiell nichts gegen sinnhafte Genderformen, die aus dem Sprachgebrauch gewachsen sind«, betonte Weinsheimer; ablehnen würde man aber »künstliche Formen«, die aus den Schreibstuben von Aktivisten/innen kämen. OB Starke hielt er vor, dass bei der Absegnung des Sitzungsvortrags dessen »Gespür für politischen Unfug versagt hat«.
Im Abstimmungsverfahren versäumte dann die CSU ihrem eigenen Antrag zu einer Mehrheit zu verhelfen. Einhellig wurde beschlossen, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu bringen, dann aber neben den Pro- die Contra-Argumente nicht zu vergessen.
29.7.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+19 # wunderndeBürger 2019-07-29 10:15
https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991

vielleicht sollte man die Gender-Übertreibungen erst einmal auf deren sprachlichen Korrektheit hin überprüfen? fakt ist, dass man die Linguistik permanent ignoriert, nur um seine Ideologien mit Gewalt durchzusetzen.
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+28 # Bergradfahrer 2019-07-29 13:51
Ich finde diesen Krampf furchtbar! Diese Leute machen eine meiner Lieblingssprachen kaputt.
Man stelle sich die Buddenbrooks in gendergerechter Sprache vor. Ach, aber die sind dem Gendermob wahrscheinlich ohnehin zu chauvinistisch und rückschrittlich.

Es ist mir nie eingängig gewesen, was das genus in der Grammatik mit dem sexus in der Biologie zu tun haben soll. Das muss mal einer bitte erklären.

Und wie sich das anhört, es gibt keine Radfahrer mehr, sondern nur nach Radfahrende. Keine Studenten, sondern nur noch Studierende. Dämlich!
Was wird aus der Radlermaß? Ist das dann eine Radelndenmaß?

Ach, und die seltsamen Gedanken, die einem da kommen:
So dünkt mich der "radfahrende Studierende" stark gefahrengeneigt, weil man beim Radfahren nun absolut keine Fachbücher wälzen oder Hausarbeiten verfassen sollte. Der "kochende Studierende" macht Fettflecken auf die Bücher, der "nasenbohrende Studierende" noch Schlimmeres.

Wie weit geht diese Gendergerechtigkeit, nimmt die auch das Schimpfen mit ein?
Ist die Schreckschraube dann eine Schreckschraubende?
Muss ich die Krampfhenne gerechterweise zum Krampffedervieh umwandeln?
Was wird aus dem Blödmann? Ist der dann ein Blödmensch?

Mir jedenfalls braucht bitte keiner mit diesem Pseudo-Orwellschen Neusprech kommen.
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+18 # Ein Bamberger 2019-07-29 14:00
Die Lachnummer war doch schon die Umbenennung der Bürgerrathauses in Rathaus am ZOB....

https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache/
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+15 # Bergradfahrende*r 2019-07-29 16:47
Darf man echt noch Rathaus sagen? Konsequenterweise sollte es "Ratendenhaus" heißen, um endlich die maskuline Dominanz des "Rats" zu brechen.
Ach, das ist doch lustig. Unterschreiben wir zukünftig nimmer mit Füller, sondern mit Füllenden, an der Tankstelle und im Ausschank dann zur Not mit Kugelschreibenden. Ob Bleistiftende zum Schreiben taugen oder Schwermetall verschenken, ist im Einzelfallenden prüfen.
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+6 # rüpel ralle 2019-07-29 17:26
Ja aber auch diese städtische Lachnummer wird für die Verantwortlichen ohne Konsequenzen bleiben. Das blöde ist halt nur, dass ein Wind leise so im Lande säuselt, wollen wir mal hoffen und alles dafür tun, dass der Wind nicht zum Sturm wird, noch haben wir die Zeit und die Möglichkeit. Nicht dass wir am Schluss nur noch das Schlagen von FLÜGELN hören
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+7 # Clavius1970 2019-07-29 15:12
Liebe*r "Bergradfahrer*in" wie recht Sie doch haben. :-)
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0 # Eisenbahner 2019-07-29 17:29
https://www.youtube.com/watch?v=2Wp_YOOv3QQ
Ja ja, der Link ist über nen Ex-Afd`ler, trotzdem ist es lustig anzuhören ;-)
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+12 # Christina König 2019-07-30 16:23
… bin gespannt, wie die nächste Stadtratssitzung genannt wird. Stadtrat- und Stadträtinnen-Sitzung? Wenn schon
gendergerecht, dann bitte konsequent. Eine Lachnummer ist das allemal. Da amüsieren sich Mensch und Menschin!
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+13 # Werner 2019-07-30 20:59
FÜR WELCH EINE SHICE WIRD HIER EIGENTLICH ZEIT UND GELD VERPLEMPERT?

Hamm‘ die sie nicht mehr alle?
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+8 # Alex 2019-08-02 06:56
Kürzlich erhielt ich ein Schreiben einer Behörde. Umfang drei Seiten = zwei Blatt Papier. Es wäre leichter lesbar und kürzer gewesen, wäre es nicht nicht in "Gendersprache" verfasst worden. Zwei Seiten hätten gereicht, Einsparung somit ein Blatt. Nun können wir mal darüber nachdenken, ob "Gendersprache" auch klimafreundlich ist . :-)
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Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

 B 39
Bedä: Peter.
Bedä hassd a jeedä. Peter heißt ein jeder.

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bedd: bettet.
Wi mä sich bedd, so lichd mä. Wie man sich bettet, so liegt man.

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Bedd, Beddn, Beddä: Bett(en).
Di Beddn muss i aa nuch machn. Die Betten muss ich auch noch machen.
Hoid is schöö, doo ko mä di Beddä naushänga. Heute ist (das Wetter) schön, da kann man die Betten (ins Freie) hängen

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Bedd|badschä: Bettpatscher. Teppichklopfer.
Wad nä, wänn dä Vorrä kummd, grigsd si midn Beddbadschä! Wart nur, wenn dein Vater kommt, kriegst sie mit dem Bettpatscher.

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Bedd|brundsä, Beddsaachä: Schimpfwort. Bettnässer.
Woos willn deä Beddbrundsä doo? Was will denn der ...?

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Bedd|hoofm: Betthafen. Nachttopf.
Früä hod jeedä sain Beddhoofm undän Bedd kobd. Früher hat jede/r seinen/ihren Nachttopf unter dem Bett gehabt.

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Bedd|hubfäla: Süßes vor dem Schlafengehen.
Da, hosd a Beddhubfäla! Da, hast dein Betthüpferla!

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Beddi: Betti, Elisabeth
No, wänns dai Beddi ned waass, donn schdimmds ned. Nein, wenn es deine Betti nicht weiß, dann stimmt´s nicht.

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Bedd|schdäddla: Kinderbett.
Eä schlöffd fai nu in sain Beddschdäddla. Er schläft nun/jetzt in seinem Kinderbett. fai = unübersetzbares Füllsel!

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Bedd|schweän: Bettschwere, bisweilen auch nach Alkoholgenuss. Ermüdung. 
Mai Beddschweän hob i nu long ned. Meine Bettschwere hab ich noch lange nicht.

Forts.

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