Im Vorfeld der OB-Wahl in Bamberg bekommt das Wort „Gegenkandidat/in“ jetzt Sinn. Die 37-jährige Staatsanwältin und Stadträtin Dr. Ursula Redler hat ihre Kandidatur angemeldet.

Manches hätte auch anders und besser gehen können

Die promovierte Juristin kommt aus den Reihen der Bamberger Allianz. Eine politische Gruppe, die sich selbst als „unabhängig, parteifrei und gemeinnützig“ definiert. Bisher hielt die BA sechs Mandate im Stadtrat und zeigte sich oft aufmerksam kritisch bei verschiedenen Vorhaben der Stadtführung. An diese Vorarbeit will jetzt die BA-Stadträtin Dr. Ursula Redler anknüpfen und aufzeigen, dass es auch anders und besser gehen kann. Dabei mangelt es Redler nicht an Selbstbewusstsein. So hält sie dem amtierenden Oberbürgermeister und seiner Rathaus-GroKo vor, der Stadt das Ankerzentrum im Bamberger Osten eingebrockt zu haben. Wohlwissend, dass es sich um ein Abschiebelager handeln würde, habe man für zweifelhafte Geschenke ja zu einer Einrichtung gesagt. Eine dezentrale Unterbringung von „normalen“ Geflüchteten stand damals schon zur Abwägung und wäre auch der bessere Weg gewesen, meint Redler. Die Juristin weiß, wovon sie spricht: Sie war die erste Sprecherin des Ombudsrates für die Aufnahmeeinrichtung (AEO) und hatte tiefe Einblicke in die Probleme des umstrittenen Lagers. Und als Richterin und Staatsanwältin muss sie sich mit den Folgen der Massenunterkunft herumschlagen. »Die Kriminalität in Bamberg ist stark gestiegen.«

Pressestelle dient oft nur der Eigendarstellung und Propaganda

Der Umgang mit korrekter Bürgerinformation ist ein zweiter wesentlicher Punkt der Kritik von Redler an den amtierenden OB. Ein mittlerweile auf zehn Leute angewachsenes Presseamt tut so aus, als wolle man die Bürgerschaft informieren oder ihre Meinung bei Entscheidungen ernst nehmen. Allein schon die Tagespolitik zeige oft, dass diese überdimensionierte Pressestelle oft nur der Eigendarstellung und Propaganda diene. Dabei wird »von Bürgerbeteiligung gesprochen und einseitige Bürgerinformation ist gemeint«, sagt die  BA-Stadträtin mit Blick auf die vergangenen sechs Jahre. Nicht umsonst habe man den Bürgerentscheid MUNA krachend verloren.
Die junge Mutter wirft der Stadtspitze vor, die Bürger aus den Augen verloren zu haben. Es gehe ihr um eine neue Prioritätensetzung in Bamberg. Dazu gehört laut Redler ein entschlossenerer Ausbau der Kita-Kapazitäten, mehr Geld für den ÖPNV, eine Verkehrspolitik ohne Missionierungsanspruch ebenso wie eine neue Ausrichtung der Stadtbau GmbH. Diese habe ihren Zweck, den sozialen Wohnungsbau, lange aus den Augen verloren, meint die Mutter eines zweieinhalbjährigen Kindes.
Auch beim »überbordenden Tourismus« will Redler auf die Bremse treten. Der Tourismus bringe Bamberg als Wirtschaftsfaktor viele Vorteile, sagt sie. »Aber wir wenden uns gegen die Total-Vermarktung unserer Stadt. Bamberg ist auf dem Weg, Charakter und Lebensart zu verlieren.«

Für den Start in den Wahlkampf hat sich die Bamberger Allianz (BA) gut vorbereitet. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich per Internet umfassend informieren. Unter der Adresse www.ursula-redler.de können ein Vorstellungstext nachgelesen, ein Vorstellungsvideo betrachtet und das ausführliche Programm der Kandidatin studiert werden.
Die WeBZet hat zudem den Vorstellungsartikel plus Kommentar des FT Bamberg (12.10.) verlinkt.
13.10.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.