Bambergs Mitte“ will in den Stadtrat! Mit einer seitenhohen Anzeige im FT machte eine neue Gruppierung erstmals auf sich aufmerksam. Aber weder die Idee noch die Inhalte sind neu.

Schon der Name ist abgekupfert

Es wiederholt sich offensichtlich alle sechs Jahre: Bisher gab es zu den Stadtratswahlen immer wieder Mitmenschen, die alles besser machen wollten (und nach der Wahl sang- und klanglos verschwanden) oder zumindest die amtierenden Mandatsträger als unfähig betrachteten. Jetzt kommt die Wahl zum Oberbürgermeisteramt hinzu und damit das gleiche Spiel wie bei der Stadtratswahl. In Bamberg hat sich jetzt eine Gruppe „Bambergs Mitte“ gebildet, die das Beschriebene praktizieren will.
Sollte jemand nur etwas Ahnung von den Aufgaben und Problemen der Bamberger Stadtpolitik haben, dann wird er/sie gleich merken, dass hier vorwiegend Stammtischparolen wiedergegeben werden.
Los geht es mit dem Namen, der vom Bürgerverein Bamberg Mitte (I. Distrikt) schon seit Jahrzehnten gebraucht wird und von einem Verein, der sich seit einigen Jahren um die Entwicklung des Stadtbereichs zwischen Königstraße und Bahnhof bemüht. Beide haben mit der neuen Polit-Gruppierung nichts zu tun. Die Parole der neuen Gruppierung – „Kompetenz statt Partei“ – ist von der Bamberger Allianz (BA) abgekupfert, die diesen Anspruch schon seit Jahren als Definitionsbegriff benutzt (auch im anstehenden Wahlkampf).

Viele schöne Sachen

Die Themen und Inhalte der neuen Gruppierung zeichnen sich wie eigentlich immer dadurch aus, dass man viel fordert und vergisst zu sagen, wie das Gewünschte finanziert werden soll. Man spricht von Bildung für alle, Unterstützung von alteingesessenen Bamberger Betrieben statt Gewerbeansiedlungen auf dem Muna-Gelände, Schaffung eines Regionalen Omnibusbahnhofs und bessere Vernetzung mit der Bahn, Entwicklung einer bedarfsgerechten Mobilität gemeinsam mit dem Landkreis, App für einen leistungsstarken ÖPNV, Investitionsprogramm für Sozialwohnungen, Ausschreibung eines neuen Plärrerplatzes, Glasfaserausbau in jeder Straße oder qualitative Steigerung des Tourismusverkehrs.
Viele schöne Sachen. Dem/ interessierten Bürger/in wohl bekannt. Und es gab und gibt immer schon erfahrene und kompetente Kommunalpolitikern/innen, die sich ständig mit diesen Aufgaben befassen.
Aus Sicht von „Bambergs Mitte“ sind im Bamberger Stadtrat vorwiegend Ja-Sager und Parteisoldaten. Die sind sicher drin und leider werden es auch immer mehr. Aber es ist dem Schreiber dieses Artikels (mit 40 Jahren Erfahrung) kein Fall bekannt, dass aus Kreisen wie sich Bamberg Mitte darstellt, jemals ein anderes Format gekommen wäre.
Zurzeit sucht die neue Gruppierung noch die nötigen Unterschriften, um für Stadtrats- und OB-Wahl antreten zu dürfen. Mindestens 340 Wahlberechtigte müssen per Unterschrift in einer im Rathaus ausliegenden Liste die Kandidatur einer neuen Gruppierung gutheißen. Gelingt dies nicht, wird diese nicht zur Wahl zugelassen.
12.11.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.