Noch fließen die Millionen. Bamberg hat von Berlin die Förderzusage für die Generalsanierung des Rathauses Maxplatz erhalten. OB Starke zeigt seine Prioritätensetzung.

Hat das Amt für Öffentlichkeitsarbeit seine Aufgabe vergessen?

Das wäre eine echte Information gewesen. Aber vielleicht war es aus Sicht des Oberbürgermeisters nicht der richtige Zeitpunkt für das städt. Presseamt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Bamberger FT hat den Vortritt erhalten. Die Absicht, den Triumph des Oberbürgermeisters exklusiv zu halten, ist damit erreicht worden. Es geht um eine gute Nachricht: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat bei seiner Vergabeorgie am 14.11. beschlossen, aus einem Topf von 1, 5 Milliarden € auch ein Projekt in Bamberg zu bezuschussen. Die überraschende Förderzusage macht es möglich, dass die Generalsanierung des Rathauses Maxplatz beschleunigt in Angriff genommen werden kann. Mit 15 Mio € will der Bund das Großprojekt fördern. Damit kann eine Aufgabe angepackt werden, deren Erfüllung bislang in weiter Ferne schien. Wenngleich noch eine Reihe von Fragen beantwortet werden müssen, z.B. welchen Eigenanteil die Stadt Bamberg wird aufbringen müssen. Was wiederum bedeutet, dass die notwendigen Millionen für andere Aufgaben nicht – mehr – zur Verfügung stehen werden etc. etc.

Wenn der Oberbürgermeister von Information und Bürgerbeteiligung spricht …

Es bleibt in der Sache aber eine gute Nachricht. Aktuell bemerkenswert ist wie immer bei solchen Großprojekten wie OB Starke den Sachverhalt angepackt hat. Zunächst hat er nach eigenen Angaben aus erster Hand von seinem Parteigenossen, dem Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz, Mitglied im Haushaltsausschuss, die Nachricht erhalten. Sein Amt für Öffentlichkeitsarbeit hat er bei der Veröffentlichung übergangen, so wie es leicht passieren kann, wenn bestimmte Bürger/innen eine Information nicht oder anders als gewünscht erfahren sollen (vgl. aktuell Moscheenutzung in Bamberg-Nord). Ähnlich kann es aber auch dem Stadtrat ergehen, der auch jetzt in keiner Weise informiert worden war (üblicherweise der Ältestenrat). Der Oberbürgermeister spricht gern von Bürgerbeteiligung, zeigt aber bereits bei notwendig erscheinenden Informationsaufgaben, was ihm wichtig ist: Starke vor allem.
Das Projekt Rathaus Maxplatz plus Hauptwachstraße soll insgesamt 30 Mio € kosten und zwischen 2023 und 2028 verwirklicht werden. Die Notwendigkeit der Sanierung ist den Rathausverantwortlichen schon lange klar. Insonderheit die Beheizung oder Klimatisierung des Rathauses kostet jedes Jahr ein Vermögen. Viele Mitarbeiter müssen wechselweise mit zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen hinter den alten Mauern leben, weil die notwendige Technik nicht gegeben ist, und auch die undichten Fenster ihre Aufgabe nicht mehr gerecht werden. Der Handlungsbedarf ist unbestritten.
15.11.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.