Umfragen in Bamberg! Im Zusammenhang mit der Stadt! Da ist Vorsicht geboten! Auch bei der neuesten Umfrage zur anstehenden Kommunalwahl lohnt es sich, besonders das Kleingedruckte zu lesen.

Grüne sollen stärkste Partei im Stadtrat werden

Der Schreiber dieses WeBZet-Artikels wurde schon vor gut drei Wochen auf die Ergebnisse einer Umfrage aufmerksam gemacht. Sie sollte angeblich schon nach wenigen Tagen erscheinen und ein eindeutiges Ergebnis signalisieren. Es hat trotzdem noch rd. drei Wochen gedauert, bis die Ergebnisse den richtigen Sinn ergaben. Die Umfrage habe ergeben, so schreibt der FT (29.2.), dass Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) 48 Prozent erhalte und mit deutlichem Vorsprung vor den Herausforderern Christian Lange (CSU) und Jonas Glüsenkamp (Grüne) mit je 17 Prozent rangiere. Unter den weiteren Kandidaten (zusammen 18 Prozent) ragt in der Umfrage noch Ursula Redler (BA) heraus, die auf Platz vier landen könnte.
Bei der Stadtratswahl ist es möglich, dass die CSU von den Grünen als stärkste Fraktion abgelöst wird. Diese könnten sich mit rd. 25 Prozent vor der bisher stärksten Partei im Stadtrat, der CSU mit knapp 23 Prozent platzieren. Die SPD kommt laut der Umfrage nur noch auf 18 Prozent und damit auf Platz 3.
Durch die große Anzahl von 14 Listen wird der neuen Stadtrat wahrscheinlich sehr zersplittert sein. Laut der Umfrage liegt der Bürgerblock mit 6 Prozent vor BA, BUB und FW (je 5 Prozent). Die übrigen 13 Prozent verteilen sich auf die anderen Gruppierungen wie FDP, die Bamberger Linke, die AfD, Bambergs Mitte, Volt, die ÖDP und „die Partei“. Wer letztlich mit wie vielen Sitzen in den Stadtrat einzieht ist nicht sicher vorhersagbar. Die AfD wird aber wohl auch mit mindestens einem Sitz vertreten sein.

Umfrage per online und per Telefon

Umfragen waren schon immer eine besondere Angelegenheit bei Starke-Wahlen. Schon bei seiner ersten Kandidatur gegen den damaligen Sieger Herbert Lauer agierte die Starke-Truppe mit einer Umfrage, die sich dann als wenig präzise erwies.
Auch die jetzt vom Pragma-lnstitut an der Uni Bamberg im Auftrag des Fränkischen Tags durchgeführte Befragung provoziert zum Nachdenken. So sind laut der kleingedruckten Angabe im Zeitraum von 30. Januar bis 17. Februar insgesamt 282 Stimmberechtigte in der Stadt Bamberg befragt worden, wen sie bei der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl am 15. Marz wählen würden. Die überschaubare Umfrage wurde online (!) und per Telefon (!) durchgeführt (Mix-Mode-Befragung).
Der FT räumt im Kleingedruckten selber ein, dass „die Befragung noch vor der heißen Wahlkampfphase durchgeführt wurde, bevor also die Plakate aufgehängt wurden“. Plakate gelten - obwohl es viele Bürger anders sehen wollen, als das wichtigste Kampagnenmedium zum Bekanntwerden eines/r Kandidat/in. Im Kleingedruckten wird auch darauf hingewiesen, dass sich bei den 0,5 Prozent Befragten von rd. 55.000 Wählern/innen satte 35 Prozent noch als unentschlossenen outeten. Abweichungen im tatsächlichen Wahlausgang sind also möglich.
29.2.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare.