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Auf einen guten Tag

 

Man darf nie dem kleineren Übel die Tür öffnen: Denn hinter ihm werden sich stets viele andere und größere einschleichen.
Baltasar Gracián y Morales, span. Schriftsteller

 



 

Das Ergebnis der Kommunalwahl in Bamberg war geprägt von ungewöhnlich vielen OB-Kandidaten und noch mehr Gruppierungen, die sich um Stadtratsmandate bewarben.

Starke und Glüsenkamp in der Stichwahl am 29. März

Die Wahl zum Oberbürgermeisteramt und in den Stadtrat wurden von der Schlagzeile „Corona“ ziemlich verdrängt. Andererseits kam jede/r interessierte Bürger/in im Internet den Ergebnis-Verlauf verfolgen. So konnte man auch feststellen, dass z.B. die Auszählung der Stadtratswahl gut eineinhalb Tage dauerte. Die Ergebnisse waren in erster Linie von dem zersplitterten Bewerberangebot geprägt. Zehn OB-Kandidaten standen zur Wahl und 14 Parteien und Gruppierungen bewarben sich um die 44 Stadtratsmandate.
Beim Ergebnis des nunmehr ersten Durchgangs zur OB-Wahl fiel am deutlichsten der Widerspruch zwischen den realen Zahlen und den Zahlen einer – angeblichen – Umfrage einige Wochen vor der Wahl auf. 48 % der Wahlberechtigten sollen sich für die Wahl des amtierenden OB Andreas Starke ausgesprochen haben. Tatsächlich hat er dann am Wahltag rd. 36 % erhalten. Zweiter wurde nicht der amtierende zweite Bürgermeister, Dr. Christian Lange (CSU) mit 21,8 %, sondern der Bewerber für GRÜNES BAMBERG, Jonas Glüsenkamp, der 24,6 % erhielt. Damit müssen Starke und Glüsenkamp am Sonntag, den 29. März zu einer Stichwahl antreten. Die erste Frau hinter den drei Männern war Dr. Ursula Redler mit rd. 7 %. Ihr folgte Daniela Reinfelder (BuB) mit 2,5 %; die weiteren Kandidaten mussten sich allesamt mit um die 2 % zufriedengeben.

Bildung von Fraktionen wird nicht leicht sein

Die Stadtratswahl spiegelte die Zersplitterung der politischen Landschaft ganz besonders. Allein das Auszählen dauerte ungewöhnlich lange. Das Ergebnis war entsprechend komplex. Dabei muss man wissen, dass ein Stadtratsmitglied ohne einer Fraktion anzugehören (mind. drei Mitglieder) praktisch wirkungslos bleibt. Das abschließende Ergebnis zeigte starke Verschiebungen zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Insbesondere der Zuwachs bei den Grünen um vier Mitglieder, zwei Stadträte für die AfD sowie der Einzug von fünf (!) neuen Gruppen wirkte sich aus. Den größten Verlust mit zusammen fünf Stadträten weniger erlitten SPD und CSU; andere Kleingruppierungen mussten sich mit den Neuen die Stadtratsmandate teilen. Das Ergebnis entsprechend: (orange=neue StR-Mitglieder)

CSU (10): Dr. Lange Christian, Xie You, Rudel Anne, Niedermaier Anna, Prof. Dr. Seitz Gerhard, Neller Peter, Kalb Michael, Dechant Andreas, Kuhn Stefan, Dr. Heller Franz-Wilhelm
GRÜNE (12): Glüsenkamp Jonas, Einwag Karin, Hader Christian, Kurz Stefan, Grader Wolfgang, Pruchnow Tamara, Sänger Ulrike, Sowa Ursula, Pfadenhauer Leonie, Schmitt Michael, Mamerow Vera, Eichenseher Andreas,
FW (1): John Claudia
AFD (2): Köhler Armin, Schiffers Jan
SPD (7): Starke Andreas, Martins-Niedermaier Sebastian, Metzner Wolfgang, Kuntke Heinz, Stieringer Klaus, Eichhorn Ingeborg, Holland Felix
FDP (1): Pöhner Martin
BBB (2): Tscherner Norbert, Triffo Andreas
BuB (1): Reinfelder Daniela
BaLi (2): Schwimmbeck Heinrich, Kettner Stephan
BA (2): Dr. Redler Ursula, Eichfelder Hans-Jürgen
Bbgs Mitte (1): Weichlein Jürgen
PARTEI (1): Dörner Fabian
ÖDP (1): Büchner Lucas
Volt (1): Dr. Brünker Hans-Günter

Wie es jetzt mit Entwicklung von Machtkonstellationen weitergeht, kann schlecht vorausgesagt werden. Zunächst wird es um die Bildung von Fraktionen gehen; was bei so vielen zum Teil sehr unterschiedlichen Gruppierungen nicht leicht sein wird.
Ziemlich gewiss lässt sich das Ergebnis der Stichwahl zur OB-Wahl voraussagen. Angesichts der Gliederung im Stadtrat wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Amtsinhaber gewinnen.
17.3.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare (r. Spalte u.).

Kommentare   
+26 # Bambergerin 2020-03-17 19:46
Ich hoffe, dass der letzte Satz sich als nicht zutreffend erweist. Starke muss weg und das Ergebnis der Stadtratswahl zeigt, dass sich doch so einige Wähler eine andere Politik wünschen.
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+11 # Bergradfahrer 2020-03-18 08:08
Genau, da ist eher der Wunsch Vater des Gedanken, wenn man Starke von vorne herein den Sieg zuspricht.
Jetzt ist die Chance mal etwas zu ändern.
Man kann Starke und der GroKo im Rathaus so manches vorwerfen, aber mit Sicherheit nicht, dass sie einen guten Job gemacht haben.
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+14 # gablmann 2020-03-17 21:11
Wenn der Amtsinhaber sowieso gewinnt, braucht man ihn ja nicht wählen.
Wer gar nicht wählt, wählt Starke.
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+26 # Alfred E. Neumann 2020-03-17 21:55
"Angesichts der Gliederung im Stadtrat wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Amtsinhaber gewinnen."

Wirklich?

Beim direkten Vergleich der erhaltenen Einzelstimmen der Kandidaten liegen beide nahezu gleichauf.

Glüsenkamp 20803 Stimmen
Starke 20531Stimmen

Daraus schließe ich: Es ist alles drin!
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+13 # Werner 2020-03-18 09:07
hm, da ich den Starke nicht will, würde er vlt. trotzdem gewinnen, wenn ich nicht wähle oder eine ungültige Stimme abgebe. Ergo muss ich Glüsenkamp wählen, um Starke zu verhindern. Einen Grünen zu wählen sträubt sich bei mir alles. Anderenfalls scheint der Glüso ein netter Kerl zu sein und gewissermaßen "unverbraucht", da allerdings hab ich was wieder gegen den Pöstchenhascher Hader und damit rückt der Verbotsstaat wieder ein Stück näher. Nun, wie man es macht ist es vielleicht falsch. Aber geben wir dem Neigschlaafdn halt mal eine Chance, nun nicht immer nur zu fordern, sondern auch mal was zu leisten und zu liefern. Wir werden schon sehen;
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0 # gablmann 2020-03-18 12:59
@Werner
gut beschrieben, genau so ist es.
Wer etwas ändern will MUSS den Glüsi wählen. Auch wenns verdammt schwer fällt.
Bei den Mehrheitsverhältnissen wird er sich schwer tun "nur Grüne Politik" durchzusetzen.
Aber aufgemerkt: Den haben wir dann wahrscheinlich 12 Jahre an der Backe. Starke nur noch 6.
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+1 # Bergradfahrer 2020-03-20 09:24
Man sollte Glüsenkamp, glaube ich, nicht an den verrückten, bunten Streifen auf der Straße messen. Die hat, wenn ich mich recht entsinne ja auch der OB Starke malen lassen. Und das als Ergebnis eines wunderbar macchiavellistischen Schachzugs, bei dem er den Radentscheid über den Tisch gezogen und für sich vereinnahmt hat.
Oder die ganze Hochglanz-Propagandamaschine und die alles überdröhnende Eventkultur.
Jetzt mal im Ernst, ist das ein politischer Stil, den man will?

Ich glaube auch nicht, dass Bamberg eine "Verbotsstadt" wird. Die Innenstadt zum Wohl der Lebens- und Aufenthaltsqualität für den Durchgangsverkehr zu sperren, ist längst überflüssig und passiert mit Starke wohl nie, denn der opfert lieber die Bewohner.
Es ist das Votum der Bewohner, das sich in der Klatsche für die verkehrsmäßig Konservativen widerspiegelt. War eigentlich klar, dass die CSU, BA und dergleichen mit ihrer Verkehrspolitik bei den Bewohnern der Innenstadt keinen Blumentopf gewinnen...ok, denen halt nicht. ;-)
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+10 # Bamberger 2020-03-18 09:08
In der Zeit des Nachdenkens über dieses Wahlergebnis, sollten vor allem die Splittergruppierungen sich die Frage stellen, weshalb die Leute sie nicht mehr gewählt haben. Ich hoffe es werden die richtigen Schlüsse gezogen.

Man schaue sich nur mal die Positionierung bei den eineinhalb Bürgerentscheiden an. Nahezu alle haben abgenickt, was da von Verwaltung und GroKo vorgegeben wurde. Alle beteiligen sich "fleißig" daran, nur nicht das Umzusetzen was man mit der Übernahme des Radentscheides eigentlich vorgab umsetzen zu wollen.

Wenn man sich so hinter der CSU und SPD versteckt, muss man sich nicht wundern wenn man zusammen mit ihnen abgestraft wird.

Der grüne Wahlerfolg ist nicht überraschend. Er ist folgerichtig. Denn es gibt keine wählbare Alternative, wenn man dieses "weiter so" in der Verkehrspolitik nicht mehr möchte.

Das erfreulichste Ergebnis, neben dam Abschneiden der Grünen, finde ich, dass die AfD weit unter dem Ergebnis bei Landtags und Europawahl geblieben ist und keine Fraktionsstärke erreicht. Und das trotz der besonderen Situation in Bamberg mit der AEO. Trotzdem wählen natürlich immernoch viel zu viele Leute diese Partei.

Gleich dahinter, das Abscheiden der "Ein-Themen-Gruppierungen": Gaustadt und Wolfsschlucht. Schade, dass Herr Cuno nicht noch am Ende auf Platz 1 seiner Gruppierung erreicht hat. Das wäre wirklich zu lustig gewesen.
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+9 # Eisenbahner 2020-03-18 10:06
Schlimm, wenn man nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera hat.....
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+12 # Heiner 2020-03-18 20:18
Gewünscht hätte ich mir die Ursula. ganz klar. Jetzt wird's eng , der Oberandi hat gute Kontakte ect. weiß zu vermitteln um Mehrheiten zu schaffen, er ist raffiniert. Der Neue "Glüsi" ist frisch unverbraucht und hoffentlich offen für alles, nicht nur grünes Zeugs. Könnten wir 6 Jahre mit ihm aushalten ? Ganz alleine kann er ja fast nix machen eine Mehrheit braucht er ja, die aber wird er nicht immer haben. Also auf geht's zu ein bisschen Umdenken.
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+5 # Baba Yaga 2020-03-19 11:15
Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, ein Umdenken und neue Prioritäten zu unterstützen.
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+6 # McFly 2020-03-19 15:56
Die Frage ist nicht zwischen Pest und Cholera...es ist die Frage: 6 Jahre Starke mit vermutlich einem neuen grünen Partner bzw. mit einer extrem starken grünen Opposition (beides besser als Groko) oder mind. 12 Jahre grün. Weil wenn Glüsenkamp mal im Amt ist, wird er in 6 Jahren nicht rauszuwählen zu sein... (Stichwort Amtsinhaberbonus und Mobilisierung der Grünen) zumal dafür sind die Alternativen aus CSU/SPD zu schwach und die bürgerliche Mitte zu zersplittert und uneins sind...

Muss und darf aber jeder selbst entscheiden aber das obige Zitat, dass der Amtsinhaber vermutlich gewinnen wird halte ich für genauso falsch und fahrlässig wie die Prognosen des FT´s von vor zwei Wochen!
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+4 # Eisenbahner 2020-03-19 20:53
Also doch Pest oder Cholera!
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+3 # Mc Fly 2020-03-20 08:54
SPD + Grüne unter Starke als OB wäre der Mittelweg....keine Pest aber grippeähnliche Symptome (Schweiß, Schmerzen und Fieberkrämpfe) könnten in den 6 folgenden Jahren dann aber durchaus öfters vorkommen
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0 # supi 2020-03-22 14:52
nun die stichwahl wird bedingt durch die briefwahl mit einer sonstigen wahl nicht unbedingt vergleichbar sein, also hier wird es erhebliche verschiebungen geben und ein SPD-OB ok und ein GRÜNER OB wird uns nicht umbringen, vor allem weil man dann mal FARBE bekennen und zeigen muss, was man auf dem kasten hat
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