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Super! Die Gemälde von dem Bayerlein, diesem Nazi, kommen weg. Solang ich denken kann, wird diskutiert. Jahrzehntelang schon. Länger ziehen sich in Bamberg nur Genehmigungsverfahren von Moscheen. Spaß.

Hätte man nicht eine Kamelfelldecke drum rumwickeln können

Man kann mir nun wissenschaftlich vorschwurbeln, warum sie hier nicht, dafür woanders hängen dürfen und sollen. Mir ist der Kontext, in dem man Bilder sehen muss, sowas von wurscht. Ich bin ein einfacher Kleinstadtkabarettist. ich muss den großspurigen, akademischen Ausführungen am Ende nicht folgen können. Ist alles egal. Aber ich mag kein Gemälde von einem Nazi da hängen haben, wo demokratische Entscheidungen gefällt werden oder wo geheiratet wird. Wenn die Bilder dort hängen, weil sich der Maler nazitreu an damalige Entscheidungsträger angewanzt hatte, hätten die Dinger schon längst wieder verschwinden müssen. Dafür brauch ich auch niemanden, der mir das wissenschaftlich von drei Seiten erklärt. Punkt.

Ewig schon wird über die Gemälde diskutiert, weil wohl irgendjemand halt mal angefangen hat, über die Bilder zu diskutieren. Hätte sie der Stellvertreter vom Hausmeister einfach ohne zu fragen abgehängt, eine Kamelfelldecke drum rumgewickelt und sie auf dem Dachboden vom irgendeinem Alt-Oberbürgermeister versteckt, wären sie auch weg gewesen. Kurz hätte man sich gewundert, aber nachgeweint hätte den Gemälden niemand. Wahrscheinlich hätte der FT nicht mal berichtet. Hätte man es vor der Sommerpause des Stadtrats gemacht, die Zeit bis zur nächsten Sitzung hätte das Erinnerungsvermögen manches Stadtrats ziemlich herausgefordert: „Irgendwoss is annersch. Hmm. Hod der OB a neua Frisuur?!“ – Kurzum: Wahrscheinlich wäre es niemandem aufgefallen.

Was ich nicht versteh, ist, mit welcher Leidenschaft und mit welcher Ausdauer man über diese Gemälde diskutieren konnte. Wir reden über Fritz Bayerlein, nicht über Picasso. Der Typ war nicht mal ein Provinzmaler. Der hat nicht mal einen Wikipedia-Eintrag. Der Typ ist kunsthistorisch, das kann sogar ich als unstudierter Kleinstadtkabarettist beurteilen, nicht mal so bedeutend wie der Typ, der nachts nach einem Maxplatzevent von außen ans Rathaus pinkelt. Trotzdem wurde jahrelang diskutiert, der Name Fritz Bayerlein wurde dadurch überhaupt erst bekannt, es wurde nur dank der Diskussionen zu einem Politikum.
Allerdings nicht bekannt genug. Sonst wäre es vielleichtauch jemandem ausreichend komisch vorgekommen, dass es eine passende Straße zum Maler gibt. Und man hätte sich noch 10 Minuten Zeit genommen, um zu diskutieren, ob der Fritz-Bayerlein-Weg wirklich weiterhin so heißen darf; jetzt, wo wir den Namen doch alle kennen. Wenn es den Stadträten - dankbar und glücklich, dass sie, wenn auch nicht mehr über Finanzmittel, aber immerhin über vier Rathausgemälde debattieren und entscheiden durften - nur darum ging, möglichst schnell und wenigstens eine Erfolgsmeldung aus einer ansonsten eher ernüchternden Sitzung herauszupressen, die man dem Wähler als Erfolg und großen Wurf verkaufen kann nach so vielen Jahren der wirren Diskussion, so bleibt der fade Beigeschmack der Symbolpolitik. „Der Beginn einer neuen Politik!“ sagen sie. – Gelaber! – „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ sag ich. – Wenn man das Gemälde abhängt und die Straße im Südwesten Bambergs nicht umbenennt, ist das genauso wie feierlich das eigene Rathaus zu sanieren und die Schulklos im Bamberger Norden verschimmeln zu lassen. Und genau das nennt man eben Symbolpolitik. Symbolpolitik auf dem Rücken längst überfälliger Entscheidungen und viel zu hoch gehoben. s.a. https://www.facebook.com/jeedndoochabloedafrooch/
24.7.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+7 # Heiner 2020-07-24 13:20
Bayerlein....
Mal was zum schmunzeln.

Herr Weinheimer könnte doch mal ausrechnen:
Wie lange wird schon darüber gesprochen : Stunden?
Wie viele Stadträte , M,W, D, waren beteiligt?
Wieviel Sitzungsgeld bekamen die Herren und Damen in der Zeit?
Wieviel bekamen die Angestellten der Stadt?
Wie hoch war die Belastung der Bürger über diesen Unsinn zu reden ?
Also Späßchen Herr Weinsheimer, Monney for Nothing.
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+5 # CFRA2 2020-07-24 15:42
Und welchen Erkenntnisgewinn sollen wir dadurch erreichen?
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-21 # Gerd Rudel 2020-07-24 15:10
Wahrscheinlich ist der Kleinstadt-Kasper dafür ja wirklich noch zu jung. Aber die Diskussion um den F.B-Weg gab es natürlich auch schon, Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Noch zu Röhners Zeiten!
Damals gab es die Anregung/den Antrag (des VVN, wenn ich mich richtig erinnere - es ist ja wirklich schon lange her...), diesen Weg in Kurt-Eisner-Weg umzubenennen. Die Diskussion war unsäglich, v.a. der damalige OB offenbarte unglaubliche historische Wissenslücken. Das Ansinnen wurde - natürlich (!?) - mehrheitlich abgeschmettert.
Es spricht aber - ebenso natürlich - überhaupt nichts dagegen, diesen Fehler endlich zu berichtigen...
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+11 # supi 2020-07-24 15:51
konsequent wäre die umbenennung der strasse, aber sie wird nicht kommen, was müsste man da alles sonst noch ändern, das super adressbuch der stadt bamberg, telefonbucheinträge, briefköpfe, visitenkarten, anschriften usw nein mein lieber Herr Gerd Rudel das kostet alles zeit, geld und mühe, da belassen wir es schon mal schön bei der kostenloesn symbolik und hängen den plunder von der wand ab und gut ist es, aber bloss keine spätere pädagogische aufarbeitung der bilder, das braucht der bamberger bürger nicht, der weiss schon ganz genau was kitsch ist.
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+11 # Werner 2020-07-24 21:04
Humor ist, wenn man trotzdem lacht, aber das scheint Ihnen ja nicht zu liegen. Liegt halt in der Natur (grmpf) der Sache und Ideologie.

Aber mal was anderes: was hat den dieser Bayerlein aka Schmierfink eigentlich gesagt? Ich finde nichts darüber. Vielleicht kann irgendwer das mal belegen.
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-14 # Gerd Rudel 2020-07-25 10:35
Auch wenn das offenbar nicht für jeden begreifbar zu sein scheint: Mir ging es nicht um den "Humor" (ehrlich gesagt: ich habe schon Witzigers von ihm gelesen...), sondern um eine Tatsachenbehauptung. Oder vorsichtiger ausgedrückt: um eine Wissenslücke, die sich in seinem Text zeigte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. ;-)
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+14 # Mary 2020-07-27 12:07
Ich kann keine Wissenslücke erkennen. Fakt ist doch, dass der Stadtrat nur über das Bild, nicht aber über die Straße gesprochen hat. Es ist schon davon auszugehen, dass der Stadtrat das nicht auf dem Schirm hatte.

Mit dem alten GAZ-Ausschnitt, den Herrnleben ausgekramt hat, zum Thema Siebenhaar-Postengeschachere, scheint er sich nicht allzu beliebt gemacht zu haben bei den Grünen. :-)
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+13 # Bernhard Zylka 2020-07-25 10:21
Sehr geehrter Herr Rudel, das mit dem "Kleinstadt-Kasper" hätten sie sich sparen können. Das ist einfach nur beleidigend. Aber sie hätten ihren Grünen ja auch mal einen Hinweis auf den Straßennamen geben können. Die sind ja auch größtenteils zu jung und außderdem teilweise auch nicht aus Bamberg und können das ja gar nicht wissen.
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-16 # GodFather 2020-07-25 10:22
Wenn der "Kleinstadt-Kasper" das Thema nochmal mit seinem Senf würzt obwohl es ihm schon zu hoch gehoben ist - das Paradox ist überdeutlich.
Jetzt wo kein Geld da ist kann man doch wunderbar über diese Sache nochmal diskutieren. Raus mit dem Miefbild, versteigern zugunsten der Stadtkasse, oder noch besser: zum Erwerb eines neuen Gemäldes aus dem Werk der von der Corona-Krise gebeutelten jungen Künstler aus unserer Region. Vielleicht gibts noch mehr Schinken die man mal lüften müsste.
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+22 # Frank Reich 2020-07-25 13:26
....neue Gemälde von jungen Künstlern aus unserer Region ? Ja, dies hört sich sicherlich vernünftig an. Fairerweise müsste man dann aber diese Künstler vor Auftragsvergabe nach deren politischen Einstellung befragen, nicht dass da wieder plötzlich jemand malt, der sich später dann als NS-Sympathisant oder Mao-Freund entpuppt. Tja, ....und dann hätten wir das Problem: Auftragsvergabe künftig nur nach politischer Gesinnungsprüfung oder Parteibuch ? Das hatten wir bereits 1933 - 1945, bzw. 1945 - 1989. Oder wir machen es so, wie beispielsweise der 1970 verstorbene Maler Rudolf Bergander. Bis 1945 NSDAP-Mitglied, danach Mitglied der SED.
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+7 # Hansi 2020-07-29 08:14
Ich finde auch, eine alte Banane an die Wand kleben und dafür 100.000 EUR zahlen würde bestens zu unserem neuen Stadtrat passen!
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+13 # Mary 2020-07-24 23:42
Eine Herrnleben-Glosse ist eine Herrnleben-Glosse! Unverkennbar! Schön, dass seine Kommentare hier veröffentlicht werden können!
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+16 # mireille 2020-07-26 15:11
Ich wundere mich immer wieder über soviel Dummheit und verschwendete Zeit. Wir reden hier über ein, zugegeben , häßliches Bild. Na und? Geschmacklose Kunstwerke stehen doch inzwischen genug in Bamberg rum. Hat da mal jemand die Gesinnung der "Künstler" hinterfragt??Haben wir keine anderen Probleme? Was für Blödsinn fällt denen als nächstes ein? Ich habe bereits ein Schleudertrauma vom vielen Kopfschütteln.
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+23 # kwz 2020-07-26 17:31
Das sehe ich genau so. Der Stadtrat sollte sich erst Mal um die drängensten Probleme vor Ort kümmern, sind gar nicht so wenige. Bilder an Wänden gehören bestimmt nicht dazu. Aber da bin ich nach gut fast 3 Monaten schon etwas enttäuscht, um nicht zu sagen ernüchtert und ich glaube nicht, dass sich dies in der verbleibenden Zeit noch ändern wird. Die Leute, welche nun im Stadtrat sitzen, sind zu pragmatischen Lösungen wohl nicht im Stande, sie sind ihrer Ideologie verhaftet.
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