Auf einen guten Tag

 

Die Liebe stirbt meist an den kleinen Fehlern, die man am Anfang so entzückend fand.
Unbekannt

Die Personalkosten machen der Stadt Probleme. Hohe Kosten und fehlendes Personal. Stadtrat und Stadtverwaltung liegen indes im Clinch über die Frage, wer das Sagen hat.

Kosten sind mittlerweile bei rd. 80 Mio € angelangt

Der Kernbegriff heißt Personalkosten-Konsolidierung. Ein Grundsatzbeschluss zu dieser wichtigen Aufgabe wurde bereits 2014 gefasst. Die Stadtverwaltung pochte im Zuge dieser Aufgabe auf eine strikte Haushaltsdisziplin, die Jahr für Jahr dem Stadtrat bei der Haushaltsgestaltung abverlangt wurde. Sachlich begründet ist diese Disziplin damit, weil die Personalkostenentwicklung der größte Ausgabenblock des städt. Verwaltungshaushalts ist. Diese Kosten sind mittlerweile bei rd. 80 Mio € angelangt, und es muss weiter mit jährlichen Steigerungen um jeweils bis zu fünf Prozent gerechnet werden.
Beim städt. Verwaltungspersonal hat sich dennoch viel Unzufriedenheit und Ärger angestaut. Wie zu hören ist, soll die Fluktuation beim städt. Personal eine der unerfreulichen Auswirkungen sein. Für viele Beschäftigte sei die Stadt Bamberg ein unattraktiver Arbeitgeber.

Mit einer Stimme Vorsprung gegen den Willen der Verwaltung

Auch den Stadtratsfraktionen ist diese Unzufriedenheit zugetragen worden. Bereits im vergangenen Jahr hat die BA-Fraktion in einem Schreiben an Oberbürgermeister Andreas Starke auf verschiedene Sachverhalte hingewiesen. (Weil Personalfragen in der Regel nichtöffentlich behandelt werden, können auch an dieser Stelle keine Einzelheiten genannt werden.) Das Thema wurde aber auch von anderen Fraktionen aufgegriffen und stand schließlich im Juli 2019 auf der Tagesordnung einer Personalsenatssitzung. In dieser Sitzung wurde nach entsprechender Diskussion das Konzept zur Personalkosten-Konsolidierung (PKK) ausgesetzt. Wie es heißt, soll mit einer Stimme Vorsprung gegen den Willen der Verwaltung entschieden worden sein. Glaubt man den Berichten, dann hat neben der Kostenentwicklung auch ein Kennzahlmodell des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands (BKPV) eine wesentliche Rolle gespielt. Nach diesem Vergleichsmodell könnte die Personalausstattung einer Stadt in der Größenordnung Bambergs bis zu 100 Vollzeitkräfte mehr umfassen. Dies auch vor dem Hintergrund, weil Bamberg aufgrund Zuzugs und einer relativen hohen Anzahl an Geflüchteten einen nachhaltigen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen hat.
In diesem Gesamtzusammenhang stellt sich natürlich die Frage, warum die Personalkosten in Bamberg stark steigen, wenn andererseits mehr Personal beschäftigt sein könnte/müsste. Diese Frage bzw. die Antwort soll aber keine Rolle gespielt haben. Folgt man den Informationen aus einer vor kurzem stattgefundenen gemeinsamen Sitzung von Personal- und Finanzsenat, dann hat sich der Konflikt zwischen Stadtverwaltung und den Senaten darauf konzentriert, was eine Weiterführung des PKK politisch und in der Sache bedeutet. Bei näherer Betrachtung soll sich nämlich herausgestellt haben, dass im Zuge des Konsolidierungs-Konzepts in Personalfragen letztlich immer die Verwaltung das Sagen hatte. Eine Kernaufgabe des Stadtrats ist es aber, dass er bzw. sein zuständiger Senat bei Personalfragen die Entscheidungskompetenz hat und wahrnimmt (wenngleich diese Zuständigkeit von vielen Stadtratsmitgliedern nicht gerne ausgeübt wird, weil sie auch die Verantwortlichkeit für negative Entscheidungen beinhaltet).
Auch in der gemeinsamen Sitzung von Personal- und Finanzsenat soll sich keine eindeutige Mehrheit für oder gegen das PKK der Stadtverwaltung gefunden haben. Jetzt muss die Vollversammlung des Stadtrates entscheiden. Wahrscheinlich noch in diesem Jahr.
19.11.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+29 # cunningham 2019-11-19 21:43
Personalkosten-Konsolidierung? No problem!

Propagandaamt rückabwickeln, ebenso die schamlose Gehaltserhöhung für die Referatsleiter.
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+18 # Samson 2019-11-20 14:49
Stimmt genau! Wer weg kann, geht. Der Herr OB streichelt die, die ihm besonders nützlich und wichtig sind. Um die anderen kümmert sich Felix und hält sie kurz.
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+16 # hollermöffel 2019-11-20 20:46
wie aus dem Lehrbuch ;-) : wenn man jahre/ jahrzehntelang immer mehr "Häuptlingsstellen" einrichtet und pflegt und immer weniger " Indianer" die die eigentliche Arbeit machen, auch noch außer Tarif bezahlt, dann sinkt das Betriebsklima rapide- und damit das Image "beliebter Arbeitgeber". Die aktuelle Stadtführung hatte leider vorrangig Zahlen im Sinn und nicht die Zukunft ihre Bewohnerschaft :sad:
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+6 # Bamberger 2019-11-21 16:49
Ich könnte spontan sagen, wie man 5 Leute einstellen kann, die sich perfekterweise auch noch selbst finanzieren und mit sich noch 5 andere im Propagandamini....äh....amt...äh Bürgerbeteiligung.

Zum Beispiel einer vor der Hainapotheke. Einnahmen pro Tag locker mit Sicherheit im Bereich einer Monatsmiete für eine Zweizimmerwohnung in Bamberg.
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-9 # supi 2019-11-21 19:05
vlt reicht es ja effektiv einsetzen und leistung einfordern
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+5 # Clavius1970 2019-11-22 12:58
Hallo geht´s noch. Die öffentlichen Verwaltungen, nicht nur in Bamberg, sind doch total überbesetzt. Die Abläufe sind ineffizient und nach den Wahlen werden wieder Stellen mit "Wahlunterstützern" der Parteien besetzt. Die Mehrzahl der Bediensteten ist leistungsbereit und bürgernah, jedoch reduziert der Frust über die "Spielchen" der Obrigkeiten und das geduldete Seilertum gewisser Hofschranzen, die Leistungsbereitschaft erheblich. Bei entsprechender Motivation würden 80% des derzeitigen Personals völlig ausreichen. Den anderen 20% in den A..... treten und die Stadtverwaltung wäre nicht mehr wieder zu erkennen. Das bleibt aber leider ein Wunschtraum weil die derzeitigen Führungskräfte weder über die soziale Kompetenz noch über die persönliche Integrität verfügen. Ausnahmen sind sicher vorhanden. Ihre mahnenden Worte verhallen aber ungehört.
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+5 # Heiner 2019-11-22 21:50
@ Samson
Stimmt vor dem Felix haben alle Angst , ebenso vor seiner Frau. Der Gute herrscht so heimlich wie kein anderer. Der Stadtrat müsste ihm mal den "Kopf waschen" Wenn Müllfahrer bespitzelt werden, Sprecher der Arbeiter nicht ernst genommen werden , dann ist vieles im Argen !
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-3 # supi 2019-11-23 17:32
a geh so schlimm scho
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