Die WebZ bittet darum, Kommentare prinzipiell nur hier zum Originaltext abzugeben. Kommentare andernorts unterliegen nicht der Regie der Redaktion. 

Recht ruppige Methoden

Fast eine Satire. Die Stadt Amsterdam versucht den Tourismus einzudämmen. Wohl kein Beispiel für Bamberg, aber doch interessant bis amüsant.

„Operation Nutella“

An besonders begehrten Urlaubsorten wird Einheimischen alles zu viel. Etliche Touristen-Hochburgen kämpfen mittlerweile gegen die Flut der Besucher. Sei es Venedig, Mallorca oder jetzt Amsterdam. Alle sind grundsätzlich nicht mit dem kleinen Bamberg zu vergleichen. Aber interessant, wie zum Beispiel die Amsterdamer ihre Stadt zurückholen wollen - mit Regeln, die sie so lange wie möglich geheim hielten.
Der WeBZet-Bericht stützt sich auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Wochenende. Autor Thomas Kirchner hatte dazu die kryptische Überschrift „Operation Nutella“ gewählt. Er schreibt:

Der Erlass versucht eine Entwicklung zu stoppen, die vielen touristisch attraktiven Metropolen zu schaffen macht. Es ist die wachsende Zahl von Läden, die nur wegen dieser Touristen existieren, die es allein gibt, um Gästen das Geld aus der Tasche zu ziehen: Souvenirläden, Schnellrestaurants sowie jene quietschfröhlichen Themen-Stores, für die in Amsterdam exemplarisch die Nutella-Läden stehen. "Ice Bakery" heißen sie, es gibt elf Stück davon, sie bieten in Nusscrème getränkte warme und kalte Süßigkeiten - und natürlich Nutella, das man im Albert-Heijn-Supermarkt um die Ecke günstiger bekäme, wenn auch nicht so hübsch drapiert.

An den Grenzen der Gastfreundschaft

Damit ist nun Schluss, im Stadtzentrum und auf Einkaufsmeilen (…)  dürfen bestehende Geschäfte bleiben, aber keine neuen hinzukommen. »Die Lage im Zentrum macht harte Maßnahmen nötig«, sagt die stellv. Bürgermeisterin Kajsa Ollongren. »Es gibt zu viele Geschäfte mit einem einseitigen Angebot, das allein auf Touristen ausgerichtet ist.« Immer mehr Einwohner machten sich Sorgen wegen der »Verarmung« der Innenstadt, auch weil sie auf Kosten alteingesessener, »normaler« Betriebe geht.
Der Bann ist umfassend. Betroffen sind alle Unternehmen, die mit Angebot, Werbung und Betriebsführung nur auf auswärtige Besucher abzielen, insbesondere aber jene Orte, wo sich die Touristen (…) schnell jene in Waffeln und Pizzas versteckten Kalorien reinhauen, die ihren Städtetrip am Laufen halten.
Der Stadtrat hatte den einstimmig verabschiedeten Beschluss einige Monate lang vorbereitet, aber geheim gehalten (…). Rechtlich betrete Amsterdam Neuland, sagt der Jurist Jon Schilder, ihm sei keine ähnliche Regelung bekannt. Ob sie vor Gericht Bestand hat, wird sich zeigen.
Der Beschluss reiht sich ein in das Bemühen der Verwaltung, den Massentourismus einzudämmen. (…)  Man hat einiges unternommen: Die Vermietung von Wohnungen an Touristen ist meldepflichtig und auf 60 Tage im Jahr beschränkt, 30 Tage werden erwogen.
Neue Hotels dürfen nicht mehr eröffnet werden, Touristenbusse und -schiffe müssen ihre Last außerhalb der Innenstadt abladen. Das Stadtmarketing wurde eingestellt, (…) Feste und Events stark reduziert.“

Wie bereits festgestellt: Diese Maßnahmen grenzen an Satire und sind doch ein Hinweis, wie kreativ man andernorts sein kann.

12.10.17 Bilder: Unbek.. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.{jcomments on}

1100 Zeichen übrig