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Zunächst nur ein Feldtest: Im nächsten Jahr sollen dann die Birds = elektrische Tretroller – für jeden in Bamberg zu leihen sein. Wer wird sie vorwiegend nutzen?

Beindruckende Rahmenbedingungen für Ausleihfahrzeuge

Bamberg will ein Ausleihsystem für E-Skooter aufbauen. Die Stadtwerke Bamberg und der US-amerikanische Anbieter Bird haben am Mittwoch (28.11.18) eine entsprechende Kooperation angekündigt. Ab dem Frühjahr sollen 100 sog. E-Skooter in der Stadt verteilt werden, die per Smartphone entliehen werden können.
Welche Rolle sollen die 12 Kilogramm schweren Roller in der Touristenstadt Bamberg spielen? Um das herauszufinden, sollen ab Dezember 15 Personen die Roller in der Praxis testen. Dazu bedarf es einer Ausnahmegenehmigung, da die elektrischen Fahrzeuge auf deutschen Straßen bislang nicht zugelassen sind.
»Unser Ziel ist, kurze unnötige Autofahrten zu reduzieren«, erklärte Dr. Christian Geßner, Geschäftsführer von Bird für Deutschland, Österreich und die Schweiz, bei der Vorstellung in der Vollsitzung des Stadtrats am Mittwoch. Die Roller sollen den Stadtverkehr entlasten, indem z.B. Pendler sie für den Weg vom Bahnhof zur Arbeit nutzen, sagt man.
Wie funktioniert das Verleihsystem? Nutzer müssen sich registrieren, um die Bird-Skooter per App entsperren und damit fahren zu können. Der Grundpreis beträgt einen Euro, 15 Cent kommen pro gefahrene Minute hinzu. Aus Sicherheitsgründen will Bird auch Helme für die Fahrt verleihen, obwohl diese nicht vorgeschrieben sind.
In der Stadt sollen zwölf sog. Nester verteilt sein, also Flächen, an denen die Nutzer die E-Skooter ausleihen und wieder abstellen können. Die Standorte werden sich beispielsweise vor dem Bahnhof, am Zentralen Omnibusbahnhof sowie in der Nähe der Universität befinden. Als Besonderheit kann gelten, dass der Betreiber (Bird) jeden Tag ab 21 Uhr alle Tretroller einsammeln will. Mitarbeiter sollen sie aufladen und reinigen – und um sieben Uhr morgens wieder an den Standorten aufstellen.

Bamberg will eine Chance nutzen

»Das E-Scooter-Sharing ist eine Chance, die wir nutzen wollen«, erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke in der Stadtratssitzung. Vor der Sitzung hatten die Stadträte Gelegenheit, die kleinen Flitzer auszuprobieren. Sie zeigten sich ziemlich begeistert. Helmut Müller (CSU) sieht einen großen Schritt hinsichtlich der Entwicklung der Elektromobilität in der Stadt. Zweifel, ob sich der englische Namen „Scooter“ durchsetzen wird, äußerte Klaus Stieringer in seinem Beitrag. Aus seiner Sicht »machen die Roller Bamberg noch attraktiver«. Wolfgang Grader (GAL) bekräftigte diesen Gedanken: »Ich hoffe, dass die Birds recht vielen gefallen«.
Grundsätzlich positiv äußerte sich auch Ursula Redler (BA). Sie verlangte aber, dass der Einsatz der Roller besonders unter dem Gesichtspunkt des Tourismus gesehen wird: »Es muss sichergestellt sein, dass Touristenscharen nicht durch die Fußgängerzone schüren«, sagte sie mit Nachdruck. Bedenken formulierte Andreas Triffo (BBB), wenn die Rollerfahrer ein ähnliches Verhalten wie nicht wenige Radfahrer zeigen. Denn voraussichtlich werden beide Verkehrsteilnehmer überwiegend auf Radwegen fahren müssen.
30.12.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare. > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. NEU: Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung > öffne Impressum l. Spalte ganz unten.

Kommentare   

+2 #9 supi 2018-12-03 16:30
und die roller die donnern dann über bambergs gehwege bzw bevölkern die fahrradwege oder gar bambergs chronisch verstopfte strassen, ich habe den dummen verdacht unserem stadtrat geht es hierbei nicht um umweltschutz, energieeinsparung usw, nein das ist ein konjukturprogramm für die sozialstiftung und des klinikums
+8 #8 Bürger dieser Stadt 2018-12-02 11:18
Hachja. Ich muss über politische Herangehensweisen in Sachen Kurzstreckenmobilität immer wieder schmunzeln. Das läuft immer wieder auf den Versuch hinaus, einer hochgradig bequemen Klientel in den Arsch zu kriechen, indem man ihr irgendwelche neuartigen Spielereien als Alternative anbietet.

Hier z.B. möchte man Tretroller austesten. Die könnten ja ganz nett sein, sind aber nur eine Spielerei, die mit ziemlicher Sicherheit sogar mehr körperliches Reaktionsvermögen voraussetzt als das Fahrrad.

Das Problem kann so nicht gelöst werden. Warum? Weil die problematische, zahlreiche und gleichzeitig undisziplinierte Klientel, die man ja gerade ansprechen will, keine Arschkriech-Sprache versteht. Die verstehen nur die Arschtritt-Sprache. Soll heißen: Ihre motorisierten Gefährte müssen aus der Innenstadt rausgeschmissen werden, und zwar möglichst hochkant und möglichst stante pede.

Anders geht es nicht, die nötige Disziplin ist bei den Leuten nicht vorhanden. Man sieht es Tag für Tag, die Leute sitzen alleine in ihren motorisierten Castles, und man sieht bei so vielen Menschen sofort, daß ihr bewegungsarmer Lebensstil ein angewöhntes Wohlstandsphänomen ist. Das merkt man einfach intuitiv. Die Gewichtsprobleme unserer Gesellschaft untermauern das zusätzlich.

Die Statistik spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. 40 % der Pendelstrecken unter 5 km werden laut Statistischem Bundesamt mit dem PKW zurückgelegt. Zwei Drittel aller im Alltag mit Auto gefahrenen Strecken sind unter 10 km.

Das ist doch nur noch egoistisch und hirnverbrannt.

Logische und einzig erfolgversprechende Konsequenz: Arschtritt, und nichts Anderes, erst recht keine Arschkriecherei mit Samthandschuhen.
+31 #7 SchnickSchnack 2018-12-01 19:21
10 Euro die Stunde
„Kurze unnötige Autofahrten zu reduzieren“ ist als Denk-Ansatz zwar nicht unsinnig; aber der E-Scooter ist ja kein Lasten-Esel, wohin also mit der Akten-Tasche, den Einkäufen uns sonstigen Taschen, Beuteln etc.? - Zweitens ist die Nutzung dieses Gefährts nur scheinbar günstig: 1 Euro + 15ct pro genutzte Minute, das sind in 1 Stunde (= 60 Min.) 10 Euro; Laufen ist da günstiger, selbst das Busfahren ist noch günstiger. - Die kurzen Stummel-Lenker werden Ungeübten so manche unliebsame Sturzerfahrungen bieten; und im Gewühl der Fußgängerzone und auf den eh zu schmalen Radwegen sind die Dinger eh nur hinderlich. - Meine unmaßgebliche Meinung dazu: überflüssiger Schnickschnack.
+11 #6 gablmann 2018-12-01 19:06
Man kann auch laufen!!!!!!!!!!!!
+6 #5 cityman 2018-12-01 17:19
# 2
....durch die Stadt flitzen. Und durch die Fussgängerzone natürlich auch, denn man ist ja anonym. Reicht es nicht, dass es einige Radler gibt, die sich nicht an die Regeln halten?
-3 #4 supi 2018-12-01 11:09
@ Frank Reich

na ja sagen wir mal so, einen natürlichen verlust gibt es überall
+3 #3 Frank Reich 2018-12-01 10:37
Touristen mit Kindern werden als Kundschaft wahrscheinlich ausfallen, da Nutzung erst ab dem 18. Lebensjahr zulässig. Ältere Touristen werden ebenfalls wenig Interesse zeigen, haben diese Fahrzeuge doch eine beachtliche Beschleunigung. Der Benutzerkreis dürfte bei Touristen also schon deutlich eingeschränkt sein. Ungeklärt ist auch die Leistungsfähigkeit dieser E-Scooter. Schaffen die es auch zum Stephansberg oder gar der Altenburg hoch ?
+22 #2 GodFather 2018-11-30 21:29
Kaum zu erwarten dass diese Roller Autofahrten ersetzen, vielmehr werden Fußgänger beschleunigt durch die Stadt flitzen.
Meiner Meinung nach ist kaum zu erwarten dass dadurch der städtische Verkehr auch nur im Geringsten entlastet wird. Zudem werden die Servicefahrzeuge nachts durch die Stadt fahren. Und ob Scooter für Bamberg geeignet sind wage ich auch zu bezweifeln. 7 Hügel und massenhaft Kopfsteinpflaster. Da brauchen wir dann vielleicht noch Erste-Hilfe-Stationen für Scooter-Opfer.
Eine viel sinnvollere Sache wäre ein vernünftiger Leihrad-Anbieter für Bamberg mit ein paar Stationen statt den bislang vor sich hingammelnden Bahn-Bikes die ohne Strafgebühr ausschließlich am Bahnhof abzustellen sind.
Warum also diese Scooter-Liaison der Stadtverwaltung? Cui bono? Glasklar: der OB der vor Ort in der Bevölkerung derzeit wenige Freunde hat kann sein Konterfei auf allerlei überregionalen Medien-Portalen bewundern und sich im Presselicht sonnen.
Die nächste Wahl ist aber die Kommunalwahl in 18 Monaten, die wird vor Ort entschieden!
+12 #1 Baba Yaga 2018-11-30 20:01
"Kurze unnötige Autofahrten reduzieren."
Das ginge auch weniger aufwendig, nämlich schlicht durch Bequemlichkeit reduzieren. Aber damit wären die Leute wohl gnadenlos überfordert.

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