Ein ebenso unerfreulicher wie reger Schriftverkehr läuft seit einiger Zeit zwischen der Stadt und dem Hauptsponsor der DJK Wildensorg. Auch andere Vereine spielen eine Rolle.

Bei Geldleistungen großzügig entgegengekommen

Der Vorwurf von Rudolf Z. gegenüber der Stadt Bamberg beruht im Wesentlichen auf der Behauptung, dass die Bürgermeister der Stadt seit jeher den FC Bamberg – jetzt FCE 2010 – bevorzugen. Anlass sind unter anderem die Nutzung von diversen Kunstrasenplätzen, die Übernahme von Wasserkosten, der Abschluss von neuen Mietverträgen sowie die Nutzung von Duschen und Umkleidekabinen.
Das alles vor dem Hintergrund, dass dem FCE im Zuge von dessen vierter Insolvenz im Jahre 2016 verschiedene Vorteile seitens der Stadt Bamberg zugekommen sein sollen. So soll die Stadt Bamberg nicht nur im Zuge der Insolvenz rd. 74.000 € nicht eingefordert hat, sondern auch im Herbst des vergangenen Jahres der Eintracht-Stiftung 700.000 € zur Abwendung einer weiteren Insolvenz zugestanden haben, „ohne dass ein Grashalm neu geschaffen wurde“, wie Rudolf Z. schreibt. Der notwendige Stadtratsbeschluss sei schon wenige Wochen später erfolgt. Während für die finanzielle Unterstützung anderer Vereine „nach Monaten noch kein Beschluss gefasst“ worden sei. (Zwei Vereine sind genannt.) Der Vorwurf: Die Vereine in der Stadt Bamberg werden nicht gleich behandelt.

Finanzpolitik auch vereinsintern umstritten

Rudolf Z. kämpft zwar für „seinen“ Verein DJK Don Bosco Wildensorg, setzt sich aber auch für andere Vereine ein. Er spricht die Absicht der Stadt an, für den FCE im Volkspark an der Armeestraße für 600.000 € noch einen weiteren Kunstrasenplatz zu bauen. Zwar sollen laut Stadt Bamberg von diesem Platz auch die „anderen Vereine“ profitieren, doch werden sie nach Meinung von Z. „wieder nichts davon haben, da die Umkleidemöglichkeiten nicht gesichert sind“. Rudolf Z. stellt die Frage, ob es nicht besser wäre, „beim FC Wacker stadtzentral einen dritten Kunstrasenplatz zu errichten“.
Die Vorhaltungen sind komplex und für die Nichteingeweihten schwer nachzuvollziehen. Dazu muss man auch wissen, dass sich vom FCE 2010 vor wenigen Wochen drei Abteilungen anderer Sportarten (> WeBZet-Artikel Spaltung beim FC Eintracht 2010“) abgespalten und wieder einen Verein „Eintracht Bamberg“ gegründet haben. Als Gründe für die Trennung wurden wesentlich die Bevorzugung der Fußballabteilung und eine umstrittene Finanzpolitik angegeben. Die Kritik von Rudolf Z. ist insofern auch ernst zu nehmen, weil „sein“ Verein schuldenfrei ist und er selbst berufsbedingt mit Finanzgeschäften gut vertraut ist.

Die Auseinandersetzung zieht sich schon seit längerer Zeit hin. Zwischen Rudolf Z., Sport-Bürgermeister Dr. Christian Lange sowie von OB Andreas Starke sind mehrere Schreiben ausgetauscht worden. Der Konflikt könnte an Schärfe gewinnen, je weiter er sich der Kommunalwahl im nächsten Jahr nähert.
23.9.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.