Eine Recherche des Bamberger FT zur „Grünausstattung“ der Stadt kam zu einem Ergebnis, das wenig überrascht: Bambergs Osten fällt im Vergleich der Stadtteile deutlich ab.

Im Osten könnte Bamberg deutlich grüner werden

Wie grün ist Bamberg wirklich? In der Sa-Ausgabe des Fränkischer Tag (28.9.19) gab Chefreporter Michael Wehner Antwort auf diese Frage. Im Vergleich der vier kreisfreien Städte Bayreuth, Würzburg und Erlangen kann sich Bamberg sehen lassen. Das liegt vor allem an der Fläche, die Michelsberger, Bruder- und Hauptsmoorwald auf dem Stadtgebiet einnehmen. Und auch bei den Parks, Grünanlagen und Sportflächen schneidet Bamberg mit einem Anteil von sechs Prozent des Stadtgebiets gut ab. Allerdings würden sich diese Grünflachen vornehmlich im Westen und Süden der Stadt finden. „Der Bamberger Osten fällt im Vergleich der Stadtteile deutlich zurück. Vor allem zwischen Bahnlinie und Berliner Ring fehlt es an grünen Naherholungsgebieten“, schreibt Wehner in seinem Artikel. Sein Fazit: Im Osten könnte Bamberg deutlich grüner werden.

Auch im Zuge der Konversion wurden Grünplanungen reduziert

Die so genannten Erholungsflächen, zu denen neben Parks auch Sport-, Freizeitflächen und die Friedhöfe zählen, umfassen in Bamberg 362 Hektar, das sind 6,6 Prozent der Stadtfläche. Bamberg ist damit auch in dieser Kategorie Spitzenreiter in dem fränkischen Vergleichsfeld. Rechnet man auch noch die Wälder dazu, wird Bambergs Sonderstellung noch augenfälliger: Über ein Drittel der Stadtfläche sind mit Forsten bedeckt. Auf 1500 Hektar kommen Bruder-, Michelsberger- und Hauptsmoorwald, soweit sie auf Stadtgebiet liegen. Das ist mehr als ein Viertel der Stadtfläche.
Doch natürlich gibt es auch in Bamberg viele graue Zonen, wo Straßen und Beton dominieren – und diese liegen beinahe ausschließlich jenseits der Bahnlinie. So müssen sich viele der 20 000 Bewohner des Bamberger Ostens damit abfinden, dass sie keine Altenburg, keinen Hain um die Ecke haben. »Zwischen Bahnhof und dem Berliner Ring herrscht ein markanter Mangel an Grün«, wird der Stadtbiologe Dr. Jürgen Gerdes zitiert. Nicht zuletzt aus klimatischen Gründen müsse man darauf drängen, die wenigen vorhandenen Grünzüge im Osten weiter bis zum Volkspark jenseits des Berliner Rings zu führen. Was die Lebensqualität aller Menschen im Osten erhöhen würde. Redakteur Wehner weist allerdings auf die Schwierigkeiten und Versäumnisse bei der Umsetzung dieser Ideen hin. So seien die Grünplanungen im Zuge der Konversion gegenüber den ursprünglichen Wünschen deutlich zurückgefahren worden.
30.9.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte