Auch bei der Kompostierungsanlage im Hafengebiet gibt es Probleme mit der sog. Müllverfliegung. Ein wesentlicher Grund ist, weil in Bioabfällen Fremdstoffe untergemischt sind.

Fehlwürfe der einzelnen Biotonnennutzer verantwortlich

Von Bürgern ist die Stadtratsfraktion „Bamberger Allianz“ (BA) auf die Situation aufmerksam gemacht worden. Daraufhin hat sie einen Bericht zur Problematik des Müllflugs im Bereich der Kompostierungsanlage im Hafengebiet verlangt. In der Sitzung des Umweltsenats am 26.11. ist das Umweltamt der Stadt dem Wunsch nachgekommen. In dem Bericht heißt es zunächst: „In der Halle der Kompostierungsanlage im Hafengebiet werden die Bioabfälle … über eine Siebanlage in drei verschiedene Fraktionen getrennt. … Trotz gesetzlicher Vorgaben, gezielter Öffentlichkeitsarbeit und manuellen Stichprobenkontrollen kann eine ausreichende, nachhaltige Sortenreinheit des Biomülls nicht erzielt werden.“
Immer noch und nach Einschätzung des städt. Umweltamtes im zunehmenden Maße landen Fremd- und Störstoffe (einschließlich Plastikmüll) im Biomüll. Diese werden in erster Linie durch Fehlwürfe der einzelnen Biotonnennutzer eingetragen.
Aus Bioabfällen hergestellte Komposte können aber nur so gut sein wie die eingesetzten Ausgangsstoffe. Der Störstoffanteil im Biomüll ist daher auch für den Betreiber der Kompostanlage ein zunehmendes Problem, da er für die Erlangung des Gütesiegels Kompost strenge Grenzwerte bezüglich des erlaubten Fremdstoffanteils einhalten muss.

Analysen sollen zu wirkungsvollen Gegenmaßnahmen führen

Um eine gute Qualität an Kompost produzieren zu können, müssen die Störstoffe entfernt werden. Kleinste Fremd- und Störstoffe, fallen jedoch selbst durch kleinste Siebung und gelangen somit in den Kompost und in den Naturhaushalt. Die Herstellung eines sortenreinen Komposts ist aufgrund der Verschmutzungen des Ausgangsmaterials maschinell nicht möglich und händisch weder personell noch finanziell vom Anlagenbetreiber leistbar.
Deshalb sammelt wöchentlich bis spätestens 14-tägig ein Mitarbeiter der Fa. Eichhorn evtl. Müllverfliegungen (> Bild r.o.im Außenbereich um das Betriebsgelände ab. Eine Analyse der eingesammelten Abfälle ergab allerdings, dass diese zum Großteil nicht von der Kompostanlage stammen.
Zudem wurde im Sommer dieses Jahres zur B 26 hin ein 100 m langer Zaun als Fangnetz installiert, um einen evtl. Müllflug vom Betriebsgelände weg künftig zu unterbinden (> Bild r.u.). Durch diese finanziell aufwändige Maßnahme soll künftig ein Austrag der Abfälle – in erster Linie leichter Plastikanteile – in die freie Landschaft unterbunden werden, was auch der Zielvorstellung der antragstellenden BA-Stadtratsfraktion entspricht.
Der städt. Entsorgungs- und Baubetrieb hat im September dieses Jahres für den Bereich des Biomülls eine erste von zwei Abfallanalysen durchführen lassen. Diese soll den Anteil an Fremdstoffen im Biomüll im Stadtgebiet Bamberg sowie dessen Zusammensetzung eruieren.
Ziel ist es, aus den Analyseergebnissen wirkungsvolle Maßnahmen zur Reduzierung des Fremdstoffanteils entwickeln zu können. Erste Ergebnisse der Analyse werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 vorliegen.
9.12.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.