Schutz für den Großen Eichenbock

Auch die Stadt Bamberg bemüht sich, “ihren” Beitrag zur Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Abkommens zu leisten. Dazu gehört ein Klimaanpassungskonzept und ein/e „Klimaschutzmanager/in“.

Maßnahmen mit besonderer zeitlicher Dringlichkeit und sachlicher Wichtigkeit

Vor fast genau fünf Jahren wurde in Paris nach langen Verhandlungen ein umfassendes Klimaschutz-Abkommen beschlossen, das alle 196 Staaten und die EU in die Pflicht nimmt. Es war der Startschuss für einen Marathon des politischen und wirtschaftlichen Wandels weltweit. Wie alle internationalen, multilateralen Vereinbarungen steht und fällt aber die Bedeutung der Pariser Beschlüsse weniger mit dem politischen Willen, der dahintersteckt. Es muss eher so sein, dass auf allen Ebenen des politischen Handelns Maßnahmen getroffen werden. Gerade auch auf kommunaler Ebene.
Für den Raum Bamberg wurde ein Klimaanpassungskonzept entwickelt und eine Planstelle „Klimaschutzmanager/in“ eingerichtet bzw. die Förderung beantragt und die Stelle ausgeschrieben.
Um eine 100%ige Förderung dieser Planstelle zu erhalten, ist u. a. ein Beschluss zur schrittweisen Umsetzung der Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept zu fassen, das für die Region Bamberg seit Juli 2020 vorliegt. Darin enthalten sind Maßnahmen mit besonderer zeitlicher Dringlichkeit und sachlicher Wichtigkeit.

Auszüge aus dem Klimaanpassungskonzept:
•  Die Stärkung von Rad- und Fußverkehr und Förderung des ÖPNV. Schutz dieser Verkehrsteilnehmer vor Extremwetter – Vorbereitung einer zunehmenden Verschiebung der Verkehrsmittelwahl (Modal Split).
•  Die Erstellung eines integrierten ÖPNV-Konzepts für Stadt und Landkreis Bamberg mit dem Ziel, PKW-Fahrten auf öffentliche Verkehrsmittel (möglichst mit elektrischer, regenerativ gewonnener Energie betrieben) zu verlagern.
•  Extremwetter- und Hitzeschutz von Klein- und Schulkindern. Besondere Verantwortung von Kitas/Kindergärten und Schulen. Vorsorge durch bauliche, gestalterische und verhaltensbezogene Maßnahmen.

Keine Umsetzung ohne Stellungnahme des Finanzreferates

•  Wärmeschutz und Verbesserung der Aufenthaltsqualität z.B. durch mehr Bänke in Schattenbereichen, mehr Stadtgrün in besonders exponierten touristischen „Hot-Spots“, schattenspendende Elemente über exponierten Straßen und Plätzen, mehr Wasser in der Stadt durch Ausbau von Trinkbrunnen.
•  Erhalt des Lebensraums für den Großen Eichenbock im Hain. Der Große Eichenbock ist eine „Urwald-Reliktart“, die vom Aussterben bedroht ist. Daher benötigt sie besonderen Schutz.
Waldumbau durch Wechsel der Baumart(en) und der Waldstruktur, damit langfristig klimastabile Waldbestände entstehen.
•  Entwicklung eines kommunalen Starkregenmanagements.
•  Konzepte zur Ent- und Versiegelung von Flächen. Flächen zur Niederschlagsversickerung/ -rückhalt und als Standort für bestimmte Tier- oder Pflanzenarten.
•  Chancen für Unternehmen identifizieren und nutzen. Die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen bietet im Gebäude- und Gewerbebereich dem regionalen Handwerk neue Aufträge. Neue Produkt- und Geschäftsmodelle könnten sich aus dem Zusammenspiel von Klimawandel und demografischem Wandel ergeben.

Vom Stadtrat wurde beschlossen, die Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten schrittweise umzusetzen. Sofern einzelne Maßnahmen mit Kosten verbunden sind, “ist vor einer Umsetzung die Stellungnahme des Finanzreferates einzuholen”, heißt es im Verwaltungsbericht zum Thema.
16.12.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.