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UMWELT - PLASTIKMÜLL

„1wegfrei bis 2023”

Was bedeutet das? Im Klartext: Bamberg will den Plastikmüll in der Stadt drastisch reduzieren. Der Mobilitätssenat beschließt Maßnahmen gegen Einwegverpackungen.


Städt. Pressemitteilung berichtet sehr unvollständig über Senatssitzung

Die Lösung des Rätsels: Bis zum Jahr 2023 will die Stadt weg von der bisherigen Wegwerfkultur, der die Stadt vermüllt, so wird Umwelt-Referent und Bgm Jonas Glüsenkamp in einer Verlautbarung des Presseamts der Stadt Bamberg zitiert.
Der Mobilitätssenat des Bamberger Stadtrats hat sich bereits zu Jahresbeginn für ein umfangreiches Maßnahmenpaket ausgesprochen. »Wir setzen auf eine Mischung von Aufklärung der Bürger und Gastronomen, Förderung von Mehrwegbehältern und Abgaben auf Einwegverpackungen«, wird der Bürgermeister nochmals zitiert.. »Wir wollen bis zum Jahr 2023 weg von der bisherigen Wegwerfkultur, der die Stadt vermüllt.«
Das mag er an seinem Schreibtisch gesagt haben, in der Sitzung des Mobilitätssenats am 11.5.21 jedenfalls nicht.
In dem Sitzungsbericht wird dargelegt, dass in Bamberg “nach dem Vorbild der Stadt Tübingen geprüft werden soll, ob eine Abgabe auf Verpackungen von Speisen und Getränken wie beispielsweise Styroporschachteln oder Kaffeebecher, die zur Mitnahme bestimmt sind, auch in Bamberg sinnvoll ist. Dazu soll gezielt die Verwendung von Mehrwegbehältern gefördert werden.
»Insbesondere in der Gastronomie könnten wir uns ein einheitliches System vorstellen«, so der städtische Umwelt-Referent. Becher und Schachteln könnten dann bei allen Gastro-Betrieben zurückgebracht und wieder verwendet werden. »Wir werden uns mit den Gastronomen austauschen und uns Anreize zur Akzeptanz überlegen.« Die Kampagne werde nur erfolgreich sein, wenn alle mitmachen und an einem Strang ziehen, betonte Glüsenkamp. »Dabei ist uns bewusst, dass die Situation für die Gastronomie derzeit schwierig ist. Umso wichtiger ist der Dialog mit den Betroffenen.«

Verwaltung spricht sich gegen ein Umweltleistungs-Management aus

Insbesondere mit der Erfassung des im öffentlichen Raum gesammelten Mülls soll kontrolliert werden, ob die Maßnahmen greifen oder ob gegebenenfalls nachgesteuert werden muss. Da es allein mit Appellen leider nicht gehen werde, prüft die Verwaltung einen neuen Bußgeldkatalog, um Umweltsündern an den Geldbeutel zu gehen, die ihren Abfall auf der Straße entsorgen.
In der Sitzung des Mobilitätssenats vom 9.2.2021 war die Verwaltung beauftragt worden, Maßnahmenpakete zu erarbeiten und erneut darüber zu berichten. Alle geplanten und ergriffenen Maßnahmen sollen letztendlich dazu dienen, die Abfallmengen im öffentlichen Bereich und das Littering sowie grundsätzlich die Verwendung von Einweg-to-go Verpackungen, zu reduzieren. Die Erfolge der verschiedenen Maßnahmen sollten mit Hilfe einer Umweltleistungs-Messung (im Sitzungsvortrag heißt das “Measurement”) belegt werden.
Im Bericht für die Sitzung des Mobilitätssenats am 11.5.2021 kommt die Verwaltung allerdings zu dem Ergebnis, dass, “gleich welche Messmethode gewählt wird, kaum aussagekräftige und belastbare Zahlen zu erwarten sind und jegliches Untersuchungssystem einen erheblichen logistischen Aufwand sowie Personalressourcen erfordert, bzw. nicht unerhebliche Kosten verursachen würde, wird davon derzeit Abstand genommen, die Auswirkungen der Maßnahmen mit belegbaren Zahlen darzulegen.”
Zu einer Diskussion zu dem Thema kam es in der Sitzung vom 11.5.21 nicht, allerdings zu der schon erwähnten Pressemitteilung.
27.1.21 Bilder: webzet; Stadtarchiv/Sina Schraudner Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.