UMWELT - KLIMA

In Bamberg wird es immer heißer

Eine Studie zeigt Auswirkungen des Klimawandels in der Region. Das Klima bewegt sich von ursprünglich begünstigten typischen feuchten Wäldern in Richtung trockener Wald.

 Geschädigte Bäume sind ein leichtes Opfer für Schädlinge

„Bamberg im Klimawandel“ – so nüchtern lautet der Titel des jüngst erschienenen Buches von Prof. Dr. Dr. Thomas Foken. Darin werden die Veränderungen und Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs in der Region dargelegt. Bambergs Klimareferent und Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp informierte sich über die Forschungsergebnisse des emeritierten Professors für Mikrometeorologie an der Universität Bayreuth.

„Bis 2020 ist die Temperatur in Deutschland um 1,7 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gestiegen“, stellt Foken fest. „Diese Erwärmung beruht auf der verstärkten Emission von Treibhausgasen und nicht auf natürliche Ursachen“. Dies sei der große Unterschied zu den Klimaveränderungen der Vergangenheit.

Foken zeigt auf, wie stark die Natur, insbesondere die Wälder, und die Landwirtschaft in der Region bereits jetzt leiden. Weniger Niederschläge führten zu einer Abnahme des Grundwasserspiegels und der Bodenfeuchte. Das hinterlasse in den Wäldern, insbesondere bei den Nadelbäumen Spuren. „Es ist klar ersichtlich, dass sich in den mehr als 140 Jahren mit zuverlässigen Messungen in Bamberg das Klima von ursprünglich begünstigten typischen feuchten Wäldern in Richtung trockener Wald bewegt hat“, schreibt Foken. Die durch den Wassermangel vorgeschädigten Bäume seien zudem ein leichtes Opfer für Schädlinge, wie unter anderem dem Borkenkäfer.

                                Konkrete Gegenmaßnahmen auf lokaler Ebene

Aber auch die Gesundheit der Bevölkerung werde gefährdet durch die Zunahme von eingeschleppten Stechmücken, wie die Asiatische Tigermücke, die sich in Deutschland ausbreitet. Hinzu komme die Belastung durch heißere Temperaturen (deutlich mehr Tropentage mit Temperaturen, die auch nachts nicht unter 20 Grad sinken) oder die längere und stärkere Sonneneinstrahlung.

Foken warnt aber nicht nur vor den Folgen des Klimawandels, er benennt konkrete Maßnahmen, wie diesem auf lokaler Ebene begegnet werden könne. Dazu gehören z.B.
- die Begrünung von Gebäuden und des öffentlichen Raumes,
- eine verminderte Wärmespeicherung durch Verwendung geeigneter Baumaterialien,
- die Vermeidung von CO2-Emissionen durch konsequente Energiesparmaßnahmen und einer Mobilitätswende mit mehr öffentlichem Verkehr

Es seien „bereits einige Kipppunkte erreichte worden“, die „unumkehrbar“ seien. Selbst bei effektivem Klimaschutz würden in den nächsten Jahrzehnten weitere Kipppunkte erreicht werden, die nicht mehr zu verhindern seien. Dennoch möchte Foken ausdrücklich „dazu ermutigen, dass mit effektivem Klimaschutz und entsprechenden Klimaanpassungen die Veränderungen abgemildert werden können und somit eine lebenswerte Umgebung erhalten bleibt“. Dazu müssen aber Politik und jeder Einzelne seinen Beitrag leisten.

Bgm Jonas Glüsenkamp betont dass viele der von Prof. Foken vorgeschlagenen Maßnahmen bereits umgesetzt werden. »Doch damit dürfen wir uns nicht zufrieden geben«, meint der Bürgermeister. »Wir müssen deutlich stärker umsteuern bei der Energieerzeugung, im Verkehr und bei der Gebäudesanierung, um Bamberg für unsere Enkel und Urenkel so zu erhalten, wie wir es heute lieben.«
Info: Thomas Foken: Bamberg im Klimawandel, ISBN 978-3-940821-85-0, Preis: 13 €
29.6.21 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

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