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Nahezu einstimmig. Der Konversionssenat hat sich für die überarbeitete Version des Gewerbeparks an der Geisfelder Straße (Muna) ausgesprochen. 34 ha Wald können gerodet werden.

Mit korrekten Zahlen verschiedene Falschmeldungen berichtigen

Schwierige Zahlen. Nach gesetzlicher Definition zählen zum Waldbestand u. a. auch versiegelte Flächen, „auch wenn dort weder Baum noch Gebüsch steht“. Deshalb, muss die Brutto-Rodungsfläche im Bereich des geplanten Gewerbeparks mit 61,84 ha berechnet werden. Zieht man aber die im Bereich der Muna umfangreichen bereits versiegelten und bebauten Flächen ab, dann bleiben nur noch 34 ha Netto-Abholzflächen. In der Sitzung des Konversionssenats am 7.2.18 legten mehrere Redner Wert darauf, dass gerade diese Zahlen korrekt genannt werden. Das geschah wohl vor dem Hintergrund, weil im Zuge einer Online-Unterschriftensammlung andere, falsche Zahlen genannt würden.
Wie bereits in einem Vorbericht der WeBZet zum Thema dargestellt („Gewerbenutzung wird kräftig reduziert“, 6.2.18) ist die Flächenzuteilung im Bereich des Planungsgebietes großformatig geändert worden. Dabei gehören zu den jetzt genannten Netto-Neubau-Flächen im Umfang von 54 ha auch Flächen, die entweder schon bebaut (FT, Telekom u.a.) oder zur Bebauung ausgewiesen sind.
Von 218 ha Gesamtfläche werden 92 ha zu echtem Wald ( allein 70ha neue Bannwaldausweisung) sowie künftig rund 14 ha Naturschutzgebiete. Die öffentlichen Grünflächen umfassen rd. 37 ha. > öffne Planzeichnung r.

Das Naherholungsgebiet bleibt fast komplett erhalten

In der überarbeiteten Fassung des von Jörg Meier (Höhnen und Partner) vorgestellten Entwurfs wurde auch das Thema Denkmalschutz umfangreich betrachtet und ist in die Planung eingegangen. So werden die beiden sog. Messerschmidt-Hallen“ erhalten und historisch bedeutsame Strukturen gesichert.
In der Debatte wurde von allen Rednern betont, wie wichtig man die angemessene Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Notwendigkeiten nehme.
CSU-Sprecher Peter Neller hob hervor, dass »die Stadtgesellschaft auch Gewerbe braucht und den Flächenfraß auf dem Land nicht ausgleichen kann«. Als naher Anrainer zum Planungsgebiet betonte Heinz Kuntke (SPD): »Was das Naherholungsgebiet anbetrifft, bleibt fast alles erhalten«.
Herbert Lauer (BA) freute sich darüber, dass durch die Neuplanung »auch der Hochwasserschutz für Bamberg-Ost verbessert wird«.
Einzig Ursula Sowa (GAL) sah sich »nach wie vor noch viele Kröten schlucken«. Sie erkannte zwar eine deutliche Verbesserung an, »der Gewerbepark ist aber immer noch viel zu groß«.
OB Andreas Starke betonte wiederholt, dass »diese Fläche die letzte große Fläche für Gewerbeansiedlungen in Bamberg ist«. Neue Gewerbesteuereinnahmen seien immens wichtig für die Stadt.
Der Senat stimmte auf Antrag der SPD für einen Workshop, in dem eine nachhaltige Entwicklung und Bebauung der Gewerbeflächen erarbeitet werden soll. Die GAL-Vertreter stimmten fast allen Beschlussanträgen der Verwaltung zu.
Jetzt muss die Fläche nur noch von der Stadt Bamberg erworben werden.

10.2.18 Bilder: WeBZet; Konv.-Management.  Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+2 #12 waldfreund 2018-02-24 07:52
Sind wir der Realität schon so weit entfremdet, dass vorhandener Wald erst dann zu "echtem" Wald wird, wenn er ein Etikett oder einen planerischen Stempel bekommt? Das Absurde bei der Argumentation ist doch, dass man als Vergleich immerzu den anfänglichen Monsterplan nimmt und nicht den vorhandenen Bestand! Dann kann man natürlich sagen, wir haben abgespeckt ... das erinnert mich schon sehr an die lächerliche "Reduziert"-Strategie von Möbelverkäufern.
+2 #11 waldfreund 2018-02-24 07:38
Bitte selbst die richtigen Zahlen nennen:
61ha Wald werden gerodet. Obwohl nach Waldgesetz als solcher eindeutig bestimmt (wie aus den Planunterlagen hervorgeht), hat man 27ha abgezogen, weil auf diesen Flächen keine Bäume wachsen. Trotzdem ist diese Fläche nach Recht und Gesetz Wald und müsste bei Rodung ausgeglichen werden. Hier hat das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten als Genehmigungsbehörde für Rodungen sehr großzügig eingelenkt.Üblicherweise ist der Waldausgleich mindestens 1:1. Aber weil es an Aufforstungsflächen mangelt (Stadtlauringen war politisch gescheitert), blieb offenbar nur der Bilanzierungstrick als Ausweg,
0 #10 R.Pfaff 2018-02-14 14:03
Untersuchungen zu Bedarf und Alternativflächen gab es ja und konnten im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung damals auf der Webseite des Stadtplanungsamtes heruntergeladen werden. Ich bin auch für möglichst viel Grün in der Stadt, sehe aber auch die Notwendigkeit für zusätzliche Gewerbeflächen. Dabei geht es nicht nur um die Gewerbesteuer, sondern auch um die gesellschaftliche Diversität. Wer eine vielfältige Stadtgesellschaft will, darf nicht nur Jobs für Akademiker generieren. Meiner Meinung nach sollte man versuchen beides zu kombinieren - Umwelt und Gewerbe. Ich könnte mit vorstellen, dass das durchaus möglich ist, denn letztlich sind die Flächen so wie sie jetzt sind das durch militärische Nutzung entstanden.
+16 #9 GodFather 2018-02-13 14:49
Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass in diesem Fall Wald Rodung für den Stadtrat völlig ok zu sein scheint, dass aber beim Thema Bahntrasse neben der A73 der schützenswerte Hauptsmoorwald ein gewichtiges Gegenargument ist. Wer kann mir das erklären? Liegt hier der Unterschied gar an den €€€ in den Augen der Räte? Gewerbesteuereinnahmen...

Doch es scheint auf der anderen Seite opportun zu sein, Projektentwicklern zu gewähren, Gewerbeobjekte im Dornröschenschlaf zu halten. Siehe ATRIUM oder Einkaufszentrum Süd. Und später womöglich mit tollen Gewinnen zu verkaufen (die Steuern gehen dann halt nicht ins Stadtsäckel, dumm gelaufen...)

Und Logistik-Flächen haben wir doch am Hafen wirklich genug, oder soll Bamberg zukünftig aussehen wie Forchheim, umzingelt von Großlagern?
+12 #8 Bergradfahrer 2018-02-12 18:38
#5
Ich hätte es für möglich gehalten...aber hier stimme ich dem Rubberduck vollkommen zu.
Vielleicht sollten erst mal die Leerstände und sonstigen Brachen genutzt werden, bevor man wieder hirnlos zu betoniert.
Und was für wertvolle Betriebe da rein wollen. Sapperlot! Von Logistikzentrum war die Rede. Wie viel Gewerbesteuer führt so was wohl ab? Und die bringen auch total viele hoch bezahlte Arbeitsplätze. Ganz toll, dafür lohnt es sich den letzten Baum zu fällen.
+13 #7 Baba Yaga 2018-02-12 17:50
Um den Bedarf mache ich mir keine Sorgen. Diese mache ich mir darum, dass die Stadt aus allen Nähten platzt.
+11 #6 WeBZet 2018-02-12 17:44
zu # 4
Die WeBZet hat vor einem Jahr folgenden Bericht veröffentlicht: "Welcher Bedarf besteht für ein Gewerbegebiet Muna?"
http://www.freie-webzet.de/administrator/index.php?option=com_content&view=article&return=featured&layout=edit&id=1155&return=featured
+11 #5 Rubberduck 2018-02-12 17:30
@3: Grenzwertig :-)
Ich könnte noch heftiger, aber dann zensiert mir die Webzet drei Viertel davon weg :-)
Grenzwertig ist für mich, Wald für nichts und wieder nichts zu roden, und woanders sind Freiflächen und Brachen zuhauf, die nicht reaktiviert werden.
Muss sich halt die Stadt darum kümmern!!!!
Und wenn Bamberg soooo dringend Gewerbesteuer braucht, hätten sie sich schon mal ein paar Schaltjahre eher drum kümmern müssen, nicht erst wenn es im "Geldbeutel" brennt!!!
+2 #4 supi 2018-02-12 16:50
# 3
na ja grenzwertig ist bestenfalls der gefasste beschluss des senates, denn bislang hat keiner gesagt oder sagen können wer sich dort ansiedeln soll, kann oder will. aber an einer bedarfsanalyse führt nun mal kein weg vorbei, dies gilt für einen stadtrat um so mehr, der sonst immer entscheidungsunfähig, aber gutachtengläubig ist, und nun soll plötzlich diese heile welt nicht mehr gelten. nicht dass der wald, wenn auch mit taschenspielertricks herunter gerechne, dann fort und kein gewerbe da ist, das aufforsten geht nicht über nacht, die zum abriss anstehenede flynn-area mal ausgenommen
+6 #3 M. Bender 2018-02-12 15:25
Für mich ist der Vorgängerkommentar schon grenzwertig. Aber ich sage auch hier nochmal, daß eine Stadt doch wenigstens über einige Gewerbeflächen verfügen muß. Bamberg hat viele Jahre darunter gelitten, daß zuwenig Gewerbeflächenverfügbar waren. Der dargestellte Vorschlag ist ein guter Kompromiß. Wer das Muna-Gelände kennt, daß schon jetzt eine ganze Menge Flächen überbaut sind. Diese Flächen werden wesentlich für die mögliche Gewerbeansiedlung genutzt.

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