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Mit der „Stadtgewalt“ konfrontiert. Die Vertreter der Stadt Bamberg mögen argumentativ die Info-Veranstaltung zum Gewerbegebiet Muna dominiert haben – gewinnen konnten sie die Gegner nicht.

Heftige Unmutsbekundungen und beharrende Fragestellungen

Im Saal von Sankt Kunigund in der Gartenstadt ging es am 14.6.18 um den geplanten Gewerbepark an der Geisfelder Straße (Muna), um einen möglichen Polizeistandort, um Anwohnersorgen, Altlasten und um die Größe naturbelassener Flächen. Die Veranstaltung zeitigte notwendigerweise langwierige Informationsanteile und zwischendurch heftige Unmutsbekundungen sowie beharrende Fragestellungen.
Der Saal war mit mehr als 200 Besuchern gut gefüllt, als die städtischen Referenten, unterstützt von Vertretern verschiedener Institutionen über das geplante Vorhaben informierten.
Die städtischen Referenten erläuterten die Vorgeschichte und Perspektiven zum geplanten Gewerbepark Geisfelder Straße. Zentrale Inhalte waren die planerischen Aspekte künftiger Gewerbeansiedlungen ebenso wie die Zielvorstellung für die Stadt, durch Ansiedlung von Unternehmen die städtischen Finanzen nachhaltig zu sichern.
Auf die Kernvorwürfe der Gegner der städtischen Planungen eingehend, beschrieb der Leiter des Konversionsamtes, Harald Lang, was mit den Flächen tatsächlich geschehen soll. Die tatsächliche Rodungsfläche betrage 49,4 ha, dagegen stünden 35 ha Neuaufforstung im Bereich der Stadt und des Landkreises sowie die Aufwertung von insgesamt 71 ha Waldfläche zur Qualitätsstufe „Bannwald“. Die nicht genutzten Freiflächen des Schießplatzes blieben erhalten und werden als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Mehr als zehn Standorte auf ihre Eignung geprüft

Zum Thema Polizei-Standort an der Armeestraße wiesen der anwesende bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) und der oberfränkische Polizeipräsident Alfons Schieder darauf hin, dass man eine schnelle Lösung brauche und auf dem neuen Gelände neben der Verkehrspolizeiinspektion und der Polizeiinspektion Bamberg Land auch ein großes Trainingszentrum vereinen möchte. Dort soll Platz für 220 Personen geschaffen werden und 25 Mio € investiert werden. Für den Neubau würden rd. 2,5 ha Fläche gebraucht. Vorher habe man mehr als zehn Standorte auf ihre Eignung geprüft. Zum Vorschlag, am bestehenden Standort Schildstraße zu erweitern, erklärte der Polizeipräsident: »Auch das haben wir geprüft. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.«
Die Veranstaltung stand von Anfang an unter keinem glücklichen Stern. Dafür sorgte der Hinweis von Moderator Mischa Salzmann auf eine erhoffte „Debattenkultur“. Was von Teilen der Anwesenden als Provokation empfunden wurde. Dazu gab er – sicher auftragsgemäß – weiter, dass für Publikumsfragen am Ende nur 30 Minuten Zeit bleiben sollen. OB Starke revidierte das später und versprach: »Keine Frage soll unbeantwortet bleiben.«
Die Fragen und Feststellungen der Gegner der Vorhaben im Bamberger Osten waren nicht neu. Ganz wesentlich erschien aber der Hinweis eines Redners aus dem Publikum, dass zu Beginn des Konversionsprozesses seitens der Stadtvertreter immer wieder darauf hingewiesen worden sei, man wolle das ehem. US-Gelände im Rahmen von Bürgerbeteiligungen »mit dem Ziel eines breiten bürgerlichen Konsenses« vorantreiben. Davon könne jetzt aber nicht mehr die Rede sein.
15.6.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare. > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. NEU: Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung > öffne Impressum l. Spalte ganz unten.

Kommentare   

+14 #7 supi 2018-06-20 19:26
ja so ist das halt mal nun, das geneigte publikum wird immer für blöde verkauft, das ist unserer stadt und deren verwaltung meister, auch wenn sie alle sonst nix hinbekommen
+32 #6 Bamberg-Ost 2018-06-18 12:18
Der OB Starke sprach in der Einleitung von "Negierung der Realität" und wollte damit wohl Tatsachen zurecht rücken. Danach war vom Konversionsamtleiter Hr. Lang die Rede davon, dass man bereits vor Jahren dem Logistikkonzern Schaeffler eine Absage gegeben hat, weil man keine Logistik auf der Muna haben wollte. Der OB nickte dazu.

Der OB und Lang hofften auf ein kurzes Gedächtnis der Bürger. Die Wahrheit liegt im FT-Archiv, Datum 02.04.2014:

"Bamberg hofft mit Schaeffler auf den nächsten Weltkonzern
Die Brose-Gruppe beginnt im Mai an der Breitenau mit den Bauarbeiten. Und schon hat die Stadt den nächsten "Fisch" am Haken: Schaeffler. Die Aussichten, dass im ehemaligen Munitionsdepot ein riesiges Logistikzentrum des fränkischen Weltkonzerns gebaut wird, stehen gut. Doch nicht alle freuen sich. ...
Harald Lang vom Konversionsamt ist in die Verhandlungen mit dem Zuliefergiganten aus Herzogenaurach eingebunden. Nach dem Weggang des früheren Vorstandsschefs bei Schaeffler, Jürgen Geißinger, war es eine Zeit lang ruhig in Bamberg. Niemand wusste, ob es bei den Plänen für das Logistikzentrum bleiben würde. Doch mittlerweile hat sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt. Die Schaeffler-Dependance könnte auf 15 Hektar Fläche im mittleren Teil der "Muna" entstehen.

Freilich. Bamberg ist nicht die einzige Stadt, die sich Hoffnung macht, das Rennen für sich zu entscheiden. Auch Kitzingen und Erfurt haben sich darum beworben, die Warendrehscheibe des Konzerns zu erhalten. Von ihr aus sollen die Schaeffler-Kunden, Automobilhersteller in ganz Mitteleuropa, auf Knopfdruck und "just in Time", wie es in der Logistikbranche heißt, bedient werden.

Ein solches Logistikzentrum mit seinen großen Hallen und den Zufahrten für die an- und abfahrenden Lastkraftwagen, braucht vor allem eines: viel Platz. Aber es steckt auch voller Technik, wie Lang erklärt. "Hier entstehen 150 bis 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze, denn diese Technik muss von Spezialisten bedient werden."

Nachzulesen unter:
https://www.infranken.de/regional/bamberg/bamberg-hofft-mit-schaeffler-auf-den-naechsten-weltkonzern;art212,674404

Lügen haben kurze Beine!
+18 #5 supi 2018-06-18 12:17
egal ob es sich um vertreter oder um bedienstete der stadt bamberg handelt, sie legen immer eine gewisse überheblichkeit an den tag, welche nicht mit ihren kenntnissen und können korrespondiert
+26 #4 walmdach 2018-06-17 00:24
Starke & Konsorten waren noch nie bürgernah.

Das müsste mittlerweile jeder Bürger bemerkt haben. Nicht nur die verängstigten und daher ebenfalls bürgerfernen Rathausbeschäftigten.
+18 #3 Rolli 2018-06-16 19:55
Ich habe das genauso empfunden wie in dem Bericht beschrieben. Die Argumente der Stadtvertreter waren meistens überzeugend, aber die Stimmung von vielen Besuchern klar dagegen. Irgendwie wirkt das "Starketeam" überhaupt nicht bürgernah. Wahrscheinlich weil man spürt, daß die alle auf Linie gehalten werden.
-3 #2 babsi 2018-06-15 23:10
ey nix gegen den mischa. der is doch geil. die leud brauchn pablick wiuing weil brod und schbiele hald wichtich is. sonsd werden bauern zornig und des is bambächs undergang. und weil der mischa so ne geile sau is müss ma den zu radio bremen verfrachden. weil des a garriereschbrungbredd is weils ja ne geile medrobole da oben is. auserdem brauch des bamf dord ne geile bresse und nur der mischa had genug gombedends um des bamf für die fischköpp wieder geil zu machn. für horstiboy is des auch geil wenn der mischa mid seiner gobedends ma des imitsch da oben verbeserd.
+23 #1 Frau Holle 2018-06-15 21:09
Für sowas nehmen die den Salzmann als Moderator? Im Ernst? Lasst den mal schön seine Spielereien mit seinem rathausnahen Teeniesender spielen, sein rathausnahes Public Viewing aufbauen und für ebenfalls rathausnahe Eventbespaßung eintreten. Aber für Erwachsenenthemen bitte nicht, da reibe ich mir nur verwundert die Augen.

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