War auch mal groß angekündigt: Die Präsenz der Bundespolizei in Bamberg wird geringer. Teile des Geländes können dann anderweitig genutzt werden. Zurzeit ist alles unklar.

Hoffnung auf bald günstigen Wohnraum geschwunden

Eigentlich sollte der Schrumpfungsprozess ab dem Jahr 2027 eintreten: Ein exaktes Enddatum für die Spitzenauslastung wird aber mittlerweile nicht mehr genannt. Wann genau das Bundespolizei-Aus- und Fortbildungszentrum (BPOLAFZ) in Bamberg kleiner werden soll, ist deshalb weiter unklar.
In der Ansiedlungszeit der BuPo wurde aus dem Rathaus verkündet, dass das Ausbildungszentrum in Bamberg auf Dauer deutlich kleiner wird. Verbunden war damit die Hoffnung, dass günstiger Wohnraum frei wird. Doch eine Verkleinerung rückt in die Ferne - der Bedarf an Bundespolizisten ist weiter hoch.
In einem aktuellen Bericht zur Sitzung des Konversionssenats am 22.1.20 heißt es: Seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte im Jahr 2014 ist das 22,5 ha große Areal der ehem Lagarde-Kaserne in weiten Teilen durch Leerstand geprägt. Ein Teil der Fläche mit rd. 3,5 ha wird durch die Bundespolizei zum Betrieb eines BPOLAFZ genutzt. „Die zeitliche Dauer der Nutzung ist derzeit nicht bekannt.“ Nach den der Stadt Bamberg vorliegenden Informationen konzeptioniert die BuPo derzeit eine dauerhafte Standortplanung, welche mittelfristig zu einer wesentlichen Verkleinerung, der derzeit in Bamberg in Anspruch genommenen Fläche führen soll. „Aktuell kann noch nicht abgeschätzt werden, welche Auswirkungen die Planungen der Bundespolizei auf den aktuell von ihr genutzten Bereich der ehem. Lagarde-Kaserne haben werden.“

„Städtebaulichen Missstand“ zu beheben

Weiter heißt es in dem Bericht: Das Areal der ehem. Lagarde-Kaserne ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und bildet „einen Fremdkörper innerhalb des Stadtgefüges des Bamberger Ostens.“ Um diesen „städtebaulichen Missstand“ zu beheben, hat der Konversionssenat bereits im Februar 2019 die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Damit sollen die Voraussetzungen für die Nachnutzung des Areals gesichert werden.
Wie man hinter den Kulissen hört, wird das BPOLAFZ, das seit 2016 in Bamberg besteht, über das ursprünglich avisierte Jahr 2024 hinaus bis mindestens 2027 maximal ausgelastet bleiben. Warum? Wegen der Sicherheitslage im Land ist der Bedarf an jungen Bundespolizisten weiterhin hoch. Zudem würden in den nächsten Jahren Polizisten in großer Zahl aus Altersgründen aus dem Dienst scheiden.
Damit zerschlagen sich die Hoffnungen, frühzeitig Zugriff auf Gebäude der Bundespolizei zu bekommen, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Wie z.B. die Gebäude entlang der Wörthstraße oder ehem. Mannschaftsunterkünfte im Lagarde-Gelände. Auch ehem. US-Wohnhäuser im Lindenanger oder der Flynn-Area (jetzt Ankerzentrum) stehen in der klammheimlichen Rede.
Alles Überlegungen, auf die noch vor der Ansiedlung des BPOLAFZ bereits von „oppostionellen“ Stadtratsfraktionen gedrängt worden war.
Die Bundespolizei soll eine Verkleinerung auf lange Sicht anstreben - die Rede ist von jährlich rund 650 Polizeianwärtern am Standort Bamberg. Mal sehen.

21.1.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.