WeBZet: Diese Frage verletzte: »Macht der Tscherner jetzt das Wehner-Bürgerbegehren?« Es war die Rede von »Aufmischpresse« und »Hasardeuren«. Auf den FT-Redakteur gemünzt: »Entweder man ist böswillig oder man kennt die Fakten nicht!.«

Ein Tag der Abrechnung

Eigentlich stand auf der Tagesordnung des städtischen Konversionssenats die „städtebauliche Zweckerklärung für Konversionsliegenschaften“. Für die Vertreter der Bamberger Großen Koalition war aber offensichtlich ein Tag der Abrechnung. Es war wohl zu viel, was »die Medien« in den letzten Tagen über die Meinung zu den von den Bürgern vermuteten Abrissabsichten auf dem Konversionsgelände berichtet hatten. Und das vom Stadtratskollegen Tscherner angekündigte Bürgerbegehren brachte das Fass zum Überlaufen.

Zur Attacke blies als Erster der Leiter des Konversionsamtes, Harald lang. Seine Botschaft: Man sei ja schon dabei, 530 Wohnungen zu sichern – was für 1000 Menschen reiche - und dazu kämen noch 70 Wohnungen für Asylbewerber. Die Attacke wurde erkennbar, als Lang per Powerpoint zeigte, dass der FT-Redakteur geballt Bürgermeinungen zusammengefasst hatte (Bild r. mit Klick vergrößern). Empörung.

Es folgte eine im Vergleich gemäßigte Rede des CSU-Vertreters Peter Neller. Aber auch er meinte: »Die öffentliche Diskussion erfordert eine Klarstellung.« Sein Teil einer Klarstellung bestand in dem Hinweis, dass kein Mensch von Abriss gesprochen habe und: »Bei diesen Wohnungen werden auch entsprechende Mieten verlangt werden müssen«. Womit er meinte, sie würden nicht billig sein.

Härter zur Sache ging sein Koalitionskollege Heinz Kuntke (SPD): »Es gibt noch keinen Abrissbeschluss«. Er freue sich, dass neben der Pine-Area auch Häuser am Lindeanger erhalten bleiben sollen. Man wolle möglichst viele intakte Wohnungen erhalten. »Entweder man ist böswillig oder man kennt die Fakten nicht!«, sagte Kuntke. Und er meinte: Diese Linie »wird von der Mehrheit und von allen Gutwilligen, die mitmachen wollen, getragen.«

Hat die BImA eine Mitschuld?

Den FW-Fraktionsvorsitzenden Dieter Weinsheimer konnte Kuntke damit nicht meinen, denn ihn nannte er dabei einen »Hasardeur«. Dessen Kollege Herbert Lauer wies diese Angriffe zurück und erinnerte daran, dass die FW-Fraktion wiederholt Anträge eingebracht habe, um eine konstruktive Linie zu finden – u.a. auch die Erhaltung der ehem. US-Wohnungen am Lindenanger. Lauer erinnerte auch daran, dass die Abrisspläne z.B. für die Flynn-Area (Pödeldorfer Straße) im letzten Jahr noch planerisch sichtbar waren. Das bestätigte auch Ursula Sowa (GAL). Sie verwies auf Sitzungen des Senats im vergangenen Jahr und betonte: »Der Stadtrat hat sich leider nicht klar bekannt«.

Dazu passe auch, dass entsprechende Anträge z.B. der GAL oder der Freien Wähler entweder nicht oder nur stiefmütterlich behandelt wurden. Heute sei endlich »eine Wende erkennbar«. Das sah auch Norbert Tscherner so, aber er frage sich, »ob man sich darauf verlassen kann«. »Ich werde deshalb das Bürgerbegehren zum Erhalt von US-Wohnraum durchziehen«, erklärte er. Diese Haltung veranlasste den SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Stieringer zu der Aussage: Unlängst habe ein Bürger ihn gefragt, »ob der Tscherner jetzt das Wehner-Bürgerbegehren macht?«

Tscherner reagierte heftig und verlangte die Rücknahme dieser »ehrverletzenden« Aussage. Was Stieringer nicht tat.

Vielleicht noch getoppt wurde Stieringer von seiner GroKo-Kollegin Daniela Reinfelder, die das Wort »Aufmisch-Presse« gebrauchte. Gleichzeitig gab sie der BImA eine Mitschuld, die mit ihrer »Werbetour durch das Konversionsgelände bei den Menschen erst Begehrlichkeiten geweckt hat.

Die Betroffenheit über die zahlreichen Vorwürfe und Angriffe war dem FT-Chefreporter anzusehen. Bei ihm könnte man vermuten, dass er sich Gedanken über den gezeigten Umgang mit der Pressefreiheit gemacht hat. Jedenfalls ist die Zusammenfassung und Bewertung von Bürgermeinungen eine klassisch journalistische Aufgabe. Dabei sollte er bleiben.

Die Sitzung leitete Oberbürgermeister Andreas Starke.


23.1.15 Bilder: WeBZet; FT Bbg. Hinweis: Die WeBZet ist unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.. Unmittelbar zu den Artikeln äußern können Sie sich auf Facebook (siehe r.o.) oder mit der Kommentarfunktion unten. Die Kommentarewerden direkt freigeschaltet (s. Impressum). Links oben können nachträgliche Kommentare zu früheren Berichten aufgerufen werden.

18 Kommentare
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0 # WeBZet 2019-01-15 08:31
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Bäldsä: Faulenzer.
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bäldsäd, bälsi, bälsich: pelzig, ohne Gespür.
Deä Räddich is bälsäd. Der Rettich ist 
Däs is dä a bälsädä Hund, a bälsädä! Das ist vielleicht ein dickfelliger Hund.
Mai Füüss sän gands bälsich. Meine Füße sind ganz pelzig (gefühllos).

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Däs is doch a bäldsäna Bäldskabbm, wosd doo redsd! Das ist doch ein unnötiges Wiederholen, was du da redest. 

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