Konzeptlosigkeit endlich beenden

Der Bamberger ADFC fordert die Umsetzung des Radstreifens in der Langen Straße. Der VCD möchte zur Versachlichung der Diskussion beitragen. Beide Vereine haben eine eindeutige Meinung.

Ausdrücklich für den Vorschlag von Grüne/Volt/ÖDP und SPD

Die beantragte Änderung der Langen Straße begrüßen wir, heißt es in einer Pressemitteilung des Bamberger Verkehrsclubs Deutschland (VCD), »da sie in Einklang mit den Zielen der Stadt für ihre Bevölkerung steht.« Identischer Meinung ist der ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrradclub), der ebenfalls in einer Pressemitteilung seine Argumentation darlegt. Er schreibt: »Der ADFC Bamberg spricht sich ausdrücklich für den Vorschlag von Grüne/Volt/ÖDP und SPD zur Veränderung in der Langen Straße aus. Beim Befahren des viel zu schmalen linksseitigem Radwegs kommt es ständig zu Konflikten mit Fußgängern« so Harald Pappenscheller aus dem ADFC-Vorstand. Deshalb ist es aus seiner Sicht eine sehr gute Idee, den Radweg auf die Straße zu verlegen und den ebenfalls viel zu schmalen Gehweg entsprechend zu verbreitern. »Diese Straße im Herzen der Welterbestadt hat etwas Besseres verdient, als Hauptverkehrsader für den innerstädtischen Autoverkehr und Parkfläche für Kurzzeitparker zu sein. Fußgänger, Radler, Anwohner und Einzelhändler werden davon profitieren, wenn die Straße weitgehend von parkenden Autos befreit wird und man auf dem breiten Gehweg flanieren kann« ist sich das langjährige Vorstandsmitglied sicher.

Radverkehr bewirkt keine Staugefahr

In seiner Pressemitteilung äußert sich die Vorstandschaft des ADFC zu den Aussagen von Kreishandwerksmeister Manfred Amon (s. webzet-blog v. 8.9.20 Handwerker mit der Sackkarre unterwegs?) Der ADFC schreibt Amon zu, dass sich dieser „weiterhin für eine leistungsfähige Verkehrsader Lange Straße stark macht“. Diese Aussage sei aus ADFC-Sicht sehr enttäuschend. Sicher wolle niemand dem regionalen Handwerk schaden, aber die wachsende Staugefahr auf den Radverkehr zu schieben, sei schlicht Unsinn. Der Hauptgrund für einen Verkehrsstau sei immer noch eine zu hohe Anzahl an motorisierten Fahrzeugen, und genau diese Anzahl gelte es zu verringern. Je mehr Menschen vom Auto auf den Umweltverbund (Fuß, Fahrrad, Bus) umsteigen würden, umso besser kommen diejenigen voran, die wirklich auf das Auto angewiesen sind, wie z. B. Handwerker, oder auch Menschen mit Einschränkungen, die zum Arzt müssen, argumentiert der ADFC. »Auch Handwerker müssen es akzeptieren, dass man nicht überall direkt vor der Haustür längere Zeit parken kann und nicht bei jeder Baustelle müssen mehrere hundert Kilo Material bewegt werden«, sagt Inge Buhl, die dem ADFC-Vorstandsteam angehört. Oftmals könnte aus ihrer Sicht ein entsprechendes Lastenrad schon ausreichen. Diese Transporträder haben den Vorteil, dass sie wenig Platz zum Parken brauchen und deutlich weniger Kosten verursachen, als ein Lieferwagen. »Um ein Lastenrad zu fahren braucht man auch keinen Führerschein, sodass auch Auszubildende zum Fahren eingesetzt werden können« ergänzt ihre Vorstandskollegin Elke Pappenscheller.
13.9.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.