Sofortmaßnahmen für Lange Straße verabschiedet

Mobilitätssenat beschließt Zwischenschritt zur Umgestaltung mit Grünelementen, Zweiradstellplätzen und Lade- und Liefermöglichkeiten. Eine zweite Lesung wurde abgelehnt.

Weitere Nutzergruppen sollen profitieren

Die Potenziale der Langen Straße als eine zentrale Einkaufs- und Flaniermeile in der Bamberger Innenstadt auszuschöpfen ist ein „dickes Brett“, so wird das Vorhaben in einer Pressemitteilung der Stadt kommentiert. Der Mobilitätssenat des Stadtrates habe in seiner Sitzung am 24.11. 20 ein gutes Stück tiefer gebohrt: Um die Aufenthaltsqualität in der Langen Straße und ihr optisches Erscheinungsbild zu optimieren, hat er ein Paket „Sofortmaßnahmen Lange Straße“ verabschiedet. Im Mittelpunkt steht dabei eine ohne größere bauliche Maßnahmen umsetzbare Neuordnung des südlichen Fahrbahnrandbereiches zwischen Lange Straße 8 und Schönleinsplatz.
Mit der Diversifizierung der Fläche der bisherigen „Haltebuchten“ sollen weitere Nutzergruppen profitieren. Dabei bleibt eine Zone „eingeschränktes Halteverbot“ mit 14 Stellplätzen (bisher 25) weiterhin bestehen. Handwerker und Kunden haben also weiterhin die Möglichkeit, zu halten. Das Straßenbild wird aber durch einzelne Grünelemente optisch aufgewertet. Neue Kapazitäten werden außerdem motorisierte (+ 4) und nichtmotorisierte Zweiräder (+ 20 Radbügel) sowie für Lastenfahrräder (3) geschaffen. Auch ein zusätzlicher Behindertenstellplatz ist vorgesehen.
Die Planungsskizze r. zeigt die Nutzungsarten im vorhandenen Bestand und im neuen Planungsvorschlag auf. Ein ursprünglicher Vorschlag, die Radwegführung Richtung Schönleinsplatz auf die Fahrbahn zu verlegen, hätte zur Folge gehabt, dass sämtliche Kurzzeithaltemöglichkeiten für Lieferfahrzeuge, Handwerker und Kunden entfallen wären. Der Mobilitätssenat folgte nun dem Kompromissvorschlag der Verwaltung, stattdessen die Fläche neu zu ordnen.

»Von Glaubenskrieg lösen«

Von der relativ langen und intensiven Debatte wird in der Pressemitteilung lediglich (so wie üblich) Bgm Jonas Glüsenkamp zitiert: »Die Lange Straße wird im ersten Schritt eine Aufwertung erfahren, die mehr Lust macht, sich dort aufzuhalten. Über größere Maßnahmen werden wir in den kommenden zwei Jahren mit allen Beteiligten vor Ort und den Nutzerinnen und Nutzern der Langen Straße im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans debattieren«. Als weiterer Redner für Grünes Bamberg forderte deren Senatssprecher Christian Hader, vor einer inhaltlichen Diskussion über einen Antrag der CSU-BA-Fraktion abstimmen.  Der Sprecher der CSU-BA-Fraktion, Dr. Franz-Wilhelm Heller, hatte um eine zweite Lesung gebeten, um die Stellungnahmen der Interessengemeinschaft noch erhalten und würdigen zu können. Inhaltlich meinte Heller, dass der Vorschlag durchaus konsensfähig sein könne, er meine aber, dass man die Stellungnahme der betroffenen Bewohner noch abwarten sollte. Sein Antrag auf eine zweite Lesung wurde gegen fünf Stimmen abgelehnt.
Für die SPD-Fraktion forderte Klaus Stieringer sich »von dem Glaubenskrieg zu lösen«. Er plädierte dafür, die angestrebte Lösung nach sechs Monaten Zeit zu evaluieren und gegebenenfalls nachzujustieren. BBB-Sprecher Andreas Triffo sah mit dem Vorschlag die verkehrliche Bedeutung der Langen Straße nicht beachtet. Aufgrund einer fehlenden Ausweichstraße habe diese zumindest für den Binnenverkehr eine Funktion als Durchgangsstraße. Ähnlich sah Martin Pöhner (FDP) die Situation.
Der Beschlussantrag der Verwaltung wurde mit 7 : 5 Stimmen angenommen.
26.11.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.