MOBILITÄT

Bamberg konzentriert sich auf das Radfahren

Fahrradklima-Test 2020: Bamberg holt bei Fahrradförderung und Werbung für das Radfahren auf. Mit der Note 3,8 liegt Bamberg über dem bundesweiten Durchschnitt.

Bürgermeister Glüsenkamp sieht Luft nach oben

Der ADFC hat die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 veröffentlicht: Bamberg schneidet mit einer Gesamtnote von 3,79 (Schulnote) im bundesweiten Vergleich (3,93) überdurchschnittlich gut ab. In der bayernweiten Ortsgrößenklasse sichert sich Bamberg den Rangplatz eins von neun, im bundesweiten Vergleich liegt sie auf Platz 31 von 110. Besonders gut kommen bei den Bürger/innen die jüngsten Maßnahmen der Stadt Bamberg an: die Werbung für mehr Radfahren in der Stadt und die gezielte Fahrradförderung. »Die Unterstützung des Radverkehrs ist kein Selbstzweck, sondern die Umsetzung des einstimmigen Stadtratsbeschlusses, dass im Jahr 2030 drei von vier Wegen in der Stadt mit dem Fahrrad zu Fuß oder mit dem Bus zurückgelegt werden sollen. Bei diesem Ziel müssen wir immer weiter vorankommen«, so Bürgermeister und Mobilitätsreferent Jonas Glüsenkamp.

Bamberg hat bei der Frage der Radabstellplätze aufgeholt

Laut eines vom Presseamt der Stadt veröffentlichten Berichts sehen die Teilnehmenden große Stärken in Sachen Radfahren in Bamberg in der guten Erreichbarkeit des Stadtzentrums, in der ausgewogenen Mischung jüngerer und älterer Radfahrer sowie in den Gegebenheiten für ein zügiges Radfahren. Als Schwächen haben die Bürger/innen die Möglichkeiten zur Mitnahme von Rädern im Öffentlichen Nahverkehr, die zu geringe Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und deren Breite ausgemacht.
Vergleicht man die Bewertungen aus den Jahren 2012 bis 2020 dann zeigt sich, dass Bamberg bei der Frage der Radabstellplätze in den vergangenen Jahren aufgeholt hat. Lagen die Werte 2016 und 2018 bei 4,1, sind sie in 2020 nun auf 3,8 geklettert.
Der ADFC Fahrradklima-Test wird aus Sicht der Verkehrsplaner begrüßt, da das Thema Radfahren eines der Handlungsfelder bei der laufenden Aktualisierung des Verkehrsentwicklungs-Planes ist. Im Zuge der Bestandsaufnahme stehen dabei Hinweise auf Radweglücken und Problemstellen, ebenso wie allgemein zur Stärkung des Radverkehrs oder eine allgemeine Ziele-Diskussion im Mittelpunkt. Also: “Was läuft gut, was nicht?“ Die Planer erhalten mit dem Testergebnis vielfältige Hinweise zur Qualität der Angebote. (1,5 Min)

Info
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zum Radfahrklima weltweit und fand 2020 zum neunten Mal statt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).
230.000 Radfahrende haben sich am Fahrradklima-Test 2020 beteiligt. Im Vergleich zu 2018 ist das eine Steigerung um 35 %. Sie haben 1.024 Städte und Gemeinden bewertet und damit so viele wie nie zuvor (2018: 683 und 2016: 539 Städte).

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Kommentare   
+13 # Joshi 2021-04-09 07:28
Ich fahre jeden Tag mit dem Rad. Mein eigentlicher Weg wären 4 km, ich fahr allerdings einen Umweg von 3 km, damit ich kaum einem Auto begegne. Ich weiß nicht wer hier befragt wurde aber die Infrastruktur für Fahrräder ist hier in Bamberg absolut nicht überdurchschnittlich.
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+9 # Bamberger 2021-04-09 08:58
Sehe ich auch so. Ich meide die kürzeste Strecke zu mir nach Hause (den Kaulberg) konsequent, denn dort wird man teilweise mit 10-15cm Abstand überholt an unübersichtlichen Stellen. Wenn hier mal Gegenverkehr kommt, liegt man im Krankhaus.
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+16 # Alex 2021-04-09 09:06
Meiner Meinung nach wird hier bei uns in BA dem Themenbereich "Fußgänger" und "innerstädtischer Busverkehr" nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet. Das Fahrrad nimmt als Verkehrsmittel in der allgemeinen Diskussion gegenwärtig einen überproportionalen Stellenwert ein.
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0 # Bergradfahrer 2021-04-09 09:26
Genau, 3,79 zu 3,93 wird als überdurchschnittlich erklärt. Da waren wieder Statistikexperten am Werk.
Hat man da auf das Konfidenzintervall geschaut, ob das wirklich so ist?
Man fokussiert sich wieder auf Radwege oder lebensgefährliche, bunte Streifen.
Schaffte man, z.B. durch Rückbau von Radwegen und Parkplätzen mehr Raum auf der Straße, dann wäre die Situation an sich schon mal entschärft. Der Radler gehört innerorts primär auf die Straße, da ist er sicher.
Hätte man noch die cojones den Innenstadtring am "Claviusdoppelwendekreisel" zu kappen, dann wäre recht preiswert viel gewonnen. Aber stattdessen werden sicher wieder sündteure, bunte Autosilhouetten auf Parkplätze gedübelt, ein paar Batteriefahrräder bezahlt und viele bunte Farbe auf dem Asphalt verteilt.
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+6 # cunningham 2021-04-09 12:50
Die viele bunte Farbe auf dem Asphalt ist preiswert, und sehr hilfreich.
Lichtenhaidestraße Linksabbiegerspur am Friedhof: vorher lebensgefährlich, jetzt sicher
Kreuzung Markusplatz Geradeausspur aus der Kapuzinerstraße: vorher hochgradig lebensgefährlich, jetzt OK
Schönleinsplatz Geradeausspur aus der Friedrichstraße: mit dem ausgeweiteten Radaufstellstreifen jetzt sicher
...
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0 # Bergradfahrer 2021-04-09 17:48
Äh, neeee.
Gerade wegen solcher Streifen werden Seitenabstände nicht eingehalten.
Das Dümmste überhaupt ist in der Kapuzinerstr. die Radler, die geradeaus wollen rechts der Rechtsabbieger zu positionieren.
Einzig übertroffen wird dieser Unsinn von den lustigen Kreuzungen bei der Ottokirche und am Margarethendamm, wo linksabbiegende Radler dies in zwei Zügen tun sollen. Selten bescheuertere Verkehrsführung gesehen.
Und ja, ich kann Radfahren. ;-)
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+3 # Clavius1970 2021-04-10 21:52
Bergradler gib es auf. Die begreifen es nicht. Bin diese Woche mit dem Auto zu verkehrsarmer Zeit mal aus reiner Neugier wieder durch die Lange Straße gefahren. Auf Höhe Messerschmitt überholte mich rechts eine flotte E-Bikerin (sowohl von der Fahrweise als auch vom Aussehen :-) ), düste dann am rechten Fahrbahnrand mit E-Bike-Maximalunterstützung 28,0 kmh schnell bis zur Hellergasse um dort in selbstmörderischer Absicht, aber rechtens, einen Abbieger rechts zu überholen.
Der Fahrzeuglenker erkannte aber die Situation, verhielt sich richtig und ließ sie Gottseidank passieren. Mit gelben Linien am Fahrbahnrand wird solchen Radlern nur das Selbstbewußtsein genommen sich in Fahrbahnmitte durchzusetzen.
Es gibt für sicherers Radfahren nur zwei Optionen.
Entweder vom restlichen Individualverkehr baulich getrennte Radtrassen, die den Namen auch verdienen oder selbstbewusste, gemeinsame und gleichberechtigte Nutzung des knappen Verkehrsraumes, unter Einhaltung nachvollziehbarer Regeln. In unserem kleinen Bamberg bleibt meist nur das Zweite.
Nörgelnde und aggressive Autofahrer oder Kampfradler gehören dann halt zur Kasse gebeten.

PS: Bevor sich jetzt wieder jemand aufregt.
Ja ich habe gesündigt und bin mit dem Auto, kurzzeitig 28 Stundenkilometer schnell, durch die Lange Straße gefahren, weil mich die Geschwindigkeit der E-Bikerin interessierte. Ich finde die Höhe ihrer Geschwindigkeit auch nicht verwerflich. Ich fahre mit dem Rad sogar meist schneller. Allerdings ohne Akku :-) und mit an Schlenk als Doping.
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+15 # Sven K. 2021-04-09 10:45
Die Leute, die grün gewählt haben, sehen natürlich jetzt viel mehr positiv an als vorher. Zudem macht der Allg.dt.Fahrrad-Cl (ADFC) die Umfrage. Da lässt sich die eine oder andere Verbindung vorstellen. Die neue Stadtkoalition braucht zumindest ein Thema wo sie angebliche oder tatsächliche Erfolge bejubeln kann. Damit muss man jetzt leben.
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+8 # supi 2021-04-09 17:37
* Bürgermeister Glüsenkamp sieht Luft nach oben *

der war gut, na ja was soll denn der glüsendampf sonst sehen, als nur heisse luft
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+7 # GodFather 2021-04-11 10:37
Seit der Rot-Grünen Rathauskoalition hat sich aus meiner Sicht genau überhaupt nichts an der Verkehrssituation in Bamberg geändert. Die im Stadtrat zuvor zugesagten Umsetzungen der Radentscheid Ziele stagnieren. Die furchtbaren Mehrfach-Markierungen der Verkehrsversuche werden zum dauerhaften Provisorium.
Symbolhafte Umwidmungen einzelner PKW-Parkplätze oder Setzung einzelner Schilder können zwar das Thema in die Zeitung bringen, aber geholfen ist damit noch nicht.
Offensichtlich bremsen Andi und Klaus mit ihren SUVs die jungen Wilden weiterhin souverän aus.
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