FAHRRAD/SICHERHEIT

Polizei auf dem Fahrrad

Bamberg soll Vorzeige-Fahrradstadt werden. Viel ist noch zu tun. Aber nicht nur bau- und farbtechnisch. Rücksichtslosigkeit und Rowdytum muss begegnet werden. Zum Beispiel in der Fußgängerzone.(1,6)

Polizisten mit Fahrrädern sollen über Fußgängerzone wachen

Die rücksichtslose Fahrweise mancher Radler gefährdet Fußgänger/innen, gerade ältere oder gehbehinderte Menschen. Das gilt besonders in Fußgängerbereichen. In der Bamberger Fußgängerzone kann man - wenn man sich die Zeit nimmt - täglich Verstöße gegen das Absteiggebot sehen. Die Stadtpolizei will künftig schärfer dagegen vorgehen. Man denkt daran, in nächster Zeit einige Beamte mit Fahrrädern auszurüsten, damit diese radelnd Streife fahren.

Die Polizei kann sich bei ihrem Einsatz auf eine klare Rechtslage berufen. In der Bamberger Fußgängerzone ist Radverkehr nur während der Lade- und Lieferzeiten, also werktags zwischen 18 und 10.30 Uhr, gestattet. Außerhalb dieser Zeiten müssen Radfahrer/innen absteigen und ihr Fahrrad schieben. Gleiches gilt im Bereich Obere Brücke. In anderen Fußgängerzonen wie zum Beispiel Kleberstraße, Habergasse, Austraße und Domplatz ist Radverkehr zeitlich uneingeschränkt zugelassen.

Im Falle des Fehlverhaltens in den Fußgängerzonen heißt es offiziell: Rücksichtsvolles Radfahren bedeutet, mit Schrittgeschwindigkeit und mit ausreichend Abstand zu den Passantinnen und Passanten zu radeln.

Der Bürgermeister begrüßt die Absicht der Polizei

Polizeibeamte überwachen den Verkehr. Grundsätzlich dürfen sie allgemeine Verkehrskontrollen jederzeit ohne besonderen Grund durchführen. Dies gilt auch für Fahrräder, wenngleich Auto, Lkw und Motorrad deutlich öfter von Kontrollen durch die Polizei betroffen sind. Eine allgemeine Verkehrskontrolle wird meist dann von “der Polizei auf dem Fahrrad” durchgeführt, wenn Radler/innen durch ihre Fahrweise bzw. einen Verstoß auffällig geworden sind.

Fahrradkontrollen folgen dabei einem gewissen Anfangsverdacht der Beamten. Dies geschieht etwa, wenn ein/e Radler/in alkoholisiert fährt und sich dies durch eine unsichere Fahrweise ausdrückt. Auch bei einer falschen bzw. fehlenden Beleuchtung oder der Handynutzung kann mann/frau rausgewinkt werden.

Interessant: Wenn der/die Radlerin die Handzeichen der Polizisten/innen nicht befolgt, drohen Bußgelder gemäß Bußgeldkatalog 2021. 35 € sind bei „Flucht“ vor den Beamten zu bezahlen.

Laut einem Bericht des FT Bamberg (22.3.2021) hat sich Bürgermeister und Mobiltätsreferent Jonas Glüsenkamp positiv zu der Absicht der Bamberger Verkehrspolizei geäußert. Für ihn gehe das in die »richtige Richtung«. Er begrüße das sehr und hoffe, dass es sich bewährt. Dadurch sei ein viel engerer Kontakt zwischen Polizei und Bürgern im Verkehr möglich.
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Kommentare   
+17 # Bernd Niemann 2021-04-17 20:06
| Die rücksichtslose Fahrweise mancher Radler gefährdet Fußgänger/innen
| Man denkt daran, in nächster Zeit einige Beamte mit Fahrrädern auszurüsten,
| damit diese radelnd Streife fahren.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
[J.W.Goethe]

Solange das asoziale Verhalten der Radfahrerinnen
lediglich als Ordnungswidrigkeit angesehen wird,
lachen diese doch nur über die "Strafen".
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+15 # känguru 2021-04-18 20:54
Als leidenschaftlicher Radfahrer muss ich absolut zustimmen. Asoziales Verhalten von Verkehrsteilnehmenden wird mit viel zu geringen Bußgeldern bedroht. Ob es sich um Geisterradler handelt, Autofahrern, die rücksichtslos Fuß- und Radwege zuparken, oder Auto- und Radfahrer die rote Ampeln ignorieren. Sie alle haben mit Bußgeldern zu rechnen, die den meisten nicht weh tun. Das muss sich ändern. Regelbrüche im Straßenverkehr können lebensgefährlich für sich und andere sein. Entsprechende Strafen und Bußgelder müssen weh tun.
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+15 # Baba Yaga 2021-04-18 00:07
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Polizei in der Innenstadt nicht mit dem PKW, sondern mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Warum ist man nicht schon früher auf diese Idee gekommen? Ist das organisatorische Bequemlichkeit gewesen?
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+9 # känguru 2021-04-18 21:00
Endlich. Schon 2017 wurde von Radentscheid eine Fahrradstaffel gefordert und in die Diskussion um die Verkehrssicherheit in Bamberg eingebracht.

Hoffen wir mal, dass die Polizei bald merkt, wie wichtig Fahrradstreifen sind, und diese massiv ausweitet. Auf dem Rad ist die Polizei für die Bürger und Bürgerinnen deutlich sichtbarer und besser ansprechbar. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Polizistinnen und Polizisten das Verkehrsgeschehen mal nicht nur aus der Windschutzscheibenperspektive kennenlernen, sondern den Blickwinkel von schächeren Verkehrsteilnehmenden einnehmen.
Wichtig wäre, dass die Fahrradstreifen das ganze Jahr über - auch im Winter - in einem großen Umfang stattfinden.
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+7 # cityman 2021-04-18 22:42
Wichtig wäre auch, dass man durchtrainierte Polizisten und entsprechende Fahrräder für diese Aufgabe einsetzt, denn es sind überwiegend junge Radler (sorry), die mit entsprechendem Tempo durch die FGZ rasen. Ich hoffe wirklich, das gelingt.Bei der Gelegenheit können auch die Corona-Bestimmungen überwacht werden.
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0 # Bergradfahrer 2021-04-19 16:16
Das Radpolizei-Projekt steht und fällt mit den Fahrern und ihrer Ausrüstung. Fit müssen sie sein und Augenmaß haben. Und wenn die mit so lächerlichen Styropormützen auf hausbackenen Trekkingrädern und 10 Kilo Ausrüstung daher kommen, dann wirkt das eher belustigend.

Natürlich nerven Gehwegradler, aber eine signifikante Gefährdung geht durch diese in der Regel mangels Masse nicht aus. Die kinetische Energie ist recht begrenzt. Selbst ein dicker FuZo-Radler, der mich mit 30 km/h streift verursacht weniger Schaden als ein Smart mit 5 km/h. Zudem wird der alles tun, eben niemand zu touchieren, eben weil er sonst sehr wahrscheinlich auch Schaden nimmt.
Ich habe bis dato auch von recht wenig signifikanten, derartigen Unfälle in Bamberg gehört. Aber derzeit ist law& order eh in, und man geht in Richtung 100% Sicherheit in allen Belangen...
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