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Auf einen guten Tag

Richte nie den Wert des Menschen schnell nach einer kurzen Stunde. Oben sind bewegte Wellen, doch die Perle liegt am Grunde.

Otto von Leixner, (1847 - 1907), dt. Novellist, Dichter u. Literaturgeschichtler

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VERKEHRSENTWICKLUNGSPLAN 2030

Jetzt sollen die Betroffenen mitreden

Kaum ein Thema ist so umstritten wie der Verkehr in Bamberg. Jetzt gibt es dazu eine ausführliche Beteiligung für Bürgerinnen und Bürger. Ein Interview mit Bürgermeister Glüsenkamp.(150s)

Auch ein direktes Feedback ist möglich

Wachsender motorisierter Individualverkehr, viele Ansprüche an ÖPNV und Weiterentwicklung sicherer Radwege stellen die Verkehrsplanung vor Herausforderungen. Die hervorragende Möglichkeit, die Thematik mitsamt dem Verkehrsentwicklungsplan 2030 breit zu diskutieren, bietet die Bürgerbeteiligungsplattform www.bamberg-gestalten.de ab Montag, 3. Mai. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp und Alexander Wagner, Leiter des Amts für Verkehrsplanung, appellieren an alle Bamberger/innen, rege davon Gebrauch zu machen.

1. Frage: Das Thema Verkehr ist sehr umstritten, jetzt gibt es dazu eine ausführliche Beteiligung für die Bürger/innen. Aber: Kann man bei dieser Sache überhaupt auf einen Nenner kommen?

Jonas Glüsenkamp: Nein. Es gibt einen bunten Blumenstrauß an Interessen und Ideen, die aber auch oft im Zielkonflikt miteinander stehen, gerade weil der öffentliche Raum, den es aufzuteilen gilt, ja knapp ist. Wenn dann noch persönliche Betroffenheiten dazukommen, wird oft deutlich, dass es selten Lösungen gibt, die alle glücklich machen. Aber: Die Beteiligung gibt uns und den Stadträt/innen, die am Ende über Maßnahmen entscheiden, die Möglichkeit, Ideen aufzunehmen und Tatsachen zu beleuchten, die wir in der Verwaltung vielleicht noch nicht gesehen haben. Wir gehen davon aus: Die besten Ideen und Projekte sind in den Köpfen der Menschen und wir laden dazu ein, diese in die Debatte einzubringen.
Man kann übrigens auf bamberg-gestalten nicht nur den Verkehrsentwicklungsplan kommentieren, sondern auch miteinander diskutieren, was sinnvoll erscheint oder nicht. Es gibt also auch direktes Feedback auf die eigenen Ideen.

Stichwörter sind Klimawandel, wachsende Stadt und gesellschaftlicher Wandel

2. Frage: Was können die Bürger/innen kommentieren? Kann der Verkehrsentwicklungsplan als Ganzes in Frage gestellt werden? Und können berechtigte individuelle Anliegen vorgebracht werden?

Jonas Glüsenkamp: Dass der Verkehrsentwicklungsplan kommt, ist fix und vom Stadtrat so beschlossen. Hintergrund ist, dass wir uns vom Stückwerk der vergangenen Jahre verabschieden wollen und unter den veränderten Rahmenbedingungen – Stichwörter sind da Klimawandel, wachsende Stadt und gesellschaftlicher Wandel – einen Plan brauchen, wie wir unsere Mobilitätsziele erreichen wollen. Auch die Ziele – etwa, dass der Verkehr sicherer und der ÖPNV attraktiver gestaltet werden – sind klar definiert. Es geht jetzt aber um das Wie, also wie diese Ziele bestmöglichst erreicht werden können. Und ja, auch berechtigte individuelle Anliegen und Betroffenheiten können vorgebracht werden. Diese werden dann von den Entscheidungsträgern im Stadtrat in ihre Entscheidung einbezogen.

3. Macht es denn Sinn, sich vor der Mega-Baustelle Bahnausbau überhaupt Gedanken über die Mobilität von morgen zu machen?

Alexander Wagner: Der Bahnausbau ist ein Jahrhundertprojekt für Bamberg. Die Bahnquerungen wurden dort, wo es aufgrund der Bestandsbreiten möglich ist, für Geh- und Radwege sowie für den ÖPNV optimiert, um für die folgenden Jahrzehnte das Angebot des Umweltverbundes attraktiv zu gestalten. Gleichzeitig wollen wir die Unterführungen so ausbauen, dass sie insgesamt möglichst breit sind, so dass jede Generation in Zukunft entscheiden kann, wie sie den Verkehr dort führt.

4. Wie sind die Bedingungen für Kommentare? Muss ich meinen vollen Namen angeben?

Jonas Glüsenkamp: In Diskussionen im Internet wird die Sprache manchmal roh und unsachlich. Um eine gute Diskussionskultur zu wahren, sind nur Angaben unter dem vollen Namen möglich.

5. Gibt es noch andere Möglichkeiten, sich zu dem Verkehrsentwicklungsplan zu äußern oder kann ich das nur auf www.bamberg-gestalten.de?

Alexander Wagner: Nach dem jetzigen Stand ist die Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan auf bamberg-gestalten bis zum 11. Juni 2021 vorgesehen. Uns ist es wichtig, darüber hinaus auch eine nicht digitale Beteiligung anzubieten, die aber in der Pandemiesituation etwas eingeschränkter ist. Für den persönlichen Meinungsaustausch steht uns das Bürgerlabor vom 24. Mai bis zum 4. Juni zur Verfügung. Ebenso wird eine telefonische Sprechstunde eingerichtet. Die Termine werden von Seiten der Stadt bekannt gegeben.610W/150s
3.5.21 Bilder: webzet (Symbolbild in der Titelleiste). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
-5 # Bergradfahrer 2021-05-03 13:48
"sicher Radweg" ist ein Oxymoron.

webzet: Oxymoron = Wort aus zwei gegensätzlichen Begriffen: z.B. Himmel-hund.

"Radweg" und "sicher" sollen hier ein Gegensatz sein!

> Es wäre besser solche Begrifflichkeiten zu unterlassen!
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+2 # Baba Yaga 2021-05-03 16:37
Sportliches Autofahren auch.
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+1 # Bergradfahrer 2021-05-04 10:46
Bitte um Verzeihung bei der Redaktion für den Tippfehler, das hat die Korrektur des Telefons verbrochen. Beabsichtigt war: " 'sicherer Radweg' ist ein Oxymoron."

Ich weiß nicht, ob das Wort Oxymoron so schlimm ist, weil die Leute, die hier kommentieren sind absolut nicht dumm oder ungebildet oder gar unbeholfen. Der Werner, der Clavius, der Eisenbahner et al. kriegen das mit dem Verständnis und im Zweiflesfalle mit dem Nachschlagen locker hin.
Sollte keine Angeberei sind, sondern eher pointiert.
"sicherer Radweg" ist ein Widerspruch in sich. Das klingt nedd ganz so gut.

Vielleicht ist ein Haiku auch mal was:

On meim linken Ärmel zupft
der Schbiechl vom Schdodbus.
Sicherä Rodwech!
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+3 # Werner 2021-05-04 16:56
Danke für die Erwähnung, zu für mich irrelevanten Themen äußere ich mich in der Regel nicht, schon gar nicht wenn ich auf den Verfasser dieses Artikels blicke. Dann kann ich auch gleich ein Abo bei der KCNA abschließen.
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+5 # Humsera 2021-05-04 16:51
"Bürgerdialog" der Stadt erscheint nicht mehr.
Da hatten sich wohl zuviele kritisch zur Verkehrssituation geäußert!
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 Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

B 71

Bood:   Bad, Pate.
Is aans in Bood? Ist jemand im Bad?
Eä is fai mai Bood. Er ist (fai) mein Pate.

-

Boodä:   Bader. Dentist, Frisör. 
Gesd dsun Boodä? Gehst du zum Frisör?

-

Böödäla:   kleiner Trockenboden. 
Däs häng mä naufm Böödäla. Das hängen wir (hinauf) in den kleinen Trockenboden.

-

Boodhoosn:   Badehose. 
Vägäss fai dai Boodhoosn ned! Vergiss (fai) deine Badehose nicht!

-

Boodla: Tauf- oder Firmpate. Patenkind, kleines Boot. 
Früä is äs Boodla mid sain Boodla draun bai Buuch gän Boodla gfoän. Früher ist der Pate mit seinem Patenkind draußen bei Bug gern (mit dem) Haindampfer gefahren.

-

Boodn:   Boden, Baden. Speicher. 
Däs is a Foss oona Boodn.  Das ist ein Fass ohne Boden.

Miä grieng an noia Boodn. Wir kriegen einen neuen Boden (gelegt).
Geesd hoid mid dsun Boodn? Gehst du heute mit zum Baden (ins Schwimmbad).
Mai Aismboo is drom Boodn. Meine Eisenbahn ist oben (im) Boden (gelagert).

-

boodnlos:   bodenlos.
So a boodnlosa Frächhaid, wi däs, is mä nuch ned so laichd widäfoän. So eine bodenlose Frechheit, wie das, ist mir noch nicht so leicht wiederfahren.

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