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MOBILITÄT

Kann diese Umfrage repräsentativ sein?

Die Stadt führt zurzeit eine Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan durch. Schlusstermin sollte am 11. Juni 2021 sein. Die Frist wurde verlängert. Aber: Die Kritik wächst.

Die "aufgeführten Maßnahmen sind weder inhaltlich noch strukturell sachgerecht"

Wie man hört, gibt es selbst innerhalb der meisten braven Bamberger Bürgervereine durchaus unterschiedliche Meinungen über die Gestaltung, Merkmale und Inhalte der zurzeit laufenden Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030. Inhaltlich haben sich auch andere Gruppen gemeldet, so etwa dieKreishandwerkerschaft Bamberg, die “die veröffentlichten Informations- und Beteiligungsangebote für die Integration des Wirtschaftsverkehrs in den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Bamberg für gänzlich unzureichend hält. Die aufgeführten Maßnahmen werden weder inhaltlich noch strukturell der Bedeutung des Wirtschaftsverkehrs für die Stadt Bamberg gerecht.” Die prinzipielle Kritik bezieht sich darauf, ob diese Befragung überhaupt repräsentativ sein kann und - weil sie das nicht ist, das Ergebnis weniger zu Lösungen, sondern zum hinreichend bekannten Streit führen wird.

Zunächst: In einer erneuten Pressemitteilung gab die Stadt bekannt, dass die seit dem 3. Mai 2021 laufende Bürgerbeteiligung zum VEP bis zum 13. Juli 2021 verlängert worden ist. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Vorschläge zu den zehn Handlungsfeldern, wie Fuß- und Radverkehr, Sichere Mobilität sowie Straßennetz und PKW-Verkehr etc. einzubringen. Dabei kann zwischen allen Themenfeldern oder individuellen Interessensgebieten auswählen.
Neben der Internetbeteiligung bietet das Amt für Verkehrsplanung zusätzlich die Möglichkeit an, sich telefonisch sowie auch persönlich im “Bürgerlabor” in der Hauptwachstraße 3 zu Informieren und eigene Ideen einfließen zu lassen.
Termine für eine telefonische Beratung und für das Bürgerlabor können unter der Nummer 0951/87-1120 und über die E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vereinbart werden.

Die Findung einer repräsentativen Stichprobe ist elementar

Unter der Regie von Bgm Jonas Glüsenkamp findet das statt, was schon viel früher sein sollte und eine bescheidene Debatte darüber geführt wurde, wie eine solche Bürgerbeteiligung aussehen soll. Man weiß mittlerweile, dass für den Erfolg entscheidend ist, dass die Ergebnisse insgesamt Anerkennung finden. “Insgesamt” heißt: Der Durchführungsprozess muss als repräsentativ empfunden werden. Und da sollten die Stadtverantwortlichen wissen, dass Repräsentativität wenig mit der Anzahl der Teilnehmer zu tun hat! Bei jeder Umfrage von Profi-Instituten wird immer darauf verwiesen, dass für eine repräsentative Studie in erster Linie eine Stichprobe benötigt wird, die in ihrer Zusammensetzung und in der Struktur der relevanten Merkmale der Grundgesamtheit möglichst ähnlich sein muss.
Wenn man annehmen kann, dass die verschiedenen Gruppen und Grüppchen aus dem grün-roten Lager an der vorliegenden “Glüsi”-Bürgerbeteiligung teilnehmen werden, viele andere in der Bürgerschaft noch nicht einmal was davon gehört haben oder - wie oben dargestellt - den Prozess bereits bezweifeln, dann kann man sich das Ergebnis und seine Anerkennung ausmalen.
In der Stadt wurde vor wenigen Jahren kurzzeitig diskutiert, wie das - bundesweit anerkannte - “Filderstadter Beteiligungsmodell” aussieht. Die Findung einer repräsentativen Stichprobe ist hier elementar. In der Stadt Bamberg ist man aber offensichtlich auch bei grüner Beteiligung beim oft gescheiterten Beteiligungsmodell geblieben.
Das Ergebnis wird diesmal nicht anders sein. 
TV-Interwiew z. Filderstadter Modell: https://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/der_deutsche_bundestag/interview-buergerbeteiligung-thomas-haigis-100.html
Webzet-blog unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!
5.6.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.