MOBILITÄT

Mehr E-Scooter für Bamberg?

Die Nachfrage soll groß sein. Eine Feststellung, die allerdings nicht jeder Beobachter so teilt. Jedenfalls soll es mehr E-Roller geben, die zusammen mit Bus und Carsharing ein Mobilitätsmix bilden.

E-Scooter werden hauptsächlich von jungen Leuten gefahren

50 E-Scooter wurden im März d.J. in Bamberg in Betrieb genommen. Es ist der zweite Versuch, nachdem ein erster 2019 gescheitert war. Das irische Unternehmen ZEUS Scooters arbeitet eng mit den Stadtwerken Bamberg (StWB) zusammen. Die Zeus-Roller sind drei-rädrig und wirken auch für den inaktiven Betrachter stabiler als die vor gut zwei Jahren eingesetzten Fahrzeuge. Die Benutzung ist besonders für IT-affine Menschen einfach; die Roller werden wohl auch deshalb hauptsächlich von jungen Leuten gefahren.
Einmal in der ZEUS-App registriert, können die E-Scooter in einem sog. freefloating-System (fast) im gesamten Stadtgebiet genutzt werden. Besonders da, wo die Busse nicht bis vor die Haustür fahren, werden sie als ideale Ergänzung zu Bus, Bahn und Carsharing angepriesen. Sie gelten insbesondere für kleine Strecken als ideale Option - was die Bamberger und Bambergerinnen in früheren Jahren einfach gelaufen sind. Aus Sicht der Betreiber und der Stadt Bamberg bzw. den StWB gelten die kleinen Flitzer schlichtweg als Verstärkung im Umweltverbund.
Freilich gibt es nicht nur positive Stimmen, sondern auch Beschwerden. Etliche Mitbürger/innen sehen insbesondere das Falschparken kritisch. Manchmal stünden die Flitzer mitten im Weg, würden auf dem Fahrradweg abgestellt und fast auf der Straße. Wenn es dunkel ist, seien sie Hindernisse bzw. Stolperfallen, was natürlich auch für seh-eingeschränkte Menschen gilt.

Ältere oder in ihrer Gesundheit beeinträchtigte Bevölkerungsteile nicht vergessen

Ein zu Beginn des Rollervergnügens vermutetes Problem, scheint es bei den drei-rädrigen Fahrzeugen nicht zu geben: das Holperpflaster vorwiegend im Berggebiet. Tatsächlich sind auch im Bergbereich ab und an die Flitzer zu sehen.
Letztlich scheint bisher das teilweise rücksichtslose Abstellen der Roller den Hauptkritikpunkt abzugeben. Dazu sollte der/die verärgerte Bürger/in wissen, dass auf Falschparker zum Teil enorme Kosten zukommen können. Wer falsch abstellt, muss mit einer Mahngebühr von 30 € rechnen. Wenn die Fahrt nicht ordnungsgemäß beendet worden ist, das heißt nicht in einer freigegebenen Zone abgestellt und abgemeldet wurde, dann fallen weiterhin pro Minute 19 Cent Ausleihkosten an. Das kann bei mehreren Stunden, in denen der Scooter an falscher Stelle herumsteht, durchaus mal mehr als 100 € ausmachen.

Bisher kommen die E-Roller, die als Ergänzung zum ÖPNV angedacht sind, bei den Stadtwerken gut an. Um das Angebot weiter ausbauen zu können, muss allerdings der Stadtrat grünes Licht geben. Am 19. Juli soll eine Sitzung stattfinden, in der darüber beraten wird.
Ziel der Stadt soll sein, für den Stadtverkehr zukünftig einen Mobilitätsmix aus Bus, Carsharing und E-Scootern zur Verfügung stehen. Man muss hoffen, dass dabei die älteren oder in ihrer Gesundheit beeinträchtigten Bevölkerungsteile nicht vergessen werden.
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8.7.21 Bilder: ZEUS-Scooters (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+20 # Bergradfahrer 2021-07-08 13:49
Wie wäre es einfach den tendenziell zu dicken Hintern aus eigener Kraft zu bewegen?
Wer sich auf diese ökologisch katastrophalen Quatschdinger stellen kann, der kann auch laufen oder Rad fahren.
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+10 # supi 2021-07-08 16:10
ja freilich könnte man es auch mal mit laufen versuchen, in bamberg von *A* nach *B* zu kommen ist ja nichts menschenunmögliches, aber es ist halt nicht cool, um nicht zu sagen es wäre absolut uncool, ja und dann noch unsere mobilitätsleutla, was sollen die bloss machen, wenn ihnen ein spielzeug verloren geht.
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-15 # Baba Yaga 2021-07-08 18:09
Wichtiger als solche Spielereien (die sich übrigens für ältere Menschen faktisch sehr gut eignen, besser als PKW) ist, diese überbordende Zahl an PKW endlich zu reduzieren. Es wird mehr und mehr, nichts wird unternommen, nur halbherzige Ansagen, und die Lage wird immer ernster und ernster. Es braucht endlich Maßnahmen, die richtig ins Portemonnaie gehen.
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+3 # lumpenblicker 2021-07-11 09:23
ich halte ihnen zugute, dass sie noch viel zu jung sind, um die Nutzbarkeit für altere Menschen auch nur annähernd korrekt beurteilen zu können.
gerade für diese Personengruppe sind diese Dinger absoluter Unsinn und aufgrund mancher Nutzer sogar eine Gefahr :-x
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0 # Baba Yaga 2021-07-13 14:02
So jung bin ich allerdings nicht...
Aber wenn Sie meinen, dass PKWs für diese Personengruppe besser sind, sei Ihnen das zugestanden.
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+5 # Sabine 2021-07-08 18:16
NEIN. Keine E scooter mehr für Bamberg !
Wir haben in der Stadt nicht nur ein riesiges Verkehrsproblem, sondern auch ein Platzproblem. Überall wälzen sich viel zu dicke Autos durch die kleinen Straßen .Fussgängen und Radfahrern wird zugemutet Umwege in Kauf zu nehmen, bzw.sich an Kreuzungen mehrere Male an eine Ampel stellen zu müssen. Autofahrern wird meisten der direkte Weg ermöglicht. Vielzuviele Fahrzeuge aller Art, auf viel zu kleinem Raum. Am Raum können wir nichts ändern, denn der wird nicht größer. Aber an den Fahrzeugen. Also wir brauchen auf gar keinen Fall mehr zusätzliche Fahrzeuge, auf oder in denen NUR EINE PERSON von A nach B kommt. Punkt.
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+11 # Bambergerin 2021-07-09 07:39
Solange die E-Scooter auf Fahrradwegen unterwegs sind sehe ich da kein Problem. Auf dem Fahrrad ist im Übrigen in der Regel (außer man fährt Tandem) auch nur eine Person unterwegs :-)
Allerdings sollten die "leer" gefahrenen Scooter nicht einfach kreuz und quer auf den Gehwegen stehen gelassen werden. Man kann sie durchaus so abstellen, dass niemand behindert wird.
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-4 # Eisenbahner 2021-07-08 18:21
Ich oute mich mal als gelegentlicher Nutzer! Mal schnell von der Gartenstadt zum Aldi ,Rewe in der Memmelsdorfer oder so, ist schon sehr praktisch. Motorrad und Auto bleiben da mittlerweile öfter mal in der Garage stehen.
Nein, ich habe kein Fahrrad und auch nicht vor, mir jemals wieder eines anzuschaffen! Gönne aber jedem seinen Drahtesel! ;-)

Achja, ich bin weit in den 50igern ;-)
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+5 # Werner 2021-07-09 11:00
Pförds…überall stehen die Dinger kreuz und quer rum. In Köln wurden die wenigstens g‘scheit aufgeräumt. Dafür brauchts wenigstens auch keine Registrierung. Wenn das Teil des Mobilitätskonzepts sein soll…bravo Radlhader
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-3 # mireille 2021-07-09 17:59
Mönsch, man kann es niemanden Recht machen. Die einen jammern wegen zu vielen Autos, die anderen schimpfen über die Radfahrer. Ich nutze die Dinger eigentlich gerne, nur ist meistens keiner in der Nähe und die App funktioniert nicht einwandfrei. Kürzlich konnte ich den Roller nicht mehr da abstellen, wo er sonst immer stand. Man hat mal eben die Parkzonen verändert. Ich hab ihn 10 x hin und her geschoben und dann entnervt aufgegeben. Hotline war nachts nicht erreichbar und am nächsten Tag hatte ich ne Rechnung von über 100 Euro. Warte noch auf den Ausgang. Und klaro, scheiße parken ist nicht ok. Ansonsten eine gute Alternative zum Auto bzw Fahrrad fahren.
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+3 # supi 2021-07-10 11:26
nun mein mitleid hält sich in äusserst bescheiden zu nennenden grenzen oder anders gesagt, die erziehung über den geldbeutel war schon immer die effektivste methode.
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