MOBILITÄT - INNENSTADT

Die Hauptschlagader kappen!

Aufgehübschte Lange Straße. Bereits seit 2008 gibt es Pläne für eine „Flaniermeile“ zwischen Schönleinsplatz und Kranen. Geht es jetzt weniger um Attraktivität, sondern mehr um Verkehrspolitik?

Verkehrsfrust oder Flanierlust?

Die Lange Straße wurde in den vergangenen Tagen mit neuen Radstellplätzen und Pflanzenkübeln umgestaltet. Angeblich nur der Anfang. Dadurch fielen neun Parkplätze weg. Immer mehr Autos, Lieferwagen, Radfahrer und Fußgänger müssen sich den begrenzten Raum in der Langen Straße teilen. Langfristig ist eine gemeinsame, ebene Nutzfläche angedacht. Das soll bis zu 11 Mio € kosten. Die Aufwertungsabsicht ist nicht neu, schon 2008 wurden die entsprechenden Planungen begonnen. Da achtete man in den folgenden Jahren immer wieder auf das - fehlende - Geld.
Jetzt ist die Lange Straße der Idee eine “Flaniermeile” zu werden wieder ein Stück näher gekommen. Gleichzeitig mehren sich die kritischen Stimmen zu der einhergehenden Absicht oder Notwendigkeit, die verkehrliche Aufgabe und Leistung der Straße zu schmälern. Die jetzt schon vorgenommenen und von der Grün-roten Mehrheit noch beabsichtigten Maßnahmen würden die Erreichbarkeit bei Anlieferungen in den Bereich erschweren und sogar Rettungsdienst sowie Feuerwehr behindern.
Tatsächlich ist die Lange Straße die Hauptschlagader der Stadt: Etwa 10.000 Kraftfahrzeuge, rd. 4.500 Radfahrer und rd. 13.000 Fußgänger passieren sie täglich. Und mit der Stadt wächst auch die Zahl der Verkehrsteilnehmer.

Die Lange Straße ist mehr als nur “Flaniermeile”

Als nach wie vor entscheidender Knackpunkt bei der Umwandlung der Langen Straße liegt in ihrer Funktion die Hauptverkehrsachse der Stadt von Süd nach Nord zu sein.
In dieser Funktion wird sie stark genutzt und es gäbe als Alternative nur deutlich längere Umwege. Die Einbahnregelung kann man auch nicht aufheben, weil sonst der komplette innerstädtische Ring nicht mehr funktioniert. Langwierige Staus an Knotenpunkten wären die Folge. (Ältere Bamberger/innen werden sich noch gut an diese Situation vor rd. 30 Jahren erinnern.)
Die Grünen in Bamberg sehen das anders. Aus ihrer Sicht gäbe es keinen Grund dafür, dass die geschilderten Probleme auftreten würden. Für sie ist eine verbesserte Aufenthaltsqualität wichtig. Der noch ausstehende, niveaugleiche Ausbau (= Straße, Geh- und Radweg bilden eine Fläche) könnte die Straße zu einem Kommunikationsraum für Fußgänger/innen machen, sowie mehr Platz für Gastronomie und Begrünung schaffen. Aus ihrer Sicht hängt Attraktivität einer Innenstadt von der Aufenthaltsqualität mit einer Vielfalt an Geschäften ab. Das ist grundsätzlich richtig. Doch es kommt auf die Gesamtfunktion einer Straße an. Die verkehrliche Problemlage für die Gesamtstadt, sie sich für den Stadtbusbetrieb so wie für Autofahrer/innen ergibt, die die Lange Straße regelmäßig als Arbeits- oder Versorgungsweg nutzen, wird von den Befürwortern einer Tempo 10-Zone (bei niveaugleichen Ausbau) weniger thematisiert. 

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Kommentare   
-35 # Baba Yaga 2021-09-08 14:36
Es geht darum, einen dekadenten Lebensstil zu kappen. Kritiker speisen ihre Munition aus eingebrannten Mentalitäten, nicht aus realen Notwendigkeiten.
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+59 # Matthias Alt 2021-09-08 14:37
Für mich als Handwerksmeister ist es ein Unding wenn Parkplätze bzw . Lieferantenzonen gekürzt werden. Nach reiflicher Überlegung haben wir für unseren Betrieb beschlossen keine Lieferungen in die Stadtmitte mehr zu machen, weder in die Gastronomie noch als Partyservice der bekanntlich ja etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Dazu kommt die irrsinnige Behinderung durch Fahrbahnverengungen wie zb Gericht zur und durch die Lange Straße. Der Zeitaufwand hier noch einen Fahrer auf den Weg zu schicken steht in keinem Verhältnis. Natürlich will man eine Stadt die Besucher anzieht. Wenn wir Beschicker von Märkten und Geschäften aber behindert und eingeschränkt werden können wir das nicht leisten. Nur Cafes und Flaniermeilen braucht kein Mensch, wenn das aber der politische Wille ist dann bitteschön.
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+37 # gablmann 2021-09-08 16:02
Ich versteh Sie!
Der Mittelstand kriegt VERBAL den Arsch gepudert weil er Ausbildungsplätze hat und die "Stütze" der Gesellschaft ist.
In Wahrheit zieht man dem Mittelstand den Teppich unter den Füßen weg. Da nutzt der Handwerkerausweis auch nix, gell?

Amazon, Zalando & CO sagen DANKE!
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+30 # supi 2021-09-08 16:43
klare ansage, dem gibt es nichts hinzuzufügen. die richtung und zukunft ist klar, die bewohner der innenstadt werden sicher wissen, bei wen sie sich zu bedanken haben
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+15 # Alexander 2021-09-09 11:21
Herr Alt, ich verstehe Sie sehr gut. Als selbständiger Handwerksmeister gehören Sie zweifellos zu den besonders gut ausgebildeten Leistungsträgern in unserer Gesellschaft.

Leider gibt es in der Politik immer wieder Strömungen, die aus ideolgischen Gründen solche tüchtigen Menschen wie Sie nicht besonders mögen. Traurig :sad:
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+13 # Werner 2021-09-09 20:03
Ihre Bratwörschd, Herr Alt, sind ein Gedicht. Solln die in der Langen Straße halt ihren BubbleTea blubbern.
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+34 # CFRA2 2021-09-08 14:46
Blicken wir doch mal in die Zukunft:
Wir schreiben das Jahr 2040, in Bamberg regiert eine Koalition aus der DNG (= Deutsche neue Grüne, die sich 2030 gegründet hatten, weil die, in ihren Augen alten Grünen ihnen zu konservativ und unökologisch waren) und der Linken, die mittlerweile vom BGH hat verbieten lassen ihr jeden Bezug zur SED anzudichten, obwohl sie sich nur zur Wahrung ihres Parteivermögens nur mehrfach umbenamst hatten.
Jedenfalls kommen nun Forderungen auf doch endlich das Verkehrsproblem der Lastenräder in der Langen Straße zu lösen. Es sollen nun endlich nur noch Träger die Lange Straße be- und entliefern dürfen. Allerdings müssen diese Barfuß laufen, damit das Biotop in der gesamten Langen Straße nicht zertreten wird. (Anmerkung: Der Straßenbelag wurde schon 2035 auf einem Beschluß der DNG entfernt und die Fläche in ein Biotop umgewandelt.)
Noch können wir dieses zukünftige Schreckgespenst bei der kommenden Wahl verhindern!
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+7 # gablmann 2021-09-08 14:59
Alles Flickschusterei. Alles kostet Geld auch das Blumenkübel- und Fahrradbügel "Stadtmobiliar".

-Heinrichsdamm von P&R bis Friedensbrücke ausbauen.
-Lange Str. sperren.
-Fertig
Danach schreien die Königstraßenanwohner:
-Kunnigundendamm ausbauen vom Klappan-Monsterbau bis Friedensbrücke
-Königstr. sperren
-Fertig

Dann ist die nächsten 100 Jahre Ruhe!
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+46 # Günther M.H. 2021-09-08 15:42
"Ältere Bamberger/innen werden sich noch gut an diese Situation vor rd. 30 Jahren erinnern." Die sollten sich noch an mehr erinnern. Inzwischen wird unsere Stadt von jungen zugereisten "Studierenden" beherrscht, die weder eine Ahnung von den Problemen noch (früheren) Lebensart dieser Stadt haben.
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+37 # Gitti 2021-09-08 17:27
Diese Grünlinge - überdurchschnittlich häufig jung und/oder ohne Kind und Kegel - sind offensichtlich der Meinung, dass die Bamberger aus bloßer Langeweile mit dem PKW durch die Lange Straße fahren.
Wer zum Einkaufen nicht in die Innenstadt fahren kann, fährt halt ins Ertl Zentrum. Kaufleute, wehrt euch! Allen Lippenbekenntnissen zum Trotz ist es die rot-grüne Stadtspitze, die euer Verhängnis sein wird. Die "Verweiler" aka die neuen "Fachkräfte" werden sicher kein Geld in die Boutiquen spülen. Das machen die Frauen. Und die wollen dort (kurz) parken, wo sie einkaufen bzw umtauschen können.
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+30 # lenny 2021-09-08 23:43
Die "Studenten" kommen her, leben hier vielleicht 6 Jahre und wählen XY in der Zeit. Dann verlassen sie den politischen Scherbenhaufen den sie städteplanerisch hier angerichtet haben!

Ich war neulich nach 3 Jahren das erste mal wieder "bewusster" in der "inneren Stadt".
Einwohnermeldeamt, Wahlunterlagen einwerfen und Eheringe anschauen.

Was soll ich sagen, es gibt keinen Grund für mich diesen inneren Bereich aufzusuchen. Ich bestelle aber auch kaum im Internet und shoppe auch so recht wenig (Deutsche haben scheinbar ja eh keine anderen Hobbys ausser shoppen), da ich gut 12h am Tag arbeite brauche ich vorrangig Lebensmittel und die bekomme ich woanders.

Attraktivität sieht für mich anders aus als Partyevents, Shoppingmeile und überall die selben Geschäfte. Ich setze mich auch ungern in ein Straßencafe in dem tausende Fahrzeuge durchschleichen die keinen Mehrwert bieten wie vielleicht in Milano (in Italien freut man sich wenigstens über Lambos und Ferraris). Die Lange Straße hat auch Bautechnisch einen Charme von einer XY Straße die einfach völlig unbedeutend ist.

Ich empfehle die Lange Straße einfach als Tunnel anzulegen. Starke braucht dringend ein Prestigeobjekt (oder eine Hochstraße).




.
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+7 # Bergradfahrer 2021-09-09 07:58
Mit Verlaub, der Begriff "Hauptschlagader" wirkt schon ein klein wenig hysterisch.Über Jahrzehnte haben italienische Städte bereits ihre Innenstädte für den Durchgangsverkehr gesperrt, ohne dass sie binnen weniger Sekunden verstorben wären, was beim Kappen einer Hauptschlagader ja unvermeidlich wäre.
Es ist durchaus möglich in Bamberg mit dem Auto von A nach B zu kommen, ohne die Innenstadt zu druchfahren, dauert halt a weng länger, aber Autofahren überanstrengt dann doch die allerwenigsten.
Ich saß jüngst mittags in Fürth in der Gustavstraße, das war tiefenentspannt dort. Und das war einst Teil der B8. Und auch aus den langen, juristischen Streiten um die Nutzung dieser Straße könnte die Stadt Bamberg lernen und gleich ein akzeptables Konzept erstellen.
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+6 # lenny 2021-09-09 21:54
Naja, als alter Fürther muss ich hier mal sagen, das die sperrung der Gustav Straße stark hinkt. man hat hier die Pegnitz verlegt, trocken gelegt um eine breite Umgehung zu schaffen.
Gut, das ginge in Bamberg schon auch ;-)

Es würde eher der Vergleich mit der Durchfahrt der Busse durch deren Fußgängerzone und die Neue Mitte und die Änderung der Durchfahrt in der Hallstraße treffen. Aber auch hier schafft es Fürth nicht die Anbindung der Fußgängerzone an die Fürther Freiheit zu schließen, so bleibt die Friedrichstraße als treffender Vergleich zur Bamberger Langen Straße.

Kappt man diese Ader geht das zu lasten anderer Hauptrouten und deren Anwohnern.

Vielleicht hat ja ein Holländer Erfahrungen wie sich das Verkehrsgebaren ändert ohne Direktverbindungen quer durch die Stadt, und zwar durch eine alte Stadt und nicht einer vom Reißbrett geplanten Stadt.
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+11 # Bergradfahrer 2021-09-10 09:09
Stimmt, das Flussverlegen geht in Bamberg nicht, allerdings ist Bamberg auch etwas kleiner.
Allerdings viel Verkehr ist schlicht unnötig. Schon allein wenn ich die ganzen Muttis und Papis sehe, die die Früchte ihrer Leiber zum Clavius oder den Englischen kutschen, Es wird viel zu leichtfertig das Auto genutzt, weil es eben bequem ist. Würde es ein klein wenig unbequemer und umständlicher werden, dann würden sicher mehr anders unterwegs sein.
Wer nicht wirklich muss, würde dann nicht mehr innerstädtisch fahren. Anlieger dürften ja noch rein, so viel zum Lamento der Handwerker et al. Niemand erwartet, dass ein Heizkessel aufs Lastenrad geladen wird. Und Getränke liefert man immer noch am wirtschaftlichsten und auch recht umweltfreundlich mit einem gut gefilterten Diesellieferwagen aus, der eine gut geplante Route abfährt.
Ich glaube mit etwas Mut könnte man mal so eine Innenstadtsperrung durchziehen und schauen was denn so passiert. Die perfekte Lösung als großer Wurf in einer einzigen eleganten Bewegung wird nicht machbar sein, frisst einfach zu viel Planungskapazitäten und Kosten. Einfach sich rantasten, ohne große Investitionen und mit leicht reversiblen Schritten.
Aber Mut und Problemlösekompetenz sind halt bei den Stadtoberen a weng dünn gesät.
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-32 # Bamberger 2021-09-09 12:07
"Hauptschlagader", soso
Ich würde mal schauen was so für Adern mitten durch Bamberg gezogen wurden. Bei einer davon wird gerade eine Brücke für mehr Geld saniert als insgesamt jemals für den Fahrradverkehr in Bamberg investiert wurde.
Es gibt zweispurige Umgehungsstraßen. Berliner Ring, Münchner Ring. Es gibt die er kürzlich neu ausgebaute und wenig genutzte Anbindung an den Laubanger.
Dass Leute den für sie individuell kürzesten Weg wählen ist nachvollziehbar. Aber als Gesellschaft muss man das nicht hinnehmen. Gemeinwohl > Individualwohl

Wir wissen alle, das Handwerker ausschließlich und immer gemeinnützig unterwegs sind und mit ihren Aufträgen auch natürlich nichts verdienen wollen. Deswegen ist die Maßnahme in der Innenstadt keine Aufträge mehr anzunehmen verständlich. Dann braucht es auch keine neuen Gewerbeflächen in Bamberg. Also Win/Win.
Im Ernst: Ich bin sicher diese Lücke füllt dann jemand, der nicht so gemeinnützig ist und sich den Gewinn sicher nicht entgehen lässt. Sind nicht alle so ideologisch verblendet.
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+24 # Michl 2021-09-09 18:50
Wenn man sieht (und als Pendler täglich erfahren muss) was gerade momentan in und um Bamberg herum Baustellen, auf denen wochenlang wenig bis nichts passiert, eingerichtet sind, fragt man sich schon, ob dieses Land nur noch von Schwachsinnigen und/oder Anti-Auto-Ideologen dirigiert wird!
Keinerlei Abstimmung, keine weitläufigen Ausschilderungen, nichts!
Und wo ich den genannten Münchner Ring oder auch die hier diskutierte Lange Straße im Sinne von "Gemeinwohl" umfahren kann, das möge man mir mal erzählen!

Kleiner Tipp noch an den Bamberger: stellen sie sich mal tagsüber an den Kaulbergfuß und denken sie sich dann noch den Verkehr vom Münchner Ring dazu...
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-19 # Bamberger 2021-09-10 09:35
Lange Straße: B22- Münchner Ring, Memmelsdorfer Straße
Münchner Ring müssen sie gar nicht umfahren, das ist die Umfahrung. Und der MR ist auch nicht gesperrt.

Wieso sollte der Verkehr vom MR über den Kaulberg fließen? Andersrum wird ein Schuh drauß: Kaulberg für Durchgangsverkehr sperren und den Verkehr über MR leiten.
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+17 # Michl 2021-09-10 18:44
Lange Straße - gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ein Grossteil der Durchfahrenden - so wie ich auch - dies nicht aus Jux und Tollerei macht!
Und wenn ich innerstädtich von Süd nach Nord will/muss geht es parallel nur über Bahnhof oder Berliner Ring, d.h. wesentliche Umwege! Wer gewinnt dabei irgendetwas, da es ja überall Anwohner gibt?
Ahnlich Münchner Ring, wer qüalt sich den Kaulberg rauf oder runter, wenn er nicht in die Innenstat will?
Für mich ist hier die Frage, wer ideologisch verblendet ist!!
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+31 # Berufstätiger 2021-09-09 12:59
Wer kein Auto braucht oder aus Prinzip darauf verzichtet, redet sich da leicht. Was die „Hauptschlagader“ anbetrifft, so gibt es sich Alternativen, die bringen aber deutliche Nachteilige. Wer ein Auto tatsächlich braucht, sieht diese Nachteile natürlich kritisch bis verärgert. Man kam Groß-und Großstädte auch nicht einfach so vergleichen.
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-25 # Gerd Rudel 2021-09-10 11:36
Wenn's nicht so traurig wäre, müsste man fast lachen: In sehr vielen Städten in Europa und auch auf anderen Kontinenten arbeiten die Stadt- und Verkehrsplaner mit sehr guten Erfolgen daran, die Schäden der (bald ablaufenden) Ära des Autos zu beheben, nur in Bamberg geht die Welt unter, wenn ein paar Parkplätze wegfallen oder gar eine Straße ein bisschen lebenswerter gestaltet werden soll. Beispiele dafür gibt es in Hülle und Fülle. Die italienischen Städte wurden hier mehrfach genannt, Groningen und Utrecht mögen als Beispiele aus Holland genügen. Ich nenne hier noch (weil vielleicht weniger bekannt und mit 83.000 EW auch größenmäßig mit Bamberg vergleichbar) Pontevedra in Spanien. (Dazu ein Artikel aus der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pontevedra-fussgaenger-autos-1.4259542) Und überall, wo das Auto zurückgedrängt wurde und der städtische Raum wieder den Menschen zurückgegeben wurde, blühen Handel und Wandel. Auch das wurde mittlerweile sehr, sehr oft wissenschaftlich untersucht - mit dem immer gleichen Ergebnis (seit den 90er Jahren übrigens!). Nur die Auto-Fans in Bamberg wollen das halt nicht wahrhaben...
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+12 # Clavius1970 2021-09-10 23:12
Man kann Äpfel aber nicht mit Birnen vergleichen Herr Rudel.
Die Niederländischen Städte verfügen über ein ganz anderes Höhenprofil als Bamberg, um bequem auf das Fahrrad ausweichen zu können.
In südlichen Gefilden, das gilt auch für das vom Bergradler als Beispiel angeführte Italien, ist die mögliche Verweildauer in öffentlichen Bereichen (Einkaufsbummel) aufgrund der klimatischen Bedingungen wesentlich größer als in unseren Breitengraden.
Trotzdem würde ich auch eine, zumindest versuchsweise, Sperrung der Langen Straße befürworten, um Erfahrungen zu sammeln. Meinem Eindruck nach fahren auch viele ortsfremde Fahrer einfach durch die Lange Straße weil sie es nicht besser wissen und das Navi sie führt.
Übrigens gibt es auch noch eine Landbevölkerung, die auf das Auto angewiesen ist. Dort wird aber auch, und nicht in unerheblichen Maß, Wertschöpfung erzeugt, um so manchen Schreiberling hier durch Steuern zu ernähren.
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-15 # Gerd Rudel 2021-09-11 12:04
Natürlich kann man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Aber: Beide sind Obst. Aus beiden kann man leckere Kuchen backen. Mit entsprechenden Rezepten.
Bezogen auf unser Problem heißt das: Alle genannten Städte sind unterschiedlich, alle aber haben einen historischen Altstadtkern. Für alle muss man unterschiedliche Rezepte finden, die "passgenau" sind. Die Zutaten dafür sind allerdings bekannt - und zwar schon lange:
- ein gut ausgebauter ÖPNV für Stadt und Landkreis (ein paar Vorschläge dafür habe ich während der Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan gemacht, sie sind dort wohl immer noch nachzulesen);
- attraktive öffentliche Räume, die zum Flanieren und Verweilen einladen;
- ein durchdachtes Radverkehrsnetz;
- möglichst barrierefreie Fußwege mit Priorität an den Querungen;
- für den Wirtschaftsverkehr ein ausgeklügeltes Logistikkonzept;
- für den privaten PKW-Verkehr ein restriktives Parkraum-Management.
Und die Besucher aus dem Landkreis sind natürlich nach wie vor willkommen, auch jene, die (noch!) auf das eigene Auto angewiesen sind. Allerdings heißt das nicht, dass ihnen der Weg bis ins Herz der Stadt geöffnet werden muss.
(Ich habe einige wesentliche Punkte mit entsprechenden Beispielen mal hier zusammengefasst: https://www.gutes-leben.org/de/2019/04/15/mobilitaet-fuer-alle-teil-ii-verkehrswende-geht-doch)
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+15 # Frank Reich 2021-09-12 16:09
Das Auto wird man auch weiter benötigen, ganz gleich mit welchem Energieträger es angetrieben wird.

Beispiel:

Altenpflegerin arbeitet in Bamberger Innenstadt und hat gegen 22:00 Uhr Schichtende. Ihr Heimatort, ein kleines Dorf einer angrenzende Gemeinde, wird um diese Zeit von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr angefahren. Ein "Grüner" meinte, sie könne doch mit dem Fahrrad durch den Bruderwald fahren, dies sei eine deutliche Abkürzung und ohne lästigen Straßenverkehr.

Na klar......als Frau mitten in der Nacht bei jeder Wetterlage nach dem doch so "lockeren und kräfteschonenden Job" auf den Drahtesel setzen und durch den Wald nach Hause fahren.
An Lebensfremde kaum zu überbieten.

Weitere Beispiele aus der Praxis gefällig ?
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+7 # Clavius1970 2021-09-14 22:20
Ich bin immer tief betroffen, wie unsere Vordenker in Sachen Umweltschutz die Interessen vieler Bevölkerungsgruppen einfach beiseite schieben.
Sie schaden durch diese Ideologisierung und Polasisierung massiv dem Umweltschutzgedanken und verprellen viele Bürger beim Mitmachen für eine bessere und gesündere Zukunft.
Wenn ich mir die Ergebnisse und das Verhalten unseres grünen Bürgermeisters in Bezug auf Bürgernähe und Umweltschutz so anschaue, fällt mir mir nur die Note "Setzen 6" ein.
Kllimahysterie, ohne Wahrung des Lebensstandard unter ökonomischen Gesichtspunkten, wird mittelfristig in einer rechte Diktatur führen. Da wird dann auch kein Wahlrecht ab 16 Jahren mehr helfen. Wenn die, jetzt so lautstark Veränderungen fordernden "Aktivisten", die negativen ökonomischen Veränderungen richtig zu spüren bekommen ist Schluß mit lustig.
Die Rattenfänger am rechten Rand warten schon auf Sie.
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+7 # Es Reicht 2021-09-15 21:29
Ich war heute 2x mit dem Auto vor Ort.

7:20 Uhr

Alle neuen Fahrradständer stehen flächendeckend leer. Bis auf einige Drahtesel, die sich bereits auf dem Weg zum Standschrott befinden.

Lastenradständer: Leerstand.

Alle verbliebenen Kurzzeitparkplätze bei Einfahrt in die Lange Straße belegt von Handwerker Kleintransportern.


13.05 Uhr

Exakt das oben beschriebene Bild. Einzig das Chaos, welches durch den Rückstau sorgte dafür, dieses Stilleben länger betrachten zu können.

Die größte Schule Oberfrankens, ein Parkhaus mit angeschlossener Sportstätte und nicht zuletzt die verkehrspolitischen Hoffnungen der Vergangenheit werden hier verkehrstechnisch beerdigt.

Was verkehrstechnisch passiert, wenn viel genutzte Verbindungen gesperrt werden, kann ja im Moment gut beobachtet werden. Mit der gleichzeitigen Sperrung der Anschlussstelle Bamberg Süd, der Zollnerstraßenunterführung und weiterer Behinderungen im Landkreis bekommen die Bamberger einen Vorgeschmack darauf, wie es in Zukunft immer sein könnte.

Nein, danke!
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+4 # controletti 2021-09-17 00:29
hört auf zu jammern

ihr habt doch diese Holz- und Grasjünger*innen gewählt. ideologisch verbohrtes Studentenvolk, dass nach kurzer Zeit den Wahlauftrag in die Tonne kippt und einfach wieder verschwindet. nach ihnen die Sintflut, egal was sie vorher verbrochen haben.

IHR habt diese kurzsichtigen Ideologen gewählt. lernt mit ihrem Scheiß umzugehen oder jagt sie aus dem Tempel
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