MOBILITÄT

“Was lange währt wird endlich gut!”

Beim ADFC (Allgemeinen Deutschen Fahrradclub) freut man sich über die Verwirklichung der neuen Verkehrsregelung in der Erlichstraße. Ein Viertel Jahrhundert habe es gedauert.

Ein Wunsch des ADFC, diese Verbindung für den Radverkehr zu öffnen

25 Jahre nach der damaligen Novellierung der Straßenverkehrsordnung im Jahre 1997 hat es nun auch die komplette Erlichstraße in die Riege der Bamberger Einbahnstraßen mit erlaubtem Fahrradverkehr in Gegenrichtung geschafft. Doch der Weg bis dahin war lang und beschwerlich, heißt es in einer Pressemitteilung des ADFC.
Schon in den ersten Sitzungen der städtischen Arbeitsgruppe Radverkehr nach der StVO-Aktualisierung war es ein Wunsch des ADFC, diese Verbindung für den Radverkehr zu öffnen. Doch Verwaltung und Politik waren in den ersten Jahren eher zögerlich bei der vor allem finanziell günstigen Möglichkeit, dem Radverkehr neue Wege zu bieten.
Nach und nach wurde das mit wenig Aufwand (Zusatzschilder und Fahrbahnmarkierungen) zu realisierende verkehrspolitische Instrument, das dem Umweg-resistenten Verkehrsmittel enorme Vorteile bringt, immer öfter auch in Straßenabschnitten angewandt, das die damaligen Contra-Argumentationen (zu schmal, zu viel Verkehr, nicht geradlinig, zuviel Bus-/Schwerverkehr) entgegen stand. Die Stadt Bamberg wurde langsam etwas mutiger, die Einrichtung von Einbahnstraßen-Freigaben immer normaler.

“Eine freigegebene Einbahnstraße birgt faktisch keine Konflikte“

Die Forderung der Stadtverwaltung, dass die auf der Fahrbahn parkenden Autos in Einbahnrichtung linksseitig - wegen einer möglichen Ausweichmöglichkeit für Radfahrende bei Gegenverkehr – stehen müssen, war lange Zeit das letzte Argument, das gegen die Freigabe sprach. Dieses Hindernis wurde nun auch durch veränderte politische Mehrheiten im Stadtrat aus dem Weg geräumt. Und das auch gegen den Willen der Auto-Fraktionen, die den Wegfall von zuletzt drei Autoparkplätzen auf der Fahrbahn hochstilisert hätten.

Vorgeschoben worden sei von den letztlich erfolglosen Verhinderer/innen aber der Sicherheitsaspekt mit einer zu schmalen verbleibenden Fahrbahn. Aus Sicht des ADFC war und ist das jedoch übertriebene Panikmache. ADFC-Vorstandsmitglied Michael Schilling sagt dagegen: „Uns sind seit Einführung der Einbahnstraßenöffnungen für den Radverkehr in Bamberg keinerlei Unfälle bekannt geworden, weil beide Verkehrspartner sich meist rechtzeitig sehen und dann aufeinander achten – oder weil sie auf sich selbst achten: der eine auf seine Haut und Knochen – der andere auf seinen Autolack. Trotz vieler anderer Probleme im Verkehr zwischen Auto und Fahrrad birgt eine freigegebene Einbahnstraße faktisch keine Konflikte“. Und er sagt weiter: "Es gibt eine Vielzahl von Straßen, in der trotz ähnlich enger Straßenquerschnitte Fahrrad und Auto gut miteinander auskommen, weil sie sich arrangieren.” Er nennt dazu die Josephstraße, den Spiegelgraben, die Trimbergstraße, die Bughofer Straße oder die Verbindung vor der Sparkasse am Schönleinsplatz.

Der ADFC stellt aus seiner Sicht auch die Behauptung richtig, er habe mit unlauteren Mitteln die politische Entscheidung forciert. Es habe zwar eine von einem Mitglied des ADFC initiierte Unterschriftsliste gegeben mit der Unterstützer/innen für die verkehrspolitische Maßnahme gewonnen werden sollten. Dies sei aber keine Unterschriftsliste des Vereins ADFC gewesen, sondern “die private Initiative eines am Hochgericht wohnenden Vereinsmitglieds”, stellt ADFC-Vorstandskollegin Elke Pappenscheller fest. "Dass auch Unterstützende darauf unterschrieben, die nicht direkt in der Erlichstraße wohnen, ist auch nicht verwerflich.”

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13.9.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto); ADFC Bbg. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (r. Spalte u.) freigeschaltet.

Kommentare   
-6 # gablmann 2021-09-13 12:39
Das ist mal eine vernünftige Ansicht des ADFC.
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-12 # Baba Yaga 2021-09-13 13:52
Man sieht, wie lange es dauert, bis Mentalitäten sich wandeln. Das dauert immer sehr lange, entgegen jeder Rationalität. Um letztere ist es auch nie gegangen und geht es auch heute nicht, es ging und geht um Emotionalitäten, gar Religiositäten, die schwer zu begreifen sind. Tief verankert. Das ist Beton, der erst schmelzen muss. In diesem, wenn auch sehr kleinteiligen Fall hat es schlussendlich geklappt. Mut für deutlich grundlegendere Maßnahmen ist aber angebracht, und zwar seit gestern.
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+9 # CFRA2 2021-09-13 15:39
Zitat des ADFCs: „Uns sind seit Einführung der Einbahnstraßenöffnungen für den Radverkehr in Bamberg keinerlei Unfälle bekannt geworden".

Es wird sicherlich nicht lange dauern, daß dort, in der Erlichstraße, doch ein schwerer Unfall, verursacht durch einen Radfahrer, passiert! Und dann ist das Geschrei groß.
Glüsi verdammt alle Autofahrer und will sie dort auch noch entfernen! Aber alle Anwohner und sonstige vernünftigen Bürger haben das, wie bekannt, schon eh postuliert
Also, währet den Anfängen, es kommt die Bundestagswahl!
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+15 # Alexander 2021-09-13 19:00
Ob unser Bürgermeister, Herr Glüsenkamp, alle Autofahrer verdammt kann ich schlecht beurteilen. Nach meinem Kenntnisstand verfügt das Ehepaar selbst über einen eigenen PKW.

Es ist halt nunmal so eine Sache: Man ist jung, sportlich, durchtrainiert und studiert in einer vergleichsweise überschaubaren Stadt. Man hat keine Kinder zu versorgen und auch nicht die Eltern / Großeltern, weil diese doch noch ziemlich rüstig sind. Man kann im Bereich der Mobilität nahezu alles zu Fuß oder dem Fahrrad erledigen. Ein Auto ?? warum eigentlich?

Zehn oder 15 Jahre später: Studium abgeschlossen und nun am Stadtrand wohnend. Es hat sich Nachwuchs eingestellt. Der Sohn möchte zum Fußballplatz irgendwo auf dem Hochjura gefahren werden, da man dort oben gegen einen dortigen Verein spielen wird. Die Tochter soll aber vorher unterwges bei irgendeinem Kindergeburtstag abgeliefert werden. Dabei sollen für die vierköpfige Familie und zusätzlich auch noch für die zwischenzeitg nicht mehr so rüstigen Eltern Klopapier, Mineralwasser, Bier, Tiefkühlkost, Kartoffeln, usw. usw. besorgt werden. Auch die Schwiegereltern fragen nun nach, ob man ihnen bei dieser Gelegenheit nicht auch noch dies & jenes besorgen könnte.

Fazit: Man hat Getränke, Lebensmittel und irgenwelchen Krimsgrams mit einem Gesamtgewicht von rund einem Zentner oder oftmals mehr im PKW herumliegen und ohne diesen geht es nunmal häufig nicht.

Wieder zehn Jahre später: Man ist im Ruhestand, die Kinder sind aus dem Haus, die Eltern, Großeltern und Schwiegereltern sind entweder im Seniorenheim oder bereits verstorben. Das Auto wird daher kaum noch benutzt oder ist vielleicht schon verkauft.

Nun sind es die eigenen Kinder, die wiederum ihre Kinder durch die Gegend kutschieren und sich um ihre betagten Angehörigen kümmern und Großeinkäufe organisieren. Und waren die eigenen Kinder einst totale Autogegner, so geben sie nun kleinlaut zu, dass es ohne dieses ofmals verschriene Verkehrsmittel in manchen Fällen doch nicht geht.
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-1 # Bergradfahrer 2021-09-15 08:27
Also Getränke kann man ganz wunderbar und ökologisch verträglich liefern lassen, auch am Stadtrand oder auf dem Land. Das dürfte ca. 66-75% des Bruttogewichts eines Großeinkauf darstellen. Kurzzeitnutzung für Einkäufe ist zudem beim Carsharing recht günstig, was Parkplatzbedarf reduziert.
Was die nur allzu oft als bewegungsunfähig angesehenen Kinderchen angeht: Die Antwort meiner Eltern, wenn ich irgendwo hin wollte, war stets, dass ich natürlich dürfe, solle halt mit dem Rad aufpassen. Und das war im ländlich geprägten, bergigen Frankenwald. Und wenn ein Meter Schnee lag, dann ging halt manches nicht, ok außer Wintersport und Lesen, schadet in der Regel auch nicht.
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+10 # Matthias Alt 2021-09-15 06:29
Nochmal zur Aufklärung.
Es wurden KEINE Unterschriftenlisten hier in den Geschäften ausgelegt ! Es wurde niemand aus der Erlichstraße befragt ob diese Verbindung akzeptiert wird. Die Bewohner wollten diese Entscheidung der Mehrheit im Stadtrat auf keinen Fall. Wir sind hier im Viertel bestimmt keine "ewig Gestrigen", aber eine Mitmachstadt ist das bestimmt nicht. Ein dank gilt einen bestimmten Menschen der hier mit liest. An einem Freitag bekam ich den Tipp dass hier in Sachen Radverkehr was läuft, es war aber auch auf der Homepage der Stadt zu finden wenn man weiß wo man suchen muß. Am darauf folgenden Dienstag war der Mobilitätssenat und hätte die ursprüngliche Planung durchgewunken. Ein Dank geht an OB Starke und Bgm. Glüsenkamp dass der Termin von der TG genommen wurde und einige Ortsbegehungen stattfinden konnten.
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+5 # controletti 2021-09-17 00:16
dümmer gehts nimmer. schon beim Anblick dieses Bildes wird man krank
aber wenn man sich die seltsamen Leute beim ADFC anschaut, dann verwundert keine noch so krude Meinung mehr. dazu dann noch die finsteren Gestalten vom VCD samt ihrem wirren Chef und das Gruselkabinett der Weltfremden ist vollständig. :-x
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