VERKEHRSSICHERHEIT

Flächendeckend Tempo 30 in Pettstadt

126 Verkehrsschilder wurden abgebaut. In Pettstadt im Landkreis Bamberg wurde flächendeckend Tempo 30 eingeführt. Eine Premiere in Bayern. In einer Stadt geht es aber nicht so einfach.

Zukünftig nur noch "rechts vor links"

Kein Schilderwald mehr in Pettstadt. Ein flächendeckendes Tempolimit machts möglich. In der Gemeinde rd. 8 Km von Bamberg entfernt gelten nun spezielle Verkehrsregeln, denn im ganzen Ort gilt nun Tempo 30. Deutliche Schilder an allen Ortseinfahrten weisen auf die neuen Verkehrsregelungen hin. Neben den vorfahrtsregelnden Schildern werden auch nahezu alle Parkverbots- und Halteverbotszeichen im Ort abgebaut. In Pettstadt gilt zukünftig nur noch "rechts vor links".
Das ist möglich, weil der Hauptort aufgrund seiner Lage etwas abseits überörtlicher Straßen ideale Voraussetzungen für das Experiment bietet. Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bamberg und der Polizei das neue Verkehrskonzept erarbeitet.
Das Tempolimit soll die Verkehrssicherheit und Wohnqualität im gesamten Ort verbessern, wird Bürgermeister Jochen Hack in der überörtlichen Presse zitiert. Außerdem könnten dadurch die geplanten touristischen Beschilderungen besser wahrgenommen werden.
Zudem erhoffe man sich durch die Demontage der nun überflüssigen Schilder bessere Wahrnehmbarkeit der touristischen Beschilderung, die demnächst vorgenommen werden soll.

Was in der Stadt noch verboten ist, wurde auf dem Land verwirklicht

Pettstadt nimmt mit seinem Vorstoß eine Möglichkeit wahr, die derzeit insbesondere größere Gemeinden wie etwa Bamberg nicht haben. Laut geltender Straßenverkehrsordnung ist die Regelgeschwindigkeit innerorts auf 50 km/h festlegt und weniger ist nur erlaubt, wenn eine konkrete Gefährdung nachgewiesen wird. Tempo 30 also zu höherer Sicherheit beitragen kann. Von dieser Generalregel gibt es aber eine Ausnahme: Wenn durch eine Ortschaft keine sog. überörtliche Straße führt – also weder Bundes-, Staats- oder Kreisstraße, dann darf in einer Gemeinde eine flächendeckende Tempo-30-Zone eingeführt werden.
Was also in der Stadt noch verboten ist, wurde auf dem Land verwirklicht. Auf der Homepage der Gemeinde Pettstadt wird jetzt ausdrücklich auf die allgemeinen Grundregeln der StVO, wie das Gebot der allgemeinen Rücksichtnahme und das Gebot der Rechts-vor-Links-Regelung, hingewiesen. Man werde in den nächsten Monaten die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Verkehrssicherheit beobachten. “Sollte es verkehrlich erforderlich sein, kann an Einzelstellen (Kreuzungen, Einmündungen) mit gesonderten Verkehrsanordnungen die grundsätzliche Vorfahrtsregel ‘rechts vor links’ ausnahmsweise verändert werden. Ebenso können nachträgliche Halte- und Parkverbote angeordnet werden”, heißt es in der Gemeindemitteilung.

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11.10.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto); Fotos: Gem. Pettstadt - Werner Baier. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (r. Spalte u.) freigeschaltet.

Kommentare   
-6 # Joshi 2021-10-11 09:56
Das sollte m. E. überall eingeführt werden. Und ja, auch in der Stadt (wenns dann mal erlaubt ist). Der Verkehr wird besser fließen, Sicherheit ist deutlich höher und die Anwohner werdens auch dankend annehmen. Ausnahmen sind natrülich Berliner Ring und Münchner Ring.
Und an die ganzen Motzer, die ja mal wieder in ihren Grundrechten eingeschränkt sind, wann hat man mal die Möglichkeit wirklich konstat 50 zu fahren
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+4 # lenny 2021-10-11 17:41
Mit 30 in der Stadt wirds eher lauter und dann die Frage wers kontrolliert. Und wer nach mehr Polizei schreit, der kennt nicht das Gefühl von jedem und allem ständig unter Beobachtung zu stehen, unter der Prämisse "man könnte ja was falsch machen"! Würde sich jeder mal halbwegs an die StVZO halten und das was er in der Fahrschule gelernt hat und sich mehr auf den Verkehr konzentrieren würde, gäbe es weniger "Probleme".

Aber ist ja so einfach mit dem fordern nach "härteren Gesetzen, Maßnahmen, Verordnungen und Bußgeldern".

*
E Autos sind leiser solang man es gegen 50km/h schnelle Benziner vergleicht. Benziner sind bei 50km/h leiser als bei 30km/h (niedrigerer Gang = höhere Drehzahl = lauter)

Bei 30km/h ist das E Auto min. gleich laut mit einem 50km/h schnellem Benziner, da bei niedriger Geschwindigkeit das Abrollgeräusch und die Luftverdrängung gleich bleibt mit dem Benziner und sich nicht weiter amortisieren lässt.
Noch nicht weiter erforscht ist ob das E Auto nicht sogar lauter ist bei 30km/h da durch das höhere Fahrzeuggewicht sich das Abrollgeräusch erhöht.
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-6 # Bamberger 2021-10-12 11:56
Eieiei. Da hat jemand aber viele Halbwahrheiten auf Lager.
Ein PKW mit 50kmh ist ungefähr doppelt so laut wie ein PKW mit 30kmh.

Niedrigerer Gang = höhere Drehzahl. Da spricht der Experte. Du meine Güte....
Das Ganze stimmt, wenn man bei gleicher Geschwindigkeit einen niedrigeren Gang fährt. Wohl vergessen in der ganzen Aufregung um die drohenden Freiheitsbeschränkungen.

Bei niedrigerer Geschwindigkeit bleibt also das Abrollgeräusch gleich. Seltsam. Das Umweltministerium NRW sagt da was ganz anderes: https://www.umwelt.nrw.de/umwelt/umwelt-und-gesundheit/laerm/strassen-und-schienenverkehrslaerm/leise-fahren

Aber klar. Das höhere Fahrzeuggewicht führt zu höherem Abrollgeräusch. Höhere Geschwindigkeit nicht. Ist klar.
Warum nur sagt das o.g. Umweltministerium, dass ab 35kmh das Abrollgeräusch lauter ist, als das Motorgeräusch? Hm.... Keine Ahnung die Leute, sollten mal den Lenny fragen, der weiß wie man Physik schreibt!
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-5 # lenny 2021-10-12 23:11
Da spricht das Hetzwerk aus voller Seele. Ich wohne an einer Hauptverkehrsstraße und mich interessiert seit langem was wäre wenn der schei... Verkehr hier aufhören würde und alles elektrisch fahren würde.

Wenn man sich auf die aktuellen uralt Studien aus dem Verkehrsministerium beruft mag das mit dem Abrollgeräusch auch so stimmen. Es gibt aber deutlich aktuellere Untersuchungen die eben E Autos zum Diesel und Benziner in Vergleich stellten und da kamen eben ganz andere Fakten zu Tage. So ist ein aktueller Diesel/Benziner bei ca. 50km/h leiser als bei 30km/h. Ein E Auto ist bei 30km/h demnach so laut wie ein aktueller Diesel/Benziner bei 50km/h! Auch haben E Autos oft schmalere Reifen als Benziner, E SUVs haben auf Grund des hohen Gewichts der großen Akkus deutlich breitere Reifen und mehr Auflagefläche als Benziner/Diesel, alles Faktoren die die eine Rolle spielen.

Da ich in der Mobilbranche arbeite werde ich wohl auch wissen was ich hier schreibe, auch wenn das verkürzte Darstellen zu Lücken führt den man manchmal nicht so recht folgen kann. Aber ich kann auch zum Langweilen hier 50 Seiten Dissatertion online stellen.

So und nun noch kurz zu dem niedriger Gang = hohe Drehzahl = lauter.
Dazu muss ich sagen, das ich nur im 1. Gang bei 6/7000 Umdrehungen fahren muss, da mir die Maschine mit kalten Motor im 2 Gang bei u 3000 Umdrehung permanent absäuft. Das Bike hat die e5 Norm und ist somit aktuell. Eine hohe Drehzahl führt jedoch zu Motorschäden, leider ist es manchmal arbeitsbedingt nicht immer möglich ohne Fahrzeug zur Arbeit zu kommen. Weiter sieht die StVZO ein Warmlaufen des Motors als Gesetzeswidrig an und ist mit einem Bußgeld belegt. Neue elektronische Einspritzungen sind so gebaut ein Warmlaufen lassen zu unterbinden, so reguliert sich der Motor selbst , was jedoch dazu führt das der Motor warm gefahren werden muss und da sind hohe Drehzahlen sehr schädigend.
Somit bin ich 2. Gang leiser, sogar Umweltschonender unterwegs als im 1. Gang.

Ich sags gern nochmal, wieso muss jeder Mensch Straße gegenüber zum Supermarkt fahren, wenn man laufen kann. Warum werden 12 jährige Kids paar Meter überall hin kutschiert usw... Kann man nicht erstmal hier ansetzen bevor man sich in sinnlose Maßnahmen verstrickt.

Und ja, es gibt Bereiche in Bamberg wo oft eh nicht mehr geht als 30 und ja da könnte man vll. auch ansetzen.

Aber wenn ich jeden Tag sehen, ob als Fußgänger/Radler/Biker/Autofahrer wie in 30iger Zonen 60 und 70 gefahren wird, wie egal rote Ampeln sind (egal für wen), so lang ist doch das Problem ein ganz anderes!
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0 # Bamberger 2021-10-13 09:17
Na dann mal ein Link zu ihrer tollen Studie, bitte. Ich lese mir gerne 50 Seiten durch. Wenn sie die gängige Lehrmeinung widerlegen sollte diese Studie doch leicht zu finden sein.

Fakt ist: 50kmh verursacht 10db lautere Abrollgeräusche als 30kmh. Das hat mit E-Autos nicht das geringste zu tun. Und ist nur ein Nebenschauplatz, den sie hier auf machen.
Es hat überhaupt gar nichts mit E-Autos zu tun ob eine Kommune 30 oder 50 einführt. Und natürlich gibt es keine Benzin oder Diesel SUVs mit breiteren Reifen. Das ist klar. BMW X5, X7, Mercedes GLS, Audi Q3, Q5, Q7. Alles Elektroautos. Natürlich.

Stellen Sie sich doch mal neben den Berliner Ring und dann in ein Wohngebiet bei Tempo 30. Und dann erzählen Sie mir bitte nochmal, dass Tempo 30 ja viel lauter ist als Tempo 50 oder 70.

Ihren Drehzahlzirkus können sie auch beenden. Das hat überhaupt gar nichts mit der Sache zu tun. Ich fahre auch Auto. Ich muss weder mit 5000 Touren losfahren noch mit 6.000 oder gar 7.000. Das ist totaler Humbug. Ich fahre in der 30er Zone mit 1000-1500 Umdrehungen, genau wie im 50er Bereich und auch bei Tempo 100. Wo ist das Autos also am leisesten?
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-1 # lenny 2021-10-13 13:16
Hier ein Ausszug aus dem BMU Bericht der nicht ganzheitlich aber recht aktuell ist.

"Erst ab ungefähr 25 Kilometer pro Stunde sind beim Autofahren die Rollgeräusche entscheidend. Unterhalb dieser Geschwindigkeit, also bei langsamer Fahrt oder beim Anfahren, sind die Motorgeräusche die bestimmende Lärmquelle. Elektromotoren arbeiten weitaus leiser als Verbrennungsmotoren. Daher sind Elektroautos in Gebieten geringer Geschwindigkeit (zum Beispiel in Wohngebieten) oder beim Anfahren an Kreuzungen und Ampeln tendenziell leiser. Sie haben also durchaus das Potenzial, die Lärmbelastung zu senken."

Bedeutet also, bei 50km/h sind Verbrenner gleich laut wie Elektroautos und so dient eine 30km/h Strategie innerorts nicht der lärmminderung, es sei denn alle fahren E Autos, und das ist nicht der Fall!

Heißt also für mein Anliegen, innerorts 30km/h bekämpft nur ein Symthom, aber ganzheitlich ist das nicht.

Hier noch der Link zur PDF des BMU

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/elektroautos_bf.pdf&ved=2ahUKEwjb1JKXnsfzAhWK16QKHTCEARoQFnoECCcQAQ&usg=AOvVaw3gdw2vnFR74lpYr72S5Z1N
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-1 # Bamberger 2021-10-13 14:53
Was sie nur dauernd mit ihren Elektroautos wollen.
Verbrenner sind bei 30kmh leiser als bei 50kmh
E-Autos sind bei 30kmh leiser als bei 50kmh

Also: 30kmh ist aus Lärmgesichtspunkten besser als 50kmh in jedem Szenario. Denn die Einführung von Tempo 30 hat rein gar nichts damit zu tun mit welchem Motor man sich vorwärts bewegt.

Man ist doch auch nicht gegen ein Nachflugverbot weil eine 747 lauter ist als eine Cesna. Und Tagsüber ja auch viele 747 fliegen. Ihre Argumentation ist sowas von schief.

Was ist denn ganzheitlich? Einen Verbrenner mit 6000 Umdrehungen in der Tempo 30 Zone "aufzuwärmen"? Ganz sicher auch nicht.
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-3 # Werner 2021-10-12 08:23
Ich finde die Idee gut, erhöht die Sicherheit, vermindert evlt. den Verbrauch ist leiser und man kommt auch so an Ziel. Es muss nur ordentlich kontrolliert werden. Es gibt aber auch Ausfahrtsstraßen, wo es keinen Sinn macht. Die Entfernung des Schilderwaldes ist sinnvoll und gut. Nun ist Pettstadt ja eine kleine Gemeinde. Auf Bamberg bezogen kann ich mir das auch gut vorstellen, aber unter der Bedingung, daß damit das Bamberger Ampelmassaker beseitigt wird. Eine Antimobilitätsstrategie, v.a. vom Radlhader und den Grünlingen, sollte dabei unterlassen bleiben!
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+3 # Weber Georg 2021-10-13 01:04
@ Werner
Der letzte Satz ist so unnötig wie ein Kropf!
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