Auf einen guten Tag

                                    

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Jetzt Klartext? Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will die Sicherheit im Umfeld der Aufnahmeeinrichtung sowie im Innenstadtbereich in Bamberg erhöhen. „Konzepteinsätze“ ab sofort.

Maßnahmenbündel gegen erhöhte Kriminalität

Der Minister war gestern bei der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt zu Besuch. Er wolle sich ein Bild zur Lage in Bamberg machen, sagte Herrmann und zeigte sich zuversichtlich: »Wir planen gezielte Schwerpunkteinsätze vor Ort!«
Er erinnerte sich dabei ganz offensichtlich an eine Zusage, die er bereits vor zwei Jahren getroffen hatte. Glaubt man Herrmann, werden jetzt tatsächlich 20 zusätzliche Polizeibeamte für mehr Sicherheit sorgen. Die Leute sollen aus oberfränkischen Einsatzzügen abgezogen, erforderlichenfalls noch durch Personal der Bereitschaftspolizei verstärkt werden.
Die Sicherheitswacht in Bamberg sei bereits von 14 auf 20 Stellen personell aufgestockt worden. Zudem sollen »lageorientierte Begehungen in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) stattfinden«, kündigte Herrmann an. Hintergrund sei der deutliche Anstieg der Straftaten durch Zuwanderer. Laut der polizeilichen Auswertung gehen 65 Prozent der Ladendiebstähle im Bamberger Stadtgebiet auf das Konto von Zuwanderern. Allerdings würden auch Flüchtlinge oft selbst Opfer von Straftaten: Von den 47 gefährlichen oder schweren Körperverletzungen, die in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf das Konto von Zuwanderern gingen, haben sich 34 in der Aufnahmeeinrichtung zugetragen.

Offizielles Ende der 2015 propagierten Vorstellungen

Wie Herrmann weiter mitteilte, arbeiten seit Einrichtung der AEO alle Dienststellen vor Ort eng zusammen. Mit den Beamten der Kriminalpolizei, der Verkehrspolizei sowie den Inspektionen Bamberg Stadt und Land seien über 370 Beamte im Einsatz. Auch die permanente Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberfranken, die die Aufnahmeeinrichtung betreibt, und der ständige Informationsaustausch mit den zentralen Ausländerbehörden sowie dem BAMF haben sich laut Herrmann bestens bewährt.
»Mit den zusätzlichen Maßnahmen gehen wir gezielt auf die Ängste und Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ein«, erklärte Herrmann, der das Polizeipräsidium Oberfranken beauftragt hat, ihm über die Wirkung des Schwerpunkteinsatzes schon im Dezember dieses Jahres wieder zu berichten.
Laut Bambergs Polizeichef Thomas Schreiber sollen die Konzepteinsätze versuchsweise schon im November laufen. Die Polizei will vor allem an folgenden Stellen sichtbar vor Ort sein: Im Kapellenschlag, in der Pödeldorfer Straße und am Berliner Ring; in der Innenstadt vornehmlich im Sandgebiet und der Fußgängerzone sowie am ZOB und dem Hauptbahnhof. Laut Schreiber wolle man Präsenz zeigen, Personen und Fahrzeuge kontrollieren, die Identitäten überprüfen und Straftaten konsequent verfolgen.

In der Aufnahmeeinrichtung im Bamberger Osten leben derzeit 1300 Flüchtlinge, die Kapazität ist auf 3400 Plätze ausgelegt. Der Stadtrat hat sich zuletzt nachdrücklich gegen diese Kapazitätserhöhung ausgesprochen. Mit den klaren Worten des Ministers setzt sich die Staatsregierung jetzt endgültig von den 2015/16 von Teilen der Bamberger Politik propagierten euphorischen Vorstellungen ab. Von einer Mustersiedlung „Mundo Arabico“ war vorübergehend die Rede.
7.11.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+12 #6 Kind aus dem Stadion 2017-11-10 19:42
Zitat Staatsminister Herrmann: »Mit den zusätzlichen Maßnahmen gehen wir gezielt auf die Ängste und Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ein«
... wohlgemerkt: Ängste und Sorgen, die von der Staatsregierung erst verursacht wurden und nach wie vor werden.

Der Standort eines Abschiebezentrums in der Flynn, dem Wohnquartier der U.S.-Army, das dringend benötigten Wohnraum geboten hätte und direkt an ein Wohnviertel grenzt, war und ist falsch! Er ist die Ursache dieser Ängste. Ebenso wie das Zusammenpferchen von Flüchtlingen verschiedenster Nationalitäten in einem Ghetto die Ursache eines Großteils der Gewalttaten sein dürfte ... ist doch nicht ungewöhnlich, dass selbst eher friedliche Menschen dort einen Koller bekommen.

All das hätte man von Anfang an wissen können. Alternativen gab es. Ich erinnere beispielsweise an den Vorschlag der Bürgerinitiative "Armygelände in Bürgerhände" und der Bamberger Linken im Juli 2015, die den Standort weiter nach Norden legen wollten um die Exklave Kastanienstraße zu verhindern und die Wohnungen für die Bevölkerung zu bewahren. Aber das wusste die GroKo im Stadtrat und Herr Herrmann gekonnt zu verhindern. Und nun haben wir den Salat: einen verängstigten Stadtteil, den man teuer, mühsam und mit abzuwartendem Erfolg durch Polizeipräsenz beruhigen muss.
+48 #5 cityman 2017-11-07 19:54
Frage an den Flüchtlingsrat:
Können die angesprochenen 10% nicht auch froh sein, in Sicherheit, mit einem Dach überm Kopf, mit Heizung und Dusche und Verköstigung, TV und Wlan, hier zu leben. Ich als Ruheständler kann mir auch nicht alles leisten und klaue trotzdem nicht! Respekt vor dem Eigentum anderer! (ich bin kein Rechter, sondern denke nur fränkisch).
+34 #4 Mc Fly 2017-11-07 12:46
Die gute Nachricht: (leider erst) nach über zwei Jahren erfolgt eine Reaktion auf die sich geänderte Sicherheitslage im Bamberger Osten...steter Tropfen höhlt den Stein.
Dennoch bleibt abzuwarten, ob das Land bzw. der Bund nicht sukzessive die Kapazität mehr und mehr ausschöpft

Doch es gibt wohl auch andere Stimmen welche die zunehmende Polizeipräsenz kritisch sehen.
So ist in den Nordbayerischen Nachrichten (http://www.nordbayern.de/region/mehr-polizei-rund-um-bamberger-aufnahmeeinrichtung-1.6841993) zu lesen:

Der Bayerische Flüchtlingsrat kommentierte den "Schwerpunkteinsatz", wie ihn das Ministerium nennt, kritisch. Die Zunahme der Diebstähle resultiere daraus, dass zehn Prozent der Flüchtlinge keinerlei Bargeld erhielten. Diese sogenannten "Dublin-Flüchtlinge" bekommen nur noch Sachleistungen. Eltern, deren Kinder die Nahrung im Lager nicht essen wollten, und Rauchern bliebe so nur noch "übrig zu stehlen", so der Rat.

Es mag sich bitte jeder selber ein Urteil über dieses Statement bilden.
+41 #3 Wolfer 2017-11-07 10:56
Nach der Wahlschlappe wacht die CSU nun auf. Als aber die ARE eingerichtet wurde und dann die Probleme auftraten, haben diese Herren keinen Ton gesagt. Im Gegenteil, Hinweise von anderen (BA und BBB) hat man zusammen mit SPD und GAL sauber niedergemacht.
+22 #2 Ein Bamberger 2017-11-07 10:13
Schön wäre es ja was Hr. Herrmann sagt...

...aber traue keinem Politiker vor der Wahl!
+40 #1 Werner 2017-11-07 09:35
Hat diesen Begriff nicht (geänd. v. WeBZet)Stieringer verwendet? Ganz schön kleinlaut geworden zu diesem Thema, ist er der Stieringer, aber schön wars immer alle Kritiker als rechten Pöbel zu diffamieren. Irgendwann holt jedem die Realität ein.

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