Wohnungssituation verschärft sich

"Eine Welle von Preiserhöhungen!" So lautet eine Schlagzeile im FT der vergangenen Woche. Anlass ist offensichtlich eine deutliche Mieterhöhung bei Stadtbau-Wohnungen.

In einzelnen Segmenten sind die Preise förmlich explodiert

Folgt man den Darlegungen im FT vom 9.3.18 steigen die Mieten in Bamberg derzeit auf breiter Front. Der Mieterverein soll von einem „beängstigenden Trend“ sprechen. Anlass für diesen Bericht von FT-Chefreporter Michael Wehner mag die Tatsache sein, dass zahlreiche Bewohner von Stadtbau-Wohnungen Post vom Vermieter bekamen: Mieterhöhung zum 1. April. Wehner versucht darzulegen, was das mit dem neuen Mietspiegel zu tun hat und weshalb Bamberg immer noch von seinem günstigen Altbestand zehrt.
Tatsache ist aus Kenntnisstand der WeBZet, dass eine anhaltende Nachfrage auf dem lokalen Wohnungsmarkt besteht. Trotz einer hohen Bautätigkeit, entspannt sich der Markt nur gering.
Wehner stellt seinerseits fest, dass die Mietpreis-Entwicklung, angetrieben vom starken Zuzug nach Bamberg „derzeit sogar zu kulminieren scheint“. Viele Mieter in Bamberg müssten sich pünktlich zur Einführung des neuen Mietspiegels mit teils kräftigen Preiserhöhungen auseinandersetzen. Wehner zitiert die Darlegungen von Rechtsanwalt Thomas Kliemann, Vorsitzender des Mietervereins Bamberg. Diese spricht von einem deutlichen Anstieg der Erhöhungsverlangen nach der Veröffentlichung des neuen Mietspiegels. Der Vermieterverein kritisiert bei dem neuen Zahlenwerk unter anderem, dass aus seiner Sicht „problematische Verfahren“. Es habe auch dazu geführt, dass zwischen dem Mietspiegel 2014 und seinem Nachfolger 2018 in einzelnen Segmenten die Preise um bis zu 36 Prozent förmlich explodierten.

Die letzte Mieterhöhung liegt erst drei Jahre zurück

Als Beispiel dafür, dass nicht wenige Mieter den Preisanstieg hautnah spürten, führt FT-Wehner die beabsichtigte Mieterhöhung bei rd. 1100 Stadtbauwohnungen an. Auf deren Bewohner komme zum April eine Preisanhebung von knapp sieben Prozent zu. Dabei liegt die letzte Erhöhung von acht Prozent erst drei Jahre zurück. In dem FT-Artikel rechtfertigt Stadtbauchef Veit Bergmann die vom Aufsichtsrat politisch abgesegnete Teuerung als fair und moderat: »Wir brauchen das zusätzliche Geld, um die Vermietbarkeit unserer Wohnungen in Standard und Niveau erhalten zu können.« Dazu komme ein weiteres Argument: Mit einem Spektrum zwischen 2,30 und 9,60 € pro Quadratmeter und einer Durchschnittsmiete von 4,13 € würde sich das Preisniveau der immerhin 3500 Stadtbau-Wohnungen insgesamt deutlich unter dem Mietspiegel bewegen.
Laut dem FT-Bericht ist Tatsache, dass der steile Anstieg der Mietpreise in den letzten Jahren auch in Bamberg immer größere Gruppen der Bevölkerung davon ausschließt, sich eine Wohnung ihrer Wahl leisten zu können. So habe eine erst kürzlich veröffentlichte Untersuchung über Geringverdiener gezeigt, dass sich die Konkurrenzsituation von 7600 Bamberger Haushalten, die Anspruch auf eine Sozialwohnung hätten, unter anderem durch den Flüchtlingszustrom noch einmal verschärft hat. Ihnen steht eine über die Jahre hinweg stark gesunkene Zahl von knapp 2000 Sozialwohnungen zur Verfügung. Selbst der Mittelstand bekommt angesichts stark steigender Marktpreise erkennbare Probleme, heißt es in dem Artikel. Das Risiko, in die Altersarmut zu fallen, steigt.
12.3.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   
+10 # supi 2018-03-12 18:20
na ja dann ist doch genau das eingetreten was man beabsichtigt hat, was gewünscht war und dabei musste man nicht einmal in der area ein einziges gebäude abreissen, es hat sich alles in wohlgefallen aufgelöst, so genau so muss es sein, das nennt man ne win-win-situation
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+2 # Baba Yaga 2018-03-12 20:18
Kann man nicht ein paar von diesen Events in diversen Wohngebieten ablegen, um die Mieten abzusenken? Dann hätten sie zur Abwechslung mal einen Nutzen.
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