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Mietpreisentwicklung nicht dem Markt überlassen 

„In Bamberg fehlt es an bezahlbarem Wohnraum“, sagt die BA-Stadtratsfraktion. Weil hochpreisiger Wohnungsbau die Mieten auch im Bestand steigen lässt.

Von einem Bauboom kann beim sozialen Wohnungsbau nicht die Rede sein

»Uns stört die stetige Propaganda der Stadtverwaltung in dieser Frage«, so BA-Fraktionsvorsitzender Dieter Weinsheimer in einer Pressemitteilung. Von einem Bauboom könne beim sozialen Wohnungsbau nicht die Rede sein. In einer Anfrage will die Fraktion wissen, „wie viele neue Sozialwohnungen nach der einkommensorientierten Förderung (nur das sind echte Sozialwohnungen) in Bamberg seit 2010 gebaut wurden? Wie viele mietpreisreduzierte Wohnungen wurden in Bamberg seit 2010 gebaut? Und schließlich: Wie viele Sozialwohnungen gibt es überhaupt noch in Bamberg?
Weinsheimer verweist darauf, dass laut der „Bamberger Zahlen“ 2007 bis 2016 in zehn Jahren 1984 Wohnungen fertiggestellt wurden, im Durchschnitt also 198 pro Jahr. In den zwölf Jahren zuvor, von 1994 bis 2005, seien immerhin 3584 Wohnungen fertiggestellt worden, also 298 pro Jahr. Die BA-Fraktion geht auf einen vom städtischen Baureferat im Juli 2018 vorgetragenen Sachstandsbericht zum Thema ein.

Bauträger für echte Sozialwohnungen bei der Grundstücksvergabe bevorzugen

Der Bericht des Baureferats zeigt nur die Zahl der in den vergangenen Monaten realisierten Wohnungen (70), der im Bau befindlichen Wohnungen (400), der genehmigten (ca. 200) und der im Baugenehmigungsverfahren befindlichen Wohnungen (235) auf, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Die Ziehung einer Bilanz der vom Stadtrat beschlossenen Sozialklausel wird im Verwaltungsvortrag als zu früh bezeichnet. Tatsache sei, dass in den Jahren 2012 bis 2016 nur 822 Wohneinheiten, meist im hochpreisigen Bereich, gebaut worden sind. Aus Sicht der BA-Stadtratsfraktion fehlt es in Bamberg an bezahlbarem Wohnraum. Von den Fachleuten für Wohnungsbau werde der Bedarf an neuen Sozialwohnungen auf mindestens 350 bis 400 in den nächsten Jahren geschätzt.
BA-Stadtrat Michael Bosch weist darauf hin, dass in Bamberg die Realisierung vor allem von hochpreisigen Wohnungen dazu geführt hat, dass die Mieten insgesamt auch im Bestand gestiegen sind. »Das kann dem städtischen Mietpreisspiegel entnommen werden«, betont Bosch. »Wir meinen, dass die Mietpreisentwicklung daher nicht dem Markt überlassen werden kann«, sagt der BA-Stadtrat. Vielmehr müsse die Stadt Bamberg steuernd eingreifen.
Fraktionsvorsitzender Weinsheimer verlangt, dass die Stadtbau GmbH verstärkt Sozialwoh-nungen bauen muss und Bauträger, die echte Sozialwohnungen bauen, bei der Grundstücksvergabe bevorzugt werden. Die Fraktion bittet Oberbürgermeister Andreas Starke um einen Bericht im Stadtratssenat.
26.0818. Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare. > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. NEU: Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung > öffne Impressum l. Spalte ganz unten.