Vom Jobcenter Bamberg betreute Flüchtlinge kommen gut in Arbeit. Im Jahr 2018 konnten fast 40 % von ihnen in eine Beschäftigung vermittelt werden. Der Arbeitsmarkt boomt insgesamt.

Jobcenter entwickelt sich zum modernen Dienstleistungsbetrieb

Es läuft gut im Jobcenter Bamberg. Folgt man den Worten von Stefan Ziegmann, Geschäftsführer des Jobcenter Bbg, dann ist die Arbeitsmarktentwicklung im Großraum Bamberg gut und die Umwandlung des ehem. Arbeitsamtes in einen modernen Dienstleistungsbetrieb entwickelt sich erfolgreich. Auch über die Situation der vom Jobcenter Stadt Bamberg betreuten Flüchtlinge berichtete Ziegmann fast nur positiv. Insbesondere die Befürchtungen, dass es zum Verdrängungswettbewerb zwischen Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen kommt, scheinen sich nicht zu bewahrheiten.
Der - relativ neue - Geschäftsführer des Jobcenter Bbg berichtete am 16.5.2019 in der Sitzung des Familien- und Integrationssenats. In seiner Powerpoint-Präsentation stellte er die Arbeitsmarktentwicklung vor, erläuterte die „Kundenstruktur“ und ging im Besonderen auf die Situation der vom Jobcenter Bbg betreuten Flüchtlinge ein.
Im Bereich des Jobcenter Bbg ist die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 2003 (Einführung des SGB II) zu verzeichnen. Fast jede Personengruppe profitiert vom guten Arbeitsmarkt – auch Langzeitarbeitslose. Einzig bei den Menschen mit Schwerbehinderung stagniert die Arbeitslosigkeit.
Am hiesigen Arbeitsmarkt würden rd. 38 % Ausländer, davon knapp 24 % mit Fluchthintergrund teilnehmen. Durchaus mit Stolz teilte Ziegmann mit, dass im Jahr 2018 im Jobcenter Stadt Bbg 38,8 % der Flüchtlinge in eine Beschäftigung vermittelt werden konnten bzw. haben eine Beschäftigung aufgenommen haben. »Das ist eine überdurchschnittlich gute Integrationsquote im bayerischen Vergleich«, hob er hervor.

Widersprüchliche Meinungen zur Aufstockung des Arbeitsentgelts

Der Geschäftsführer des Jobcenters nannte noch andere Zahlen zur Situation der betreuten Flüchtlinge. So sei rd. ein Viertel in Arbeit bzw. Ausbildung, ein Viertel befände sich derzeit noch im Spracherwerb – etwa die Hälfte davon ist U25 und geht zur Schule; ein weiteres Viertel warte derzeit auf den Beginn der Sprachförderung oder stehe aktuell nach dem Spracherwerb für die Vermittlung bereit. 23 % der Kunden würden wegen beispielsweise Kindererziehung oder sonstigen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung stehen.

In der Aussprache wurde die Arbeit des Jobcenters von den Stadtratsmitgliedern sehr gelobt. Dr. Franz-Wilhelm Heller von der CSU nannte die Leistungen für Geflüchtete eine »besondere sozialstaatliche Aufgabe«. Er sehe auch das sog. Aufstocken für Arbeitnehmer, die nicht ausreichende Lohnentgelte bezögen, als positiv. Dem widersprach Ingeborg Eichhorn (SPD). Viel besser sei es, wenn die Menschen mit der eigenen Arbeit ihre Lebensbedarfe decken können. Wolfgang Grader (GAL) meinte, »am Beispiel des Jobcenter Bbg kann man sehen, dass dann, wenn Geld da ist und man sich engagiert, vieles möglich ist.«
18.5.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.