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So können neue Wohnungen entstehen

In vielen Städten herrscht chronischer Platzmangel. Grundstücke für den Wohnungsbau sind rar und teuer. Auch in Bamberg. Eine Idee soll für Abhilfe sorgen: Unten parken, oben wohnen.

Eine bereits versiegelte Fläche doppelt nutzen

Die frühere Formel „Hier wohnen, da arbeiten, dort einkaufen, dahinten parken“ wirkt nicht mehr. Statt Flächen zu verschwenden, müssen sie intelligenter genutzt werden. Zumal die Trennung unterschiedlicher Lebensbereiche ohnehin ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert ist und den heutigen Bedürfnissen an ein mobiles, digital geprägtes Leben nicht mehr entspricht. Damit ist die monofunktionale Nutzung von Gebäuden ein Auslaufmodell. Die Zukunft gehört Mischformen, die Lebenswelten miteinander kombinieren, wie beispielsweise Parken und Wohnen. Auch in Bamberg stellt sich die Frage, wie viele Wohnungen könnten in zusätzlichen Stockwerken über dem Straßenasphalt entstehen, wenn man die Parkplätze einfach überbaut? Und: Wo gibt es auch in Bamberg Möglichkeiten für ein Stelzenhaus, wie sie in München, Regensburg und auch kleineren Städten realisiert wurden? Bamberg ist eine der Städte, die zur Klärung dieser Fragen beitragen sollen. Denn hier untersucht das bayerische Bauministerium, ob Parken und Wohnen unter einen Hut gehen. So will die Behörde Flächensparen in räumlich beengten Städten voranbringen und die Chancen ausloten, die darin stecken, systematisch Parkflächen zu überbauen, vor allem die Park-and-Ride-Flächen entlang von Bahnlinien.

Mehr Werte schaffen auf gleicher Fläche

Bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums spielt auch der Verkehrsbereich insbesondere über die Erstellungskosten eines Stellplatzes eine Rolle. Entsprechend der kommunalen Stellplatzsatzung ist je Wohneinheit eine bestimmte Anzahl Stellplätze zu schaffen oder eine Stellplatzablöse an die Kommune zu entrichten. Vor allem dort, wo eine verminderte Stellplatzzahl den Verzicht auf die Errichtung einer Tiefgarage ermöglicht, sind Einsparmöglichkeiten vorhanden.
Für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist neben der Senkung der Bauerstellungs- und Betriebskosten auch die Verfügbarkeit bebaubarer Grundstücke von entscheidender Bedeutung. So sind die Preise am Bamberger Bodenmarkt mittlerweile recht hoch, was auch damit zusammenhängt, dass die Zahl verfügbarer Grundstücke begrenzt ist.
In München, Holzkirchen oder im Passauer Land ist man daher einen kreativen Weg gegangen und nutzt eine bereits versiegelte Fläche doppelt.
Auf Annehmlichkeiten, über die ein „normales“ modernes Wohngebäude verfügt, müssen die Bewohner keineswegs verzichten: Die Erschließung der Wohnetagen kann über ein neu entstandenes, separates Treppenhaus mit zwei Aufzügen erfolgen. Schallschutzfenster können ein ruhiges Wohnen sichern.
Die Bamberger Stadtverwaltung steht der Überbauung von Parkplätzen und der Aufstockung von Gewerbebauten in Bamberg bislang insgesamt kritisch gegenüber.
Die Untersuchungen des bayerischen Bauministeriums können hier eine Antwort geben, wo es auch in Bamberg realistische Chancen für ein Stelzenhaus gibt.
19.10.2020 Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.