Auf einen guten Tag

 

 

Wenn du den Regenbogen willst, musst du auch mit dem Regen klarkommen.

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       Corona-Lockerungen in Oberfranken
Ab Montag, 8.3.21 sind inzidenzabhängige Lockerungen möglich. Die größten Lockerungen für den Einzelhandel gelten ab einer Inzidenz von unter 50. Das ist aktuell in Stadt und Landkreis Bamberg der Fall. > Ein
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Stand: 7.3. 2021 > Fälle in Stadt Bamberg: 2.188 +zum Vortag  und  Lkr. Bamberg: 3.828 +13 z.V. > 7-Tages-Inzidenz: Stadt Bbg: 49,1  // Lkr. Bbg 42,8  Quelle: Bay. LA f. Gesundheit u. Lebensmittelsicherheit

Wohnungspolitik für wen?

Dauerbrenner in Bamberg. Die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen werden immer teurer. Bis zu 8000 € pro Quadratmeter Wohnfläche werden mittlerweile in der Altstadt verlangt. 

Wut soll Widerhall finden

Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer in einem entfesselten Immobilienmarkt? Wer die Verlierer sind, kann man sich leicht denken. Die Gewinner sind öffentlich nur schwer festzumachen. Es erweist sich dabei auch als wirkungslos, die Profiteure einer ihnen Vorteile verschaffenden Politik zu benennen. Immer wieder wenden sich dennoch “Verlierer” an die webzet-blog, damit zumindest ihre Wut einen Widerhall findet.

Tatsache ist, dass auch in Bamberg die Beliebtheit der Stadt und die Nullzinspolitik der Zentralbank fundamental für die bisweilen hohen Preise für Miet- und Eigentumswohnungen verantwortlich sind. 

Hört man Fachleute, dann bezeichnen diese den Bamberger Mietspiegel als Makulatur. Wer heute den Markt sondiert, stößt bei Neuvermietungen vielfach auf Preisangebote von zehn € pro Quadratmeter und deutlich darüber – kalt versteht sich. Bei größeren Wohnungen und Häusern kommen so schnell 1500 € pro Monat und mehr zusammen. Ein Niveau, das sich auch vom Mietspiegel der Stadt weit entfernt hat. Dabei versprechen Bambergs Politiker/innen schon seit Jahren bezahlbare Wohnungen - vorzugsweise diejenigen, die im Rathaus das Sagen haben. Bei genauem Hinschauen und mit Rückblick auf die vergangenen fünf bis sieben Jahre muss allerdings zwischen dem quantitativen Wohnungsbau und den relativ hohen Neubaumieten unterscheiden. 

Eine unsoziale Politik?

Tatsächlich sind es vor allem die sündhaft teuren Investorenwohnungen, die in Bamberg mittlerweile charakteristisch sind, etwa auf dem Erba-Gelände oder das Edeldomizil “Karree”, das gegenwärtig aus der Verfügungsmasse des ehem. Karmelitenkloster entsteht: 55 Wohnungen, Lofts und Studios mit Quadratmeterpreisen bis zu 8000 €. Auch das  hochgelobte Lagardeprojekt bewirkt Stirnrunzeln, weil das 1100 m² große Grundstück mit über 1,5 Mio € zu Buche schlug. Denn es war die Stadt, die das Grundstück zum Höchstpreis an einen Investor verkauft hat. Die 17 Wohnungen in dem mehrgeschossigen Gebäude sind für mittlerweile auf bis zu 5200 €/m² inklusive Stellplatz und Grunderwerbssteuern zu haben.

Die reale Entwicklung auf dem Neubau-Wohnungsmarkt lässt den Blick auf die wirklich Betroffenen der Bamberger Wohnungspolitik leicht verlieren. Die Suche nach einer “bezahlbaren” Wohnung ist für viele das eigentliche Problem. Dabei wussten die Verantwortlichen schon vor zehn Jahren von explodierenden Immobilienpreisen und von einem angespannten Wohnungsmarkt. Doch die Rathausspitze hat, so scheint es, ein Herz für millionenschwere Investoren, aber nicht für die vielen wohnungssuchenden Familien. Ein bezeichnendes Beispiel: Die ehem. US-Wohnsiedlung in Bamberg-Ost sollte erst klammheimlich abgeräumt werden, dann hat der Oberbürgermeister persönlich zu beweisen versucht, dass die Wohnungen schadstoff-verseucht seien. Schließlich hat er es geschafft, die Wohnungen zunächst für 4500 Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Viele sagten: Dann seien die Wohnungen durch Leerstand oder Abwohnen abbruchreif. Endlich! Dabei hätten In dieser Siedlung am Waldrand mit riesigen Grünflächen und extragroßen Wohnungen hunderte Familien eine erschwingliche Heimat finden können. Die Stadtspitze, der man Kreativität bescheinigen muss, wenn es darum geht, sich selbst zu alimentieren, hat zugesehen, wie aus einer Chance ein quälender Problemfall wurde. Anders kam es in Konversions-Städten wie Bad Kissingen, Kitzingen und Schweinfurt. Dort haben die Kommunen das gesamte US-Gelände in einem Zug gekauft und zur Entlastung ihres Wohnungsmarkts genutzt.

20.2.21 Bilder: webzet (Symbolbild in der Titelleiste). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
0 # merci 2021-02-22 11:20
" die Wohnungen zunächst für 4500 Gefüchtete zur Verfügung zu stellen "
Durch Zufall (?) ist da ein sehr schönes Wortspiel wegen des Weglassens eines Buchstabens entstanden.
Je nachdem ob ich ein l oder ein r an der richtigen Stelle bei Gefüchtete einsetze, ergibt sich eine gänzlich unterschiedliche Leseweise. ;-)
(Auflösung für die bequemeren Leser: Geflüchtete oder Gefürchtete)

webzet: Der fehlende Buchstabe wurde eingesetzt. Danke.
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+12 # Joshi 2021-02-22 12:30
ich hatte ja die "Hoffnung", dass die Pandemie die Preise etwas drückt. Aber scheinbar können sich extrem viele Leute diesen teuren Wohnraum weiterhin leisten. Der Zug mit dem bezahlbaren Wohnraum ist schon lange abgefahren. Wenn da die Politik nicht schnellstens eingreift, gehen vor allem junge Familien oder sozial schwächere kaputt.
Aber das braucht man den Leuten in der Rathausspitze ja nicht sagen, die haben ja in der Regel genug für diesen teuren Wohnraum und profitieren vl. sogar selbst davon..
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+24 # cunningham 2021-02-22 12:45
Sehr guter Bericht, danke.
Der Ausdruck "unsoziale Politik" ist völlig untertrieben. Wenn ich schreibe, was ich von den Machenschaften des OB und dessen Seilschaften halte, werde ich wohl wieder zensiert. :sad:
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+17 # Jens Sab 2021-02-22 16:39
Statt "unsozial" könnte da auch "asozial" stehen. Registriert eigentlich noch jemand, dass dieser Obermacker sich noch SPD nennt.
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-6 # Bamberger 2021-02-22 13:50
Soso:

"Dort haben die Kommunen das gesamte US-Gelände in einem Zug gekauft und zur Entlastung ihres Wohnungsmarkts genutzt."

Mieten Durchschnitt Schweinfurt

2018: 6,10 EUR /qm
2021: 7,10 EUR /qm
Macht eine Mietsteigerung von 16,4% in drei Jahren.

Mieten Durchschnitt Bamberg
2018: 7,80 EUR /qm
2021: 8,80 EUR /qm
Macht eine Mietsteigerung von 12,8% in drei Jahren.

Zahlen sind aus Immoscout.de
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+16 # Mc Fly 2021-02-22 22:32
Absolute Zahlen sind doch hier relevant - als Mieter zahle ich in € und nicht in Prozent.
Die 7.10 € aus Schweinfurt hatte Bamberg vor 2014 zuletzt.
Und in Schweinfurt wurde aus der Kaserne Wohnraum für Bürger geschaffen, diese Chance hat Bamberg leider nicht genutzt und so fehlen einfach mal ein paar hundert Wohnungen.
Und auch auf die Gefahr mich zu wiederholen:
Bamberg ist überdurchschnittlich stark an Studenten gewachsen, das wird oft vergessen aber 8000 Studenten Zuwachs binnen 15 Jahren ist für eine Stadt mit damals knapp 70.000 Einwohner nicht ohne...
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+3 # Bamberger 2021-02-24 15:36
Echt? Absolute Zahlen sind relevant?
Ok, wenn wir Schweinfurt mit Bamberg vergleichen, dann vergleichen wir doch auch Bamberg mit Nürnberg oder gar mit München? Na? Wie wärs?

Die paar hundert Wohnungen in Schweinfurt haben jedenfalls nicht auf die Mieten gedrückt wie hier suggeriert wurde. Und auch mit EZB-Zinspolitik zu argumentieren ist zu kurz gesprungen, denn kein Mieter finanziert seine (über-)teuerte Miete per Kredit.

Es gibt einen einzigen Grund warum in Bamberg die Mieten steigen: Angebot < Nachfrage
Und auch das müssen sich diejenigen gefallen lassen, die hier den Wohnungsmarkt anprangern: Bauprojekte wie am Kudamm werden durch weniger Geschosse schlicht teuerer gemacht. Auch in der Lagarde verkauft man an den Höchstbietenden. Die Sozialbindungsklausel, vom letzten Stadtrat, erlaubt Ausgleichswohnungen am Ortrand von Gaustadt für in der Innenstadt gebaute Wohnungen. All das sind die Fehlentwicklungen über die man mal reden muss. Sicher auch über die Wohnungen in der ehem. Kaserne.

Und dabei spielt es nicht die große Rolle in welchem Preissegment sich das Angebot befindet. Gäbe es keine Nachfrage nach hochpreisigen Wohnungen, wie z.B. bei den Karmeliten, würden diese auch nicht gebaut bzw. könnten nicht diese Mieten erzielen.
Im FT erschien ja auch ein Artikel mit einer Familie, die hier "verzweifelt" eine Wohnung in Bamberg sucht. So "verzweifelt", dass man offensichtlich nicht auf die Idee kam, mal im Umkreis von 10km zu suchen. In Strullendorf, Hirschaid, Breitengüßbach, etc. gibt es sehr viele Wohnung im Bereich 6-7 EUR/qm. Aber so verzweifelt um dort hin zu ziehen ist man wohl nicht.
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-9 # Baba Yaga 2021-02-22 15:00
Bei allen unbestreitbaren Fehlern bei der Konversion vor Ort sind die eigentlichen Treiber auf supranationaler Ebene zu suchen. Ganz vorne dabei sind EZB und US-Notenbank. Das Wohnraumproblem zeigt sich in der gesamten westlichen Welt, sicher auch weil in den letzten Jahrzehnten viel versäumt worden ist.
Aber ich bin zuversichtlich und setze auf die Wende bei diesem Thema. Es wird immer mehr eingegriffen, notgedrungen. Die Dinge rollen so langsam an.
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+4 # merci 2021-02-23 12:42
Leider rollen die Dinge in die falsche Richtung. Einschränkungen und Eingriffe in Privateigentum, Enteignungen, enteignungsgleiche Gewinnbeschränkungen und ähnliche staatliche Eingriffe zerstören auf Dauer den Immobilienmarkt und schaffen keine einzige neue Wohnung. Durch fehlende Motivation für den Neubau wird das Problem sogar noch verstärkt.
Die einzige Lösung ist, dass der Staat oder die Kommunen massiv in eigenen sozialen Wohnungsbau investieren, am besten noch auf eigenen Grundstücken. Dort können dann entsprechend niedrige Mieten angeboten werden. Wenn dies in ausreichender Zahl geschieht, wird sich auch der restliche Markt wieder entspannen, weil man dann nicht jeden Mondpreis bei der Miete verlangen kann, wenn es ausreichend Alternativen gibt.
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+16 # Santas little helper 2021-02-23 10:19
Problematisch ist, dass die Stadt selbst nicht mit gutem Beispiel vorangeht. Ich verstehe nicht, warum ein eingeschossiger Kindergarten in der Mayerischen gebaut wird. Warum hat man darüber keinen Wohnraum für Auszubildende/Studenten geschaffen? Ähnlich beim Norma-Neubau in der Hallstadter Straße. Erdgeschossiger Supermarkt mit hohem Flächenbedarf, aber keine Wohnungen in den weiteren Stockwerken. Solange solche Bauvorhaben genehmigt werden, braucht man sich nicht wundern.
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+3 # supi 2021-02-24 17:35
nun bezahlbarer wohnraum für die bamberger bürger ist leider nicht erwünscht, da stehen interessen dagegen und zu deren büttel hat sich die stadt gemacht.
zuerst der versuch der verseuchung der us-wohnungen, weil auch die us-armee ihre angehörigen in verseuchten wohnungen leben liesse, da war die aufnahmeeinrichtung der ideale ausweg, die wohnungen kommen kurz- und langfristiug nicht auf den markt, schon weil die zuständigkeiten hin und her geschoben werden. ergebnis am schluss, abriss nicht mehr sanierbar, ziel erreicht und dabei noch gutes getan.
und die ganzen neubauprojekte vor ort, erba insel, karmeliten, gartenstadt und vor allem die projekte in der wunderburg, alles recht schön und gut, aber nichts für die leute vor ort, nur was für von aussen kommende investoren und kapitalanleger.
also keine änderung in sicht, nicht mal an des problem der ferienwohnungen will man herangehen.
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+2 # Clavius1970 2021-02-25 20:17
Der Bamberger Mietspiegel gibt sehr wohl Neubaumieten um die 10,-- €/qm her. Bei den momentanen Grundstücks- und Herstellungskosten ist das auch notwendig um die Immobilie nachhaltig bewirtschaften zu können.
Für finanziell schlechter gestellte Mieter greift derzeit die einkommensorientierte Förderung die durchaus die Belastung für den Mieter auf 6,--/qm reduzieren kann. Meines Wissens muss zumindest beim Projekt Kunigundendamm 80 die Sozialquote im Objekt selbst erfüllt werden.
Das Märchen der Schadstoffbelastung der Konversionswohnungen wurde in erster Linie auf dem belasteten Kleber bzw. Unterbau der Parkettböden aufgebaut. Durch regelmäßige Erneuerung der Versiegelung hielten die Amerikaner eventuelle Ausdünstungen in Grenzen. In Schweinfurt wurden kurz vor dem Abzug noch sehr viele Böden überarbeitet.
Auch andere asbesthaltige Bauteile strahlen erst bei Bruch oder Verwitterung des Anstriches Gefahr aus.
Aber dann hätten viele Entscheidungsträger und ihre eigene Immobilienlöcher nicht mehr für teuer Geld vermieten können.
Bamberg das Palermo nördlich der Alpen.
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