Die WebZ bittet darum, Kommentare prinzipiell nur hier zum Originaltext abzugeben. Kommentare andernorts unterliegen nicht der Regie der Redaktion. 

 

   WOHNUNGSBAU    

 „Bitte stellen Sie keinen neuen Antrag mehr“

Kurz nach ihrer Neuauflage waren vom Bundeswirtschaftsministerium aufgelegte Fördermittel für energieeffizientes Bauen ausgeschöpft. Die Wohnungswirtschaft spricht von einem "Fiasko".

Großer Andrang auf KfW-Gelder für Energiespar-Häuser

Bedarf für mehr Wohnungen besteht in ganz Deutschland - natürlich auch in Bamberg. Als wesentliche Finanzierungsgrundlage gilt für viele Häuslebauer ein Zuschuss von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau = Förderbank). Anfang des Jahres gab es Aufregung, weil das Bundeswirtschaftsministerium die KfW-Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren kurz vor Ende der Antragsfrist vorzeitig gestoppt hatte. Begründet wurde dies mit drohenden Mehrkosten in Milliardenhöhe. > webzet-Bericht v. 4.3.22 "Wir sind aus allen Wolken gefallen". 
Nach heftigen Protesten entschied die Bundesregierung, dass bis zu einem bestimmten Stichtag eingegangene Anträge doch noch bearbeitet werden. Für Neubauten mit dem Standard EH55 gibt es aber keine weitere Förderung. Für Sanierungen und EH40-Häuser wurde angekündigt, das Programm fortzusetzen - der Neustart für die-Neubauförderung von Effizienzhäusern EH 40 geschah am gestrigen Mittwoch. EH 40 bedeutet, dass das Gebäude 40 Prozent der Energie verbraucht, die ein Standardhaus benötigt. 

Wie geht es nun weiter?

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April bei der KfW neue Anträge für ein Effizienzhaus 40 stellen können. Bereits im Laufe des Vormittags war laut Ministerium das Budget ausgeschöpft. Auf der KfW-Homepage war zu lesen: „Bitte stellen Sie keinen neuen Antrag mehr.“ Der Topf von einer Milliarde € soll nicht mehr aufgestockt werden.
Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck soll schrittweise eine Neuausrichtung der Neubauförderung auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz erfolgen. Dazu werde es ein sog. Programm „EH40-Nachhaltigkeit“ geben, das anspruchsvollere Konditionen vorsieht. Von Januar 2023 ist dann ein Programm „Klimafreundliches Bauen” geplant, das insbesondere die Treibhausgas-Emissionen der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen soll.
Heftige Kritik an der beschriebenen Förderpolitik kam aus der Wohnungswirtschaft und von CDU/CSU. In diversen Medien wird Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, mit den Worten zitiert: Es handle sich um ein „zweites Fiasko mit Ansage“. Es sei vollkommen klar gewesen, dass die vorgesehene eine Milliarde Euro angesichts des riesigen Bedarfs niemals ausreichen würde. Die grundlegend notwendige Unterstützung für das klimaschonende, bezahlbare Bauen sei innerhalb von Stunden wieder zum Erliegen gekommen.

Geschrieben:  mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto).  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

Hinweis: Die Mail-Adresse der webzet-blog ist im Impressum (M.u.) zu finden. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (Mitte u.) freigeschaltet. {jcomments on}

1100 Zeichen übrig