Heftige Wortwechsel. Oberbürgermeister Andreas Starke musste viel Kritik einstecken. Wesentlich wurde ihm vorgeworfen, bei der Genehmigung der 4. Moschee in Bamberg-Nord Interessen verfolgt zu haben.

Irritierende Abläufe beim Genehmigungsverfahren

Eine unglückliche Äußerung von Baureferent Thomas Beese über den aus seiner Sicht wenig attraktiven Stadtteil sorgte von Anfang an für Verdruss. Zur Sache selbst stellte er fest, dass die Verwaltung im Zuge des Genehmigungsverfahrens zu einem positiven Ergebnis für den deutsch-arabischen Kulturverein gekommen sei. Die Genehmigung sei im laufenden Geschäft der Verwaltung geschehen und sachlich-rechtlich korrekt gewesen. Mit dieser Darlegung stieß er unisono bei den rd. 100 anwesenden Bürgern/innen auf – zum Teil lautstarken - Widerspruch. Von mehreren Rednern wurde detailliert aufgezeigt, dass die Abwicklung der Baugenehmigung für die neue Nutzung verschiedene Fehler und Mängel aufweist. Im Zuge der Auseinandersetzung musste Beese einräumen, dass manche Bewertung durch die Verwaltung und der bisweilen ungewöhnliche Zeitablauf irritierend gewesen sein können. Mehrmals wurden auch OB Andreas Starke massive Vorwürfe gemacht. H.-P.M. fasste unter dem Beifall vieler Anwesender zusammen: »Sie haben dafür gesorgt, dass diese Moschee nicht in den Hain kommt (weil dort Ihnen bekannte prominente Bürger/innen wohnen) und sie haben genauso dafür gesorgt, dass die Baugenehmigung für eine Moschee in der Baunacher Straße in ungewöhnlich kurzer Weise durchgezogen wurde.« Selbstredend, dass der Oberbürgermeister diese Vorwürfe zurückwies.

Baureferent und Oberbürgermeister bezogen regelrecht „Prügel“

Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist der schon am folgenden Tag veröffentlichte Bericht des städt. Presseamtes über die am 11.11.2019 stattgefundene Bürgerversammlung. Wie so oft einseitig in der inhaltlichen Darstellung ebenso wie in der Bewertung. Kein Wort, dass Baureferent und Oberbürgermeister verbal regelrecht Prügel bezogen haben. In der Pressemitteilung heißt es: „Es gab einen kritischen Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern des Stadtteils, weil sich in Bamberg-Nord bereits drei muslimische Kulturzentren befinden. … In der öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung ging es zum einen um den Genehmigungsvorgang der Moschee an sich. Zum anderen wurde die Frage diskutiert, wie die angespannte Parkplatzsituation vor Ort entzerrt werden kann. Vor allem freitags, zu hohen muslimischen Feiertagen und während des Ramadan, sind laut Anwohnerinnen und Anwohnern nicht nur die Baunacher Straße, sondern teilweise auch Firmen- und Privatparkplätze zugeparkt. …
Am Ende der diskussionsfreudigen Veranstaltung wurde auf Vorschlag des Oberbürgermeisters eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit den Folgen, beispielsweise der Parkplatzsituation, befassen wird. Das Gremium besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerschaft, muslimischer Glaubensgemeinschaften und der Stadtverwaltung.
Bemerkenswert ist, dass es bei den zahlreichen Wortmeldungen nicht um Religions- oder Ausländerprobleme ging. Christina Keidel, Vorsitzende des Bürgervereins Bamberg Nord, betonte: »Unsere muslimischen Mitbürger sind genauso Bamberger Bürger wie wir.«
13.8.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.