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RATHAUS - FINANZEN - PERSONAL

Pokerspiel im Stadtrat

Ist die aktuelle Personal-Affäre der Stadt Bamberg nur der Auswurf der verfehlten Personalpolitik der vergangenen Jahre? Die Personalkosten machen der Stadt schon seit Jahren Probleme.

Hohe Kosten und fehlendes Personal

Die Webzet wurde von Lesern darauf aufmerksam gemacht, was sie selbst in den vergangenen Jahren geschrieben hat. Ein Dank an Bernd H. und Thomas M. Beispielsweise am 19.11.19: “Müsste die Stadt mehr Personal einstellen?” Damals (vor eineinhalb Jahren) war das Hauptproblem noch, dass die Personalkosten mittlerweile bei rd. 80 Mio € angelangt waren. Die Diskussion im Stadtrat ging um die “Personalkosten-Konsolidierung”. Die Stadtverwaltung bzw. das Finanzreferat hat damals erklärt, dass “weiter mit jährlichen Steigerungen um jeweils bis zu fünf Prozent gerechnet werden muss”.

Interessant aus heutiger Sicht war auch die in der Webzet festgehaltene Feststellung, dass “sich beim städt. Verwaltungspersonal (...) viel Unzufriedenheit und Ärger angestaut” habe. “Wie zu hören ist, soll beim städt. Personal eine hohe Fluktuation bestehen.” Für viele Beschäftigte sei die Stadt Bamberg mittlerweile “ein unattraktiver Arbeitgeber.”
Offensichtlich aber nicht für alle, wie man heute weiß.
In der nicht öffentlichen Sitzung des Personalsenats im Juli 2019 soll nach einer “entsprechenden Diskussion das Konzept zur Personalkosten-Konsolidierung (PKK) ausgesetzt” worden sein - mit “einer Stimme Vorsprung gegen den Willen der Verwaltung”, kann in dem Webzet-Bericht gelesen werden.

Bei diesen Personalkosten dürfte die Stadt rd. 100 Leute mehr einstellen

Aber was macht die Sache jetzt wie damals besonders interessant? Da heißt es: “Glaubt man den Berichten, dann hat neben der Kostenentwicklung auch ein Kennzahlmodell des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands (BKPV) eine wesentliche Rolle gespielt. Nach diesem Vergleichsmodell könnte die Personalausstattung einer Stadt in der Größenordnung Bambergs bis zu 100 Vollzeitkräfte mehr umfassen. Dies auch vor dem Hintergrund, weil Bamberg aufgrund Zuzugs und einer relativen hohen Anzahl an Geflüchteten einen nachhaltigen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen hat.”

Die sich damals wie heute aufdrängende Frage war und ist: Warum die Personalkosten in Bamberg stark steigen, wenn andererseits mehr Personal beschäftigt sein könnte/müsste? “Diese Frage bzw. die Antwort soll aber keine Rolle gespielt haben”, heißt es in dem Webzet-Bericht vom 19.11.2019.

Das Thema wurde eine Woche später, in der Vollsitzung am 27.11.2019, nochmals aufgerufen. Das besondere an dieser Sitzung war, dass der Oberbürgermeister mit den spezifischen Tricks der Versammlungsleitung versuchte, den kurz zuvor gefassten Beschluss des Personalsenats zu kippen. Das geht so: Jede/r Erfahrene weiß, dass nach fünf oder sechs Stunden Sitzungsdauer die Tagesordnungspunkte (TOP) immer weniger intensiv betrachtet bzw. diskutiert werden, ja sogar die Beschlussunfähigkeit eintreten kann, weil schon etliche Räte/innen gegangen sind. Da im Falle einer umstrittenen, knappen Abstimmung beide Seiten wissen, wie das Spiel läuft, kann es passieren, dass die Mehrheit bei den Anwesenden ständig wechselt oder es ganz schnell zur Beschluss-Unfähigkeit des Gremiums kommt.

So kam es auch in der genannten Sitzung am 27.11.2019. Der Sitzungsleiter konnte den TOP kurz vor Ende der Sitzung nicht mehr aufrufen, weil das Gremium ganz plötzlich beschlussunfähig war. Hoch gepokert und dann doch verloren! Die eine Woche zuvor der Verwaltung vom Personalsenat verpasste Schlappe blieb bestehen. Ob sie seitdem - vom neuen Stadtrat - wieder aufgehoben wurde, kann nicht gesagt werden, weil die Beschlüsse zu Personalfragen bekanntlich geheim sind.
18.3.21 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+7 # FranzKe 2021-04-03 22:33
Mein Gott, Zustände sind in diesem Rathaus! Unberechtigt viel Geld für die Einen, mehr Arbeit für die anderen. Alles von des Herrn Gnaden.
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B 77

brässiän:   pressieren, eilen.

Wänns ned so brässiän deed, soochäd i ja niggs. Wenn es nicht so eilig wäre, würde ich ja nichts sagen.

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Brässogg:   Pressack. dicker Mensch. 

Däs is dä a Brässogg, a oogfrässnä! Das ist (dä=) vielleicht ein angefressener Fettsack.

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braung:   brauchen.

Wos braung mä dänn?  Was brauchen wir denn? (... sagte früher die Ladeninhaberin zur Kundin)

Äs is ja ned, als wä mäs häddn, miä könnädns scho braung! Es ist ja nicht, dass wir es hätten, wir könnten es schon brauchen!

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Breedichd:   Predigt. Rüge. 

Eä hod mä dä a Breedichd kaldn. Er hat mir vielleicht (dä) ein Predigt gehalten.

-

Breedsn:   Schimpfwort. Breze(n).

Olda Breedsn! Alte Breze!

-

Breedsnfraa:   Brezenfrau. Brezenverkäuferin. 

Di Breedsnfraa känna mä scho nuch. Die Brezenfrau kennen wir schon auch noch.

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Breema:   Bremse. Stechfliege. 

Wi a wilda Breema is ä durch di Küchn gsausd. Wie ein wilde Stechfliege ist er durch die Küche gesaust!

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