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RATHAUS-AFFÄREN

Starkes altbekannte Darstellerkunst

“Lieber Herr Starke, herzlichen Dank für dieses Gespräch.” Der Chefredakteur des Fränkischer Tags bedankt sich für das gewährte Interview. Es hätte auch umgekehrt sein können.

Ein lustiges und dennoch fachkundiges Format

Die große Stärke des amtierenden Oberbürgermeisters sind seine öffentlichen Auftritte. Da sind Leute begeistert, die meinen einen Pop- oder irgendeinen Fußballstar vor sich zu haben. Leider ist es so, dass die wenigsten Bürger/innen über die notwendigen Kenntnisse verfügen, um hinter eine lächelnde Fassade blicken zu können. Das heute im Bamberger FT über zwei Seiten abgedruckte Interview mit Andreas Starke könnte mit diesen wenigen Sätzen kommentiert sein. Aber auch wenn es schwer ist, müssen noch einige Betrachtungen zur Sache angestellt werden. Es geht ja schließlich um etwas, um das Wohl der Stadt Bamberg, um rechtlich korrektes Handeln und - man mag es kaum mehr zu sagen: um Demokratie. Der Stoff ist schwierig und manchmal strohstrocken. Deshalb hat sich die webzet-blog - jetzt - entschieden, ein lustiges und dennoch fachkundiges Format zu nutzen. Der Bamberger Kabarettist Florian Herrnleben hat in seiner ”Überstunde” (tatsächlich noch gestern nacht) das FT-Interview persifliert. Der Text und zahlreiche Kommentare dazu können auf seiner Facebook-Seite aufgerufen werden. 

Herrnlebens Überstunde

Dank des großangelegten Interviews im morgigen FT lässt sich auch erahnen, wie die öffentliche Erklärung morgen im Stadtrat ausfallen wird: "Ja. Wir, also vor allem die Verwaltung hat Fehler gemacht!" – "Verantwortlich bin ich für nix. Außer für das, was ich jetzt lieber nicht sag." – "Laufendes Verfahren!" – "Wichtige Zukunftsaufgaben: Konversion, ICE, Lagarde. Oder umgekehrt."
Ich geh davon aus, dass der/die eine oder andere Ratsherr- und/oder -herrin bei mir mitliest und sich nach dem Lesen des Interviews im FT sicherheitshalber dachte: "Schau noh. Unner Andi! Goddla! Doch guuud, dessmer noh homm."
Ein paar Dinge, muss ich euch leider mitteilen, hat er leider vergessen, mutmaßlich wurde er auch nicht gefragt. Ihr Kinners im Stadtrat! – Das ist morgen eure Chance. Einmal Streber sein, einmal dicke Wortmeldung in der Aussprache zu Andis Rede! Die Kameras werden auf euch gerichtet sein! "Macht mir den Hans-Günter!" wie es inzwischen geflügelt unter vorgehaltener Hand heißt.
Fragen könnt ihr morgen zum Beispiel nach der juristischen Verantwortung für jene Eilverfügungen, die unser ÜberstAndi im April 2020 mal höchstselbst erlassen und unterschrieben hat, wenn er schon für alles andere die Verwaltung vor den Stadtbus schubst. Höhergruppiert wurden – rein zufällig selbstverständlich – unter anderem auch Mitarbeiter, denen ein halbes Jahr zuvor, nämlich zum 30.9.19, diese Zulagen weggestrichen werden mussten. Allein das hat schon einen faderen Geschmack als das Spülwasser ausm Schlenkerla. Dass sie aber rückwirkend genau zum 1.10.19 höhergruppiert werden sollten, weil sich genau zum Zeitpunkt des Wegfalls der Zulagen diese verzwickten Tarifeigenschaften geändert haben, kann doch nur ganz, ganz großer Zufall sein, oder?
Fragen könnt ihr morgen auch, ob es eventuell einen Zusammenhang gibt zwischen Überstundenpauschalen und Höhergruppierungen. Wir erinnern uns alle an den exemplarischen Fall des einen Mitarbeiters, den ich vor einigen Monaten auf Unterstufenniveau zu erklären versucht habe. Wenn Andi im vorliegenden Interview erklärt, dass bei den Überstundenvergütungen die Zeiträume zu lang gestreckt worden sind, meint er sicher, dass man laut Prüfbericht – um beim Beispiel zu bleiben – einem Mitarbeiter diese praktischen Überstundenpauschalen über Jahre hinweg ANSTELLE einer nicht möglichen Höhergruppierung gezahlt hat, damit er so ein paar Euro mehr hat.
Fragen könnt ihr auch, wie das mit dem großen Engagement zu verstehen ist, mit dem der neue Personalamtsleiter (#ohneausschreibung #aufandisgnaden) die richtigen Konsequenzen aus dem Prüfbericht zieht. War es nicht seine Idee, monatelang und mantraartig, immer und immer wieder das abgelutschte Lied von "Keine Leistung ohne Gegenleistung" zu singen, bei dem alle Gefolgsleute kräftig mit einstimmten? Könnt ihr mal morgen die Powerpointpräsentation, die im öffentlichen Rechnungsprüfungsausschuss als Basis für breites Pressebashing und – sagen wir es, wie es ist – "Öffentlichkeitsverarsche" genutzt wurde – mal auf die Stellungnahme aus Bayreuth und die Meinung von Gleiss-Lutz legen? Meint er wirklich den, der selbst - dank großer Genauigkeit – gerne im Frühjahr atypisch befördert worden wäre?
Und fragen könnt ihr auch, ob es nicht mal an der Zeit ist, sich als Stadtoberhaupt in letztlich politischer Verantwortung wenigstens mal zu entschuldigen.

Das FT-Interview kann nur in derselbigen Zeitung nachgelesen werden (der webzet ist das Verlinken untersagt). Die Webzet-blog wird sich in der nächsten Zeit noch mit einzelnen Sachfragen befassen.
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