Brose kontert Kritik

Ein Offener Brief. Wahrscheinlich soll damit die Kritik an der geplanten Aufrüstung des Bamberger Flugplatzes gebremst werden. »Mandatsträger sollen sich von Vorurteilen freimachen.«

SPD- und GAL-Fraktion hatten sich negativ geäußert

Die WeBZet hatte am v. 7.9.17 darüber berichtet (> „Nachrüstung erforderlich“), dass auf einer außerordentlichen Versammlung der „Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg-Brandensteinsebene“ darüber gesprochen worden sei, mit dem Sonderlandeplatz Bamberg zu kooperieren. Eine wichtige Bedingung hierfür sei, dass für den Bamberger Flugplatz der Instrumentenflugbetrieb möglich gemacht werde. Laut diverser Medien hat sich der Vorsitzende der Brose-Gesellschafterversammlung, Michael Stoschek darüber besonders gefreut, dass in Bamberg nun ebenfalls Instrumentenflugbetrieb möglich sein soll. Was ja einmal entschieden verneint worden sei.
In dieser Frage war sich der Bamberger Stadtrat tatsächlich einmal einig. Zumindest als es vor wenigen Jahren darum ging, im Zuge der Ansiedlung des Brose-Innovations- und Verwaltungszentrums für viel Geld eine Ertüchtigung des Flugplatzes vorzunehmen.
Insbesondere die Bürger von Kramersfeld hatten sich nur schwer beruhigen lassen. Jetzt die neue Nachricht. Die Stadtratsfraktion der GAL reagierte als erste. Sie sprach von „gezielter Salami-Taktik“, um die Sonderlandebahn Stück für Stück nachrüsten zu können. Dabei sei es klar, dass eine Erweiterung der Nutzung des Flugplatzes im Interesse der unmittelbar benachbarten Firma Brose liege.

»Auch die Stadt Bamberg hat großes Interesse daran«

Die SPD Stadtratsfraktion sprach sich in einer am 21.9.17 veröffentlichten Mitteilung deutlich gegen eine Zunahme von Flügen auf dem Kramersfelder Sonderlandeplatz aus. »Die SPD Fraktion wird weder einer Mehrung von Flügen, noch der Lockerung des bestehenden Nachtflugverbotes zustimmen«, so der Fraktionsvorsitzende Klaus Stieringer.
Man warne davor, dass durch die geplante Instrumentenflugtauglichkeit die Starts und Landungen am Sonderlandeplatz zunehmen könnten.
Nun die Reaktion von Brose. In einer vom FT (10.10.17) veröffentlichten Stellungnahme erklärt Firmensprecher Jan Saeger, was Brose von der Kritik hält: »Die Forderung, die Investitionen des Ausbaus des Sonderlandeplatzes Breitenau möglichst nicht zu nutzen, widerspricht dem öffentlichen Interesse. Sie macht so viel Sinn wie der Ausbau einer Landstraße zur Bundesstraße mit der Auflage, den Verkehr nicht zu erhöhen. (…) Ob nun zwei oder vier Geschäftsflugzeuge am Tag beim Start für wenige Minuten Geräusche verursachen, die geringer sind als die eines vorbeifahrenden Lkws, kann doch nicht ernsthaft problematisiert werden, wenn es am Ende um Arbeitsplätze, Steuerkraft und Wohlstand für die Bevölkerung geht.«
Ein modern ausgestatteter Flugplatz sei eine öffentliche Verkehrseinrichtung, die allen Unternehmen, Bürgern und Besuchern geschäftlich oder privat zur Verfügung steht. Auch die Stadt Bamberg habe großes Interesse daran, ihre Finanzkraft zu verbessern, indem sie bestehende Unternehmen fördere und neue Betriebe anzusiedeln versuche. Saeger endet den Offenen Brief mit den Worten: »Die Brose Unternehmensgruppe beteiligt sich gern an der positiven Entwicklung ihrer Firmenstandorte. Es wird Zeit, dass sich die politischen Mandatsträger von Vorurteilen freimachen und sich mit Sachlichkeit den Anforderungen an eine zeitgemäße Infrastruktur stellen.«
10.10.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

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